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Nachricht vom 11.07.2019 - 12:17 Uhr    

Virtuelle Elternbesuche auf Frühchenstationen im Marienhaus

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied (Chefarzt: Dr. Michael Ehlen) gehört zu den vier Kliniken in Deutschland, in denen Anfang des Monats das Projekt „Neo-CamCare“ gestartet ist. Im Rahmen dieses Projektes, das in den kommenden drei Jahren vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit insgesamt 1,92 Millionen Euro gefördert wird, sollen die Chancen, aber auch Risiken der virtuellen Elternbesuche auf Frühgeborenen-Intensivstationen untersucht werden.

Dr. Ehlen auf der Frühgeborenen-Intensivstation. Foto: Marienhaus

Neuwied. Worum geht es konkret? Jährlich werden in Deutschland knapp 10.500 sehr kleine Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm geboren. Diese zu früh geborenen Kinder mit einem kritischen Geburtsgewicht werden meist über einen langen Zeitraum in den sogenannten Perinatalzentren versorgt. Nicht immer haben Mütter und Väter die Möglichkeit, dauerhaft bei ihrem Kind im Krankenhaus zu sein. Diese Trennung kann weitreichende Folgen für die Eltern und die Eltern-Kind-Beziehung beziehungsweise die Eltern-Bindung insgesamt haben. Daher bieten einige Einrichtungen an, das Kind über eine Webcam sehen zu können.

Dieser Service steht jedoch bisher nur auf einigen wenigen Frühgeborenen-Intensivstationen in Deutschland zur Verfügung. Die Nutzung solcher Webcams kann jedoch auch psychische Herausforderungen und Belastungen mit sich bringen. – Das Ziel des Projektes Neo-CamCare ist es, den aktuellen Stand der Einbindung von Webcams auf Frühgeborenen-Intensivstationen zu erfassen und ihren Einsatz zu evaluieren. Gleichzeitig sollen Bedarf, mögliche Hürden und die Bedenken der Eltern untersucht werden. Im Anschluss soll eine Handlungshilfe für Eltern und Klinikmitarbeiter entwickelt werden, die Empfehlungen für den Einsatz und den Umgang mit Webcams umfasst.

Das Projekt läuft in den kommenden drei Jahren an den Universitätskliniken Köln, Bonn und Aachen und an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth in Neuwied.



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