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Nachricht vom 10.04.2019 - 22:29 Uhr    

Stadt-Galerie Neuwied wagt Neues

Benita Roos, die neue Leiterin der Stadt-Galerie Neuwied, freut sich über den großen Erfolg ihrer Premierenarbeit in der Mennonitenkirche, der noch laufenden Ausstellung „Das hab' ich auch gehabt“, die bis zum 5. Mai verlängert wurde. Schon plant sie ein neues Format in dem „wunderschönen Gebäude, das öfter bespielt werden sollte“: „Salonabend“ immer am letzten Donnerstag jeden Monats. Die Gruppe 93 stellt Kunst zum Thema Meer aus. In der zweiten Jahreshälfte kommt die „Duckomenta“.

Erkennungssymbol der Salonabende ist das Wohnzimmeratmosphäre erzeugende bunte Sofa, auf dem Fritz Stavenhagen Probe sitzt. Fotos: Helmmi Tischler-Venter

Neuwied. Die Leiterin des Stadtmarketings, Petra Neuendorf erläuterte, dass bei den ab April geplanten Salonabenden Neuwieder oder Menschen mit Bezug zu Neuwied auftreten, die für Mitbürger Lesungen, Musik oder Gespräche anbieten. Die Bandbreite möglicher Themen ist riesig. Fester Termin ist immer der letzte Donnerstag eines Monats; es sei denn, der ist ein Feiertag. Die Karten kosten immer 7 Euro.

Die Premiere am Donnerstag, 25. April um 19 Uhr bestreitet die 1954 in Neuwied geborene Schriftstellerin Ute Gernun-Decker alias Lilli di Gernand. Die studierte Juristin leidet unter Morbus Parkinson. Daher zog es sie nach Italien, um dort bewusster zu leben und sich mit den Fragen an das Leben auseinander zu setzen, zumeist in literarischer und bildnerischer Form. In dem Buch „Hokus Fokus Parkinson“ schrieb sie sich, oft in Gedichtform, Angst und Trauer von der Seele. Bei ihrer Lesung nimmt sie die Zuhörer mit auf eine sehr emotionale Reise. Einleitende Worte spricht die Historikerin und Fernsehjournalistin Sigrid Faltin.

Der zweite Salonabend am 23. Mai dreht sich um das „Geheimnis der Liebe“, das Beatrice Fermor und Fritz Stavenhagen in Gedichten und Prosa mit Klavierbegleitung durch Josef Marschall den Zuhörern an die Herzen legen wollen. Texte von Bertold Brecht, Hilde Domin, Erich Kästner, Erich Fried, Rose Ausländer und anderen Literaten lassen das große facettenreiche Gefühl wahrnehmen. Beatrice Fermor studierte Germanistik, Geschichte und Theologie. Sie betreibt ein Atelier für Sprache und Literatur, in dem Biographien, Romane, Reden und vor allem literarische Programme entstehen. All ihre Lesungen sind als musikalische Lesungen konzipiert, die Zeit zum Nachklingen und Nachempfinden geben. Ihr Begleiter Josef Marschall ist Komponist und Pianist und ein Meister der Improvisation.

Im Wechsel mit Fermor wird der Schauspieler und Regisseur Fritz Stavenhagen, der der Liebe wegen seit Jahren in Neuwied lebt, Texte sprechen. Stavenhagens Herzensangelegenheit ist seine Sammlung von ihm gesprochener Texte im Netz, eine Audio-Anthologie, die 2018 vier Millionen mal aufgerufen wurde: www.deutschelyrik.de.

Am 16. Mai werden die 15 Künstler und zwei Gäste der Gruppe 93, die jährlich abwechselnd im Roentgen-Museum und in der Stadt-Galerie ausstellen, die nostalgische Ausstellung „Das hab' ich auch gehabt“, ablösen. Die Gruppe wählte für dieses Jahr das gemeinsame Thema „Meer“, das sehr vielschichtige Aussagen zulässt. Künstler Ulrich Christian wies auf die sehr unterschiedlichen topographischen Bildgestaltungen seit der Renaissance hin, die später mehr abstrahierten Interpretationen oder die riesige Meta-Ebene der Gefühle und Symbolik. Christian stellt Druckgrafiken aus, Meeres-Wogen in Aquatinta-Technik. Das Drucken wird er auch am Präsentationstag „Künstler bei der Arbeit“ am 26. Mai um 11 Uhr vorführen.

Sybille Lenz hat das Schillern der Wasseroberfläche mit Acrylfarben festgehalten und die Keramikerin Sigrid Langert widmet sich dem aktuellen Thema „Müll im Meer“. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Kunstschaffenden, verbunden mit diversen künstlerischen Techniken, garantieren eine große Vielfalt an Werken. Die Einführung bei der Vernissage am 16. Mai um 19 Uhr werden Petra Neuendorf und Ulrich Christian gestalten mit musikalischer Begleitung durch das Ehepaar Orbán/Nyulász.

Am 19. Mai ist im Rahmen der Ausstellung eine Theateraufführung von Schülern aus Heimbach geplant, unter Leitung der Fotografin Marie Schäfer: „Der große und der kleine Regenbogenfisch“. Die Ausstellung endet mit einer Finissage mit Wein und Musik durch das Gitarren-Duo "Mit eigener Note", Frank und Klaus Krumscheid am 21. Juli.

Voraussichtlich ab 14. August „entlich“ wird die „Duckomenta“ für sechs Monate in die Stadt-Galerie einziehen. Das Schokoladenmädchen ist die erste Ente der Duckomenta, die pünktlich zur "ChocolArt" angereist ist. Sie ist in der Tourist-Information bis zur Ausstellungseröffnung zu sehen.

Die Öffnungszeiten der Stadt-Galerie:
Mittwoch 12 bis 17 Uhr, Donnerstag, Freitag, Samstag, 14 bis 17 Uhr sowie Sonntag und Feiertage 11 bis 17 Uhr. Gruppen nach Vereinbarung.

Info und Anmeldung: Telefon 02631/20687; E-Mail: stadtgalerie@neuwied.de. htv

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