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Nachricht vom 01.03.2019    

EHC Neuwied: Play-off-Fieber hat die Jungs gepackt

Das Gesicht von Christian Neumann ist schmerzverzerrt und gleichermaßen vor Anstrengung gezeichnet, als er nach einer Viertelstunde von einem Marathonwechsel am Dienstagabend im fünften Viertelfinalspiel der Neuwieder Bären auf die Spielerbank zurückkehrt. Knapp zwei Minuten lang rackerte der EHC-Verteidiger in doppelter Unterzahl, warf sich in einen Schuss nach dem nächsten, dürfte von dieser intensiven Einheit mindestens einen blauen Fleck davongetragen haben.

Die EHC-Abwehr mit Frederic Hellmann muss ab Freitag versuchen Liga-Topscorer Killian Hutt an die Kette zu legen. Foto: EHC

Neuwied. Aber diese blauen Flecken verdrängen die Bären in diesen Tagen. Sie sind die Trophäen eines aufopferungsvollen Kampfes gegen die Dinslakener Kobras, der zum deutlichen 7:1-Erfolg und die Mannschaft in die nächste Runde der Play-offs in der Eishockey-Regionalliga West brachte. „Die Einstellung hat zu 100 Prozent gepasst. Das Play-off-Fieber hat die Jungs gepackt. Sie haben die Leistung abgerufen, die der EHC zeigen kann und für die wir bekannt sind", freute sich Teammanager Carsten Billigmann.

Dafür wurde es auch allerhöchste Zeit. Zeigte Dinslaken im Verlauf der Serie eingangs mehr Biss, so entschieden die Deichstädter mit ihrer besten Leistung just in der entscheidenden Partie das Viertelfinale für sich und freuen sich jetzt auf eine Fortsetzung der Saison in der Runde der letzten vier mit mindestens drei und maximal fünf Begegnungen gegen Titelverteidiger Herforder EV. Am Freitagabend beginnt die Serie ab 20.30 Uhr in Herford, Spiel zwei steigt am Sonntag ab 19 Uhr im Neuwieder Icehouse.

Während sich Dinslaken in die Sommerpause verabschiedet (Trainer Milan Vanek: „Wir hatten vor dem fünften Spiel gesagt: ,Am Dienstag fahren wir nach Neuwied, am Freitag zum Halbfinale nach Hamm.' Nein, wir fahren Freitag in den Urlaub"), trifft Neuwied zum Höhepunkt der fünften Jahreszeit genau auf die Mannschaft, gegen die man in den beiden zurückliegenden Spielzeiten ausschied. „Wir haben unser Minimalziel für diese Saison mit dem Halbfinaleinzug erreicht. Der Druck wird jetzt etwas weniger und wir können befreiter aufspielen", sagt Billigmann, der genau weiß, dass die Bären gegen die Ice Dragons nur bestehen können, wenn sie sich so präsentieren wie am Dienstag. Spiel fünf gegen Dinslaken gibt ihm Zuversicht: „Wir sind aufgewacht mit unseren Tugenden und haben in unser Spiel gefunden. Herford brauchte gegen Soest ja nur drei Spiele und hatte nun eine Woche Pause – mal schauen, was passiert."



Der Hauptrundenzweite spielt gegen den Hauptrundendritten. Das verspricht gutklassiges Eishockey. „Herford gegen Neuwied besaß in dieser Saison einige Male Oberliga-Niveau", erinnert sich der EHC-Manager. „Wir haben zwar drei von vier Hauptrundenpartien verloren, aber in den Play-offs beginnt alles bei null."

Mit nur sieben etatmäßigen Stürmern, die über Regionalliga-Erfahrung verfügen, musste der EHC teilweise gegen Dinslaken auskommen. Beim zuletzt grippekrank ausgefallenen Deion Müller kann man davon ausgehen, dass er wieder einsatzfähig ist und seine wichtige Qualität in Neuwieder Spiel einbringt. Sven Schlicht könnte im Verlauf der Serie unter Umständen ebenfalls wieder eine Rolle spielen. „Vielleicht ab Spiel drei", sagt der noch am Handgelenk verletzte Angreifer. Will heißen: Je länger die Serie, desto besser die Voraussetzungen für die Bären. Nicht nur wegen der Erfahrungen aus Spiel fünf gegen Dinslaken. „Wir haben am Dienstag gezeigt", so Billigmann, „dass wir auch für Herford gefährlich sein können, wenn alle alles geben. Und wenn Sven und Deion dann eventuell auch noch zurückkehren, sind wir sogar sehr gefährlich."

Herford machte in seinem Viertelfinale gegen die Soester EG kurzen Prozess und entschied die Serie mit 3:0 für sich. Wie vor jedem Spiel gegen den HEV, fallen auch diesmal wieder unweigerlich die Namen Killian Hutt und Benjamin Skinner, die gemeinsam mit Neuwieds Michael Jamieson das Topscorer-Trio der Liga bilden. „Es kommt darauf an, ihre Reihe so gut wie möglich kaltzustellen. Das wird eine große Aufgabe", weiß Billigmann.


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