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Nachricht vom 22.05.2019 - 20:35 Uhr    

Zukunftsperspektiven für Gefängniskinder

Bei der Windhagener Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e.V. findet Pater Shay Cullen, der bereits mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, ein offenes Ohr für sein Engagement für die Gefängniskinder in der Metropolregion Cebu. Weltweit bekannt wurde Pater Shay Cullen durch seinen Einsatz für die Rechte von philippinischen Kindern, die auf der Straße, in Bordellen und Gefängnissen leben. 1974 gründete er die Hilfsorganisation PREDA (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance Foundation). Seitdem kämpft er unerschrocken gegen Sextourismus und Kinderprostitution.

Die Organisation PREDA geht davon aus, dass auf den Philippinen jährlich etwa 20.000 junge Menschen ohne Verurteilung und Prozess inhaftiert werden. Fotos: PREDA

Windhagen. Dabei hat er zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Kinderhändlerringe aufgedeckt.Doch der unbequeme Pater setzt sich nicht nur auf politscher Ebene ein. Er ist auch selbst an der Basis tätig. Auf der Insel Manila unterhält PREDA mehrere Anlaufstellen für ehemalige Kinderprostituierte und Gefängniskinder.

Dass der Pater sein Engagement auch auf die Insel Cebu ausdehnen konnte, verdankt er Gisela Wirtgen und ihrer Aktionsgruppe „Kinder in Not“. Die Windhagener Unternehmerin war 2017 auf den irischen Pater aufmerksam geworden. Schnell lagen Pläne auf dem Tisch, gemeinsam ein Heim für Gefängniskinder ins Leben zu rufen. Ziel war es, für zwanzig Jungen ein gewaltfreies Umfeld zu schaffen und ihnen durch Therapie, Schul- und Berufsausbildung Chancen auf eine selbstbestimmte Zukunft zu eröffnen.

Bevor es losgehen konnte, gab es einiges zu tun. Geeignete Räumlichkeiten mussten gesucht, Mitarbeiter geschult und Kontakte mit Richtern und Strafanstalten geknüpft werden. Für einen ersten Jungen – 15 Jahre alt – konnte die Vormundschaft erkämpft und die Freilassung aus dem Gefängnis erwirkt werden. Wie unzählige andere, minderjährige Kinder war auch er aus schwierigen Familienverhältnissen geflohen und auf den Straßen von Cebu City gelandet. Dort werden die Straßenkinder meist wegen Bagatelldelikten festgenommen: weil sie aus Hunger Lebensmittel stehlen oder Klebstoff schnüffeln, um die Grausamkeit ihres Alltags zu vergessen.

Die Haftbedingungen, unter denen sie unschuldig und ohne jegliche Anhörung festgehalten werden, sind unmenschlich. Es gibt keine sanitären Anlagen, kaum Verpflegung, keine Beschäftigung und nicht einmal Platz zum Schlafen. In ihren Zellen werden sie von überlegenen Mitgefangenen drangsaliert, gequält und nicht zuletzt sexuell missbraucht.

Kürzlich war Pater Shay Cullen nun zum zweiten Mal zu Besuch in Windhagen. Er berichtete Gisela Wirtgen von den Fortschritten mit den Jungen in dem neuen „New Dawn Homes“, dass die Aktionsgruppe voll finanziert. Doch der 76-jährige hatte auch eine Bitte im Gepäck. Der Bedarf an Heimplätzen ist riesig und der Pater würde die Einrichtung gerne um 20 weitere Therapieplätze ausbauen. Darüber hinaus wird vor Ort dringend ein Fahrzeug benötigt. Die Gefängnisse in der Metropolregion liegen weit verstreut und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln von den Sozialarbeitern kaum erreichbar.

Nähere Infos zur Aktionsgruppe und dem Projekt mit Pater Shay Cullen gibt es unter www.kinder-in-not.de oder Tel. 02645/4773.



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