Werbung

Nachricht vom 19.12.2018    

Werbeturm A 3: Verwaltungsgericht rügt Genehmigungsbehörden

Massive Kritik des Vorsitzenden Richters der 1. Kammer am Verwaltungsgericht Koblenz mussten sich die Vertreter der Kreisverwaltung Neuwied in der mündlichen Verhandlung über die Klage gegen die Baugenehmigungen für den Werbeturm auf dem Gelände der Abfalldeponie Linkenbach anhören. Er rügte die Prüfverfahren der Genehmigungsbehörde (damals die Verbandsgemeindeverwaltung Puderbach nunmehr die untere Bauaufsicht der Kreisverwaltung).

Symbolfoto

Oberraden. Die Auffassung der Ortsgemeinde Oberraden, dass die Baugenehmigungen rechtswidrig sind und der Bebauungsplan rechtsfehlerhaft ist, wurden bestätigt. Ob diese Feststellung auch zum Erfolg der Klage führt, ließ das Gericht offen. Knackpunkt in der Verhandlung war die Klagebefugnis der Ortsgemeinde, sprich, kann die Ortsgemeinde ausreichend geltend machen, selbst in ihren Rechten verletzt zu sein. Das Urteil hierzu ergeht schriftlich.

Freuen konnten sich die Oberradener auf der Sitzung des Gemeinderates am gleichen Abend jedoch nicht hierüber, steht die abschließende Entscheidung noch aus. Die Information, dass sowohl das Bebauungsplanverfahren als auch die Baugenehmigungen rechtswidrig sind, nahmen sie aber bestätigend zur Kenntnis. Dies verbunden mit der Hoffnung, dass der Kreis aufgrund der öffentlichen Rüge gegebenenfalls seine Entscheidung, die Baugenehmigungen nicht zurückzunehmen, noch einmal überdenkt. Denn auch das Gericht attestierte den Behörden einen Glaubwürdigkeitsverlust in der Öffentlichkeit. Dies griff auch der Gemeinderat noch einmal auf und bekräftigte sein Unverständnis, dass die Bauaufsichtsbehörde bei veränderten Bauausführungen beispielsweise einer Dachgaube bei privaten Bauherren ein öffentliches Interesse sieht und tätig wird, hier aber trotz offensichtlicher und gerichtlich bestätigter Rechtswidrigkeit nicht tätig wird (geworden ist).



Offenkundig wurde in der Verhandlung ein weiteres Detail: Die Verbandsgemeindeverwaltung Puderbach hat die Verfahrensakten offensichtlich nur unvollständig an die Kreisverwaltung übermittelt. So sind unter anderem die Unterlagen zum damals eingeleiteten Abweichungsantrag wegen der Fernwirkung der Werbeanlage nicht vorhanden. Eine Einschätzung oder Bewertung, ob diese bewusst oder unbewusst nicht zum Gegenstand der Akten gemacht wurden, nahm der von der Ortsgemeinde Oberraden beauftrage Rechtsanwalt nicht vor. Erstaunt hierüber zeigten sich jedoch alle Anwesenden.

Der Gemeinderat Oberraden indes bekräftigte nochmals seinen Appell an den Behördenleiter der Kreisverwaltung, im Sinne der Ortsgemeinde tätig zu werden.


Lokales: Rengsdorf & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Kurs in Asbach: Sicher navigieren mit der App komoot

Die Kreis-Volkshochschule Neuwied bietet einen praxisorientierten Kurs an, der die sichere Nutzung der ...

4.000 Euro Spende für neues Frauenhaus in Neuwied

Ein Benefiz-Kinoabend des Inner Wheel Club Neuwied-Andernach war ein voller Erfolg. Dank der Veranstaltung ...

Wortakrobatik im Big House: Poetry Slam in Neuwied

Am Freitag, dem 13. März, verwandelt sich das Jugendzentrum "Big House" in Neuwied in eine Bühne für ...

Keramikmarkt in Rheinbrohl: Ein Paradies für Liebhaber von Osterhasen und Gartendekoration

Am 21. und 22. März 2026 öffnet der Keramikmarkt der Maximilian-Kolbe-Schule in Rheinbrohl seine Türen. ...

Neuwied fördert Projekte zum Kinderrecht auf Gesundheit

In Neuwied steht die "Woche der Kinderrechte" 2026 ganz im Zeichen des Rechts auf Gesundheit. Die Stadt ...

Verkehrsunfall in Neuwied-Irlich: Zwei Schwerverletzte nach Vorfahrtsmissachtung

In Neuwied-Irlich ereignete sich am 3. März ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen verletzt ...

Weitere Artikel


Op dem Weihnachtsmaat in Bochholz do weed et keinem kalt

Das Moderatorenteam Herr Reiner und Frau Anja zeigten schon am Anfang der Veranstaltung, dass es mit ...

SG Grenzbachtal engagiert sich bei Spendenaktion

Auch der Verein SG Grenzbachtal/ Marienhausen hat es sich nicht nehmen lassen, für die Spendenaktion ...

Landeskrankenhausplan: „Wer planen will, der muss auch zahlen!“

CDU-MdB Erwin Rüddel kritisiert Landesregierung wegen des aktuellen Landeskrankenhausplans. Die dramatische ...

Neuer Jugendbeirat kam zur ersten Sitzung zusammen

Der Jugendbeirat der Stadt Neuwied für die Wahlperiode 2018 bis 2020 hat sich zu seiner konstituierenden ...

Endlich: Spatenstich für den Busbahnhof in Horhausen

Nach nunmehr rund 13 Jahren Planung konnten die Arbeiten für den neuen Zentralen Busbahnhof in der Nähe ...

Sportplatz ist Steckenpferd von Klaus Krämer und Georg Lehr

Die Herren Klaus Krämer und Georg Lehr übernehmen seit vielen Jahren ehrenamtlich die Pflege der Sportplatzanlage ...

Werbung