Werbung

Nachricht vom 30.01.2019    

Vielfältige Kritik an Mainzer Gesetzesplan Kita

Vielfältige Kritik am Gesetzentwurf für ein neues Kindertagesstättengesetz von Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) äußerten Erzieherinnen und Eltern bei einer Diskussionsveranstaltung des CDU-Gemeindeverbandes Unkel in der Oberen Burg in Rheinbreitbach. Sie befürchten vor allem, dass den Kitas zusätzliche Aufgaben übertragen werden, ihnen auf der anderen Seite aber die Personalausstattung und das Geld gekürzt werden.

Ellen Demuth MdL und Landrat Achim Hallerbach erläutern die Pläne der Landesregierung. Fotos: privat

Unkel. Zu Beginn der Informationsveranstaltung erläuterten die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth und Landrat Achim Hallerbach (beide CDU) die Pläne der Landesregierung. „Mit den vorgesehenen Personalschlüsseln ist keine angemessene Betreuung der Kinder möglich“, kritisierte Demuth. Um Eltern eine Vollzeit-Berufstätigkeit zu ermöglichen, seien Betreuungszeiten von acht bis zehn Stunden am Tag erforderlich. Das Gesetz sehe aber nur sieben Stunden vor. „Das ist völlig unzureichend“, betonte Demuth.

Landrat Hallerbach fügte hinzu, dass die Personalkosten nicht voll übernommen werden sollen, wenn eine Kita nicht mindestens 92 Prozent im Jahr ausgelastet sei. Da Kleinkinder aber nicht alle zu Beginn des Kindergartenjahres in die Einrichtungen kämen, sondern je nach den Wünschen der Eltern und den pädagogischen Erfordernissen über das Jahr verteilt, sei dies praktisch nicht möglich. Sollten aber andererseits die Einrichtungen ihre Kapazitäten gleich nach den Sommerferien voll ausschöpfen, könnten unterjährig keine Kinder mehr aufgenommen werden. Hallerbach: „Das geht an den Erfordernissen vollkommen vorbei.“ Weiter kritisierte er, dass der Gesetzentwurf neue bürokratische Auflagen, zusätzliche überflüssige Gremien und keine klare Regelung der Kostenverteilung zwischen dem Land, den Kommunen und den Trägern vorsehe.

Es drohen kürzere Öffnungszeiten
In der Diskussion machten Eltern, Leiterinnen der Kitas und Erzieherinnen ihrem Unmut über den Mainzer Plan Luft. Sie beanstandeten, dass keine Förderung mehr für die Verlängerung der Öffnungszeiten nach dem Bedarf der Eltern, für Vertretungen bei Krankheitsfällen oder bei besonderem pädagogischem Bedarf einzelner Kinder vorgesehen sei. „Arme Gemeinden können keine Vertretungskräfte einstellen, da es keine Finanzierung mehr gibt“, kritisierte eine Kita-Leiterin und fügte hinzu: „Es droht die Verkürzung der Öffnungszeiten.“

Eine andere Leiterin fasste ihren Frust in die Worte: „Statt sich um Kinder, pädagogische Konzepte und Mitarbeiterführung zu kümmern, werden uns immer mehr mathematische Aufgaben aufgebürdet, die komplizierten Personalschlüssel und Finanzierungsvorgaben zu ermitteln und in die tägliche Praxis umzusetzen.“

Schließlich forderten Erzieherinnen und Eltern die anwesenden Politiker auf, sie weiterhin in ihren Bemühungen zu unterstützen, den Gesetzentwurf zu verändern und massive Verschlechterungen für Kinder, Mitarbeiterinnen und auch die Träger der Einrichtungen abzuwenden.

Die Landtagsabgeordnete Demuth erklärte, dass der breite politische Druck von Erzieherinnen und Eltern Nachdenken im zuständigen Mainzer Bildungsministerium ausgelöst habe. Ministerin Huber habe Verbesserungen in Aussicht gestellt, ohne diese jedoch zu konkretisieren. Demuth befürchtet, dass mit diesen Versprechungen der politische Druck bis zu den Kommunalwahlen am 26. Mai aus dem Kessel genommen werden soll. Sie forderte die Ministerin auf, bald Klarheit über ihre Änderungspläne zu schaffen, damit diese auch bei den anstehenden Wahlen bewertet werden könnten.

Landrat Hallerbach nutzte die Gelegenheit, auch die voraussichtliche Entwicklung des Bedarfs an Kita-Plätzen in Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel zu erläutern. Durch Zuzug junger Familien vor allem aus Nordrhein-Westfalen, den Trend, Kleinkinder immer jünger in die Einrichtungen zu bringen und weil statt stundenweiser Betreuung verstärkt Vollzeitplätze gewünscht würden, zeichne sich ein zusätzlicher Bedarf an Kita-Plätzen ab, so der Landrat.

Hallerbach und Demuth, die Ortsbürgermeister von Bruchhausen, Markus Fischer, und Rheinbreitbach, Roland Thelen, sowie der Vorsitzende der CDU in der Verbandsgemeinde Unkel, Dr. Heinz Schmitz, versprachen Eltern, Kita-Leitungen und Erzieherinnen ihre volle Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Anliegen.


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Unkel auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: Vielfältige Kritik an Mainzer Gesetzesplan Kita

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim NR-Kurier


Wirtschaft, Artikel vom 21.01.2020

In Urbach entsteht PV-Anlage mit 15.000 Modulen

In Urbach entsteht PV-Anlage mit 15.000 Modulen

Die FEH Bauwerk GmbH, eine Tochtergesellschaft von der Unternehmensgruppe Frankfurt Energy Holding GmbH, beabsichtigt, auf den in dem nachstehenden Lageplan bezeichneten Flächen, die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage („PV-Anlage“) mit einer Leistung von etwa sechs Megawatt Peak (MWp) auf der Fläche zwischen BAB 3 und ICE-Trasse in der Ortsgemeinde Urbach vorzunehmen.


Fuchsjagd ja oder nein - Die Meinungen gehen weit auseinander

Der Landesjagdverband Kreisgruppe Neuwied ruft für die Woche vom 2. bis 9. Februar zur Jagd auf den Rotfuchs auf. Dies hat das Aktionsbündnis Fuchs auf den Plan gerufen und die Tierschützerin Daniela Augustin hat alle betroffenen Bürgermeister angeschrieben und dem NR-Kurier eine Kopie übersandt. Sie fordert die Jagd abzublasen und den Fuchs zu schützen.


Die Arbeitswelt in der Hotellerie und Gastronomie im Wandel

Wie soll und kann es in der Hotellerie und Gastronomie hinsichtlich der Personalgewinnung voran gehen? Diese und weitere Fragen wurden am 20. Januar im Neuwieder Food Hotel zwischen der IHK Koblenz und Vertretern aus der Hotellerie und Gastronomie diskutiert und neue Modelle und Möglichkeiten für die Personalgewinnung vorgestellt.


Sturz im Freizeitpark – Schadenersatz und Schmerzensgeld abgelehnt

Urteil zu Verkehrssicherungspflichten im Freizeitpark vom Landgericht Koblenz (nicht rechtskräftig), weil ein Kläger Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangt wegen eines Sturzes mit Unterkiefer- und Zahnfrakturen in einem Freizeitpark.


Das Heimathaus war in fester Hand von Kirchenpiraten

Seit 42 Jahren ist es Tradition, dass der Elferrat in jedem Jahr ein eigenes Motto vorgibt, dazu tanzt und singt, und sich auch entsprechend verkleidet. In diesem Jahr zog der Elferrat als wilde Piraten ein. Der Piratentanz und das Piratenlied zauberten schon zu Beginn Stimmung in den Saal.




Aktuelle Artikel aus der Politik


Justizminister Herbert Mertin im Arbeitsgericht Koblenz

Koblenz. „Die ersten Schritte hin zur vollständigen Digitalisierung unserer Gerichte haben wir damit gemacht. Die flächendeckende ...

Gesundheit war Thema beim Neujahrsempfang SPD VG Dierdorf

Dierdorf. „Es ist schön, dass auch die anderen Fraktionen gekommen sind, denn wir arbeiten hier in Dierdorf gut zusammen. ...

CDU Gemeindeverband Dierdorf wählt neuen Vorstand

Dierdorf. Der Großmaischeider Hans-Dieter Spohr ist im Vorstand des Gemeindeverbandes schon viele Jahre eingebunden und durch ...

Sven Lefkowitz besuchte 85. Bahnlärm-Demo in Neuwied

Neuwied. Verantwortliche der Deutschen Bahn AG und der Politik sollen durch die Dienstag-Demos an ihre Fürsorgepflicht gegenüber ...

Ortsvorsteher aus der Stadt Neuwied kamen in Heimbach-Weis zusammen

Heimbach-Weis. Natürlich konnte auf dem kleinen Dienstweg auch viel Informationsaustausch stattfinden, denn auch Oberbürgermeister ...

Kreisstraße in Großmaischeid fertiggestellt

Großmaischeid. „Es freut uns, dass die Maßnahme innerhalb des geplanten Zeit- und Kostenrahmens umgesetzt werden konnte. ...

Weitere Artikel


Junger Fahrer unterschätzt Winter - 90.000 Euro Schaden

Bendorf. Am 30. Januar, gegen 15 Uhr befuhr ein 19-jähriger Bendorfer die Straße „In der Langfuhr“ in Bendorf. Zu Beginn ...

Schlachtfest SV Raubach Auftakt-Veranstaltung fürs Jahr

Raubach. Neben Haxe, Wellfleisch, Fleischkäse und Bratwurst mit entsprechenden Beilagen gab es natürlich die traditionelle ...

Blute fürs Gute – Blutspenden rettet Leben

Neuwied. Über das Jahr gesehen ist dies gerade so ausreichend, um den Bedarf von rund 15.000 Vollblutspenden, die täglich ...

Wettbewerb und Preisträgerkonzert „Jugend musiziert“

Neuwied. Es erklang Musik aus den Wettbewerbskategorien Streichinstrumente, Klavier und Blasinstrumente, Gitarre und Pop-Gesang. ...

Musikkirche-Live zieht positive Zwischenbilanz

Neuwied-Block. Jetzt kann das Leitungsteam rund um Pastor Heinz Christ, Dekanatskantor Peter Uhl, Dekanatsreferentin Margit ...

Sicher unterwegs in der Ausbildung

Dierdorf/Selters. Das Fahrsicherheitstraining ist Bestandteil einer Reihe von Angeboten, die die Arbeitgeber-attraktivität ...

Werbung