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Nachricht vom 16.08.2018    

Zoo Neuwied unterstützt Steinkauz-Population

Das Team des Zoo Neuwied war froh, als es in diesem Jahr erstmals Nachwuchs bei den Steinkäuzen gab. Diese kleine Eulenart ist in Mitteleuropa in den letzten drei Jahrzehnten recht selten geworden und wird auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft. Bereits seit 1994 jedoch gibt es in und um die Stadt Quedlinburg im Harzvorland eine engagierte Gruppe von Menschen, die sich aktiv für den Schutz der Käuze stark macht.

Das Bild zeigt Zootierpfleger Sergej Tews und freiwilligendienstleistende Sarah Huster kurz vor dem Transport der Steinkäuze nach Sachsen-Anhalt. Foto: Zoo Neuwied

Neuwied. Der Arbeitskreis zum Greifvogel- und Eulenschutz in Sachsen-Anhalt e.V. (AGESA) betreut seit vielen Jahren diverse Hektar Kulturlandschaft und wildert hier jährlich junge Steinkäuze aus, die deutschlandweit in zoologischen Einrichtungen für dieses Projekt gezüchtet werden. Erstmals hat sich auch der größte Zoo in Rheinland-Pfalz an diesem Projekt beteiligt. "Steinkäuze haben es gerade in Deutschland in den letzten Jahren nicht leicht gehabt", weiß Zoodirektor Mirko Thiel. "Diese Eulenart ist auf beweidete Streuobstwiesen und Baumhöhlen angewiesen - beides gibt es bei uns immer weniger. Hinzu kommt, dass Steinkäuze gerne auf dem Boden auf Nahrungssuche gehen und hier schnell zum Opfer von zum Beispiel Katzen werden."

Alle drei weiblichen Jungvögel des Zoo Neuwied wurden im Alter von 90 Tagen nun Anfang August in Quedlinburg an das Wiederansiedlungsprojekt übergeben. Hier erhalten sie einen speziellen Ring, der den Mitgliedern des AGESA ein spezifisches Monitoring der Individuen ermöglicht. "Bis Oktober werden die drei Vögel an lebendige Nahrung gewöhnt und im Harzvorland in die Freiheit entlassen. Dann hoffen wir, dass sie im ersten Winter genug Nahrung und im März einen passenden Partner finden", so Thiel weiter.




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Das Projekt der Naturschützer aus Sachsen-Anhalt verläuft so erfolgreich, dass 2018 bereits 20 Brutpaare gezählt wurden - die Tendenz ist also steigend, da Anfang der 1990er Jahre keine Spur der charakteristischen Eulen mehr im Quedlinburger Umland zu finden war. So kommt es, dass der AGESA bereits weitere Landflächen pachten möchte, um sie für Steinkäuze zu optimieren. "Dieses Projekt möchten wir auch in Zukunft gerne mit unseren in Rheinland-Pfalz gezüchteten Jungvögeln unterstützen. Es zeigt, dass wir uns als Zoo nicht nur für Tiere ferner Länder stark machen, sondern auch Artenschutzprojekte im Inland fördern können“, ist sich der Zoodirektor sicher.


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