Werbung

Nachricht vom 15.08.2018    

IHK-Realsteueratlas 2018: Kommunen fehlt es an wirksamer Haushaltsstrategie

Geht es nach den Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz, sollten die Kommunen sich ein attraktiveres Umfeld für die Ansiedlung von Unternehmen schaffen, um sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Das haben die rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) bei der Vorstellung des IHK-Realsteueratlas 2018 vorgeschlagen. Der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Arne Rössel, warnte: „Es scheint so, als fehle es den Kommunen an wirksamen Vorsorge-Konzepten. Zwar generieren sie Rekordeinnahmen in der jetzigen Phase der Hochkonjunktur. Kommt es aber zu einem konjunkturellen Abschwung, bleibt den Stadt- und Gemeinderäten kaum ein anderer Ausweg, als Steuern und Abgaben erneut zu erhöhen.“

Koblenz/Region. Die Kommunen in Rheinland-Pfalz sollten sich ein attraktiveres Umfeld für die Ansiedlung von Unternehmen schaffen, um sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Das haben die rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) bei der Vorstellung des IHK-Realsteueratlas 2018 vorgeschlagen. Aus Sicht der IHKs haben Städte und Gemeinden in den vergangenen Jahren zu einseitig auf die Erhöhung kommunaler Steuern und Abgaben gesetzt, anstatt durch Reduzierung der konsumtiven Ausgaben eine Haushaltsentlastung herbeizuführen, bzw. durch Investitionen in die Infrastruktur langfristig wirksame Einnahmestrukturen zu schaffen.

Konzepte fehlen
Der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Arne Rössel, blickt warnend in die Zukunft: „Es scheint so, als fehle es den Kommunen an wirksamen Vorsorge-Konzepten. Zwar generieren sie Rekordeinnahmen in der jetzigen Phase der Hochkonjunktur. Kommt es aber zu einem konjunkturellen Abschwung, bleibt den Stadt- und Gemeinderäten kaum ein anderer Ausweg, als Steuern und Abgaben erneut zu erhöhen.“ In der Folge sinke ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort.

Zwar stellen die IHKs fest, dass die rheinland-pfälzischen Kommunen nicht mehr so kräftig an der Steuerschraube drehen wie noch in den Vorjahren. Dies liege vor allem an der anhaltend guten und stabilen Konjunktur, aber auch den kräftigen Erhöhungen der Hebesätze in den vergangenen Jahren. Damit sind es vor allem die ortsansässigen Unternehmen, die über die Grundsteuer B und die Gewerbesteuer maßgeblich zu den Einnahmeverbesserungen von Städten und Gemeinden beitragen.

In Rheinland-Pfalz beträgt der durchschnittliche Hebesatz für die Gewerbesteuer 374 Prozent und für die Gewerbesteuer B 383 Prozent. Nahezu jede zehnte Kommune hat einen Hebesatz von mehr als 400 Prozent für die Gewerbesteuer und fast jede vierte Kommune für die Grundsteuer B. Im Landkreis Trier-Saarburg sind es 90 Prozent der Kommunen, die einen Grundsteuer B-Hebesatz von 400 Prozent veranlagen.

Der Schuldenberg bleibt
Trotz alledem ist die kommunale Verschuldungssituation im Land weiter prekär. Darauf haben jüngst unter anderem die Bertelsmann-Stiftung und der Landesrechnungshof hingewiesen. Die Kommunen sind trotz Kassenüberschüssen nicht in der Lage, den hohen Schuldenberg nachhaltig abzutragen. Stattdessen suchen sie nach neuen Einnahmequellen oder werden von der Kommunalaufsicht dazu gezwungen, die Einnahmeseite zu verbessern.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Vorarbeiter / Teamleiter Fahrzeugbeschriftung & Folientechnik (m/w/d)

BeschriftungsMeister.de
56593 Horhausen (Westerwald)

pädagogische Fachkraft (m/w/d) in Teilzeit oder Vollzeit

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Gruppenleitung (m/w/d) in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Aushilfe im Gruppendienst auf geringfügiger Basis (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

pädagogische Fachkraft als Nachtwache (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Arne Rössel regt langfristig ausgerichtete Strategien an. „Anstatt weiter an der Steuerschraube zu drehen, könnte auch die Ansiedlung neuer Unternehmen zu weiteren Einnahmen führen.“ Als Beispiel nannte er den Landkreis Ahrweiler: „Ein Vergleich mit den angrenzenden Landkreisen in Nordrhein-Westfalen - Euskirchen und Rhein-Sieg-Kreis - zeigt, dass der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis Ahrweiler für Grundsteuer B rund 220 Prozentpunkte und für die Gewerbesteuer rund 100 Prozentpunkte niedriger ist. Für Unternehmen kann dies ein maßgeblicher Grund für eine Ansiedlung sein, wie es das Beispiel des Süßwarenherstellers Haribo belegt.“

Erstmals seit Einführung des IHK-Realsteueratlas im Jahr 2008 haben die rheinland-pfälzischen IHKs in diesem Jahr die Frischwassergebühren in ausgewählten Kommunen erhoben und analysiert. Die Gebühren und Preise für Frisch- und Abwasser stellen für viele (produzierende, personalintensive oder flächenintensive) Unternehmen einen wichtigen Kosten- und Standortfaktor dar. Allerdings wird die Wasserversorgung in den Städten und Gemeinden von verschiedenen privat-rechtlich oder öffentlich-rechtlich organisierten Wasserversorgungsunternehmen sichergestellt. Die Vielzahl von Preis- und Gebührenmodellen ist im Einzelfall intransparent und erschwert direkte Vergleiche zwischen einzelnen Städten und Gemeinden.

Standortfaktoren variieren
Dennoch macht das folgende Rechenbeispiel deutlich, dass auch diese Gebühren relevante Kostenfaktoren und damit Standortfaktoren darstellen können: Die Nettopreise je Kubikmeter Frischwasser variieren in den ausgewählten Kommunen zwischen 1,30 Euro (Haßloch/Pfalz) und 2,90 Euro (Idar-Oberstein). Ebenfalls große Unterschiede ergeben sich in der Zählergebühr für einen haushaltsüblichen Wasserzähler. Sie schwanken zwischen 24 Euro (Haßloch/Pfalz) und 120 Euro (Idar-Oberstein) jährlicher Nettogebühr. Für ein Unternehmen, das beispielsweise 500 Kubikmeter Frischwasser im Jahr verbraucht, ergibt sich innerhalb der Gruppe der untersuchten Gebietskörperschaften eine Preisdifferenz zwischen der Kommune mit den niedrigsten Frischwassertarifen und der teuersten von 896 Euro. Diese Differenz ist höher als die Gebühr der günstigsten Kommunen. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Wirtschaft


Notruf auf Knopfdruck: Der Johanniter-Hausnotruf im Test

Der Johanniter-Hausnotruf bietet älteren Menschen und ihren Angehörigen die Möglichkeit, sich sicherer ...

Drei Zentren, eine Vision: Wie Dierdorf zur regionalen Einkaufsmetropole avanciert

Wer in diesen Tagen am bekannten Einzelhandelsstandort Märkerwald in Dierdorf vorbeifährt, sieht sofort: ...

Schrauben online kaufen: Wie lässt sich die Qualität der Schrauben schon vor dem Bestellen erkennen?

RATGEBER | Schrauben online zu kaufen eröffnet Zugriff auf eine große Auswahl unterschiedlicher Abmessungen, ...

Vereinsarbeit der Zukunft: Sparkasse Neuwied lädt zum Event ein

Am 18. September 2026 öffnet die neue Stadthalle Deichherz in Neuwied ihre Türen für ein besonderes Event. ...

Sturmflaute im Westerwald: Windpark-Projekt "Märkerwald Dierdorf" scheitert an Preisverfall

Die Dynamik des Energiemarktes fordert ihr erstes prominentes Opfer im Westerwald: Weil die Preise für ...

Gemeinsam stark: Wie der Kreis Neuwied mit "Heimat shoppen" die Innenstädte belebt

Kauf lokal im ganzen Kreis: Die IHK-Kampagne „Heimat shoppen“ startet in die zwölfte Runde. Von Neuwied ...

Weitere Artikel


Vernissage zum Thema „Heimat“ in der StadtGalerie

In der aktuellen politischen Diskussion taucht immer wieder das Wort „Heimat“ auf, inzwischen haben wir ...

B 8: Fahrbahnsanierung an der Kreuzung B8 / K58

Am 13. August 2018 wurde mit den Sanierungsarbeiten des Kreuzungsbereiches B8 / K58 an der Landesgrenze ...

20.000 Besucher im Wiedtalbad

Der Sommer ist weiterhin geradezu dafür geeignet – eine Abkühlung im Freibad im Wiedtalbad. Und wenn ...

Bürgerbus in der VG Asbach gibt seit Dienstag Gas

Eine Sternstunde des Ehrenamtes erlebte die Verbandsgemeinde Asbach im Kreis Neuwied am vergangenen Dienstag. ...

TuS Horhausen startet Nordic-Walking-Kurs

Beim TuS Horhausen startet am 21. August ein neuer Nordic-Walking-Kurs. In dem neuen Einsteiger-Kurs ...

Achte "Horser Wiesen" geht bald los

Die „Horser Wiesn“ in Blau-Weiß schreiben als eine der größten Gaudis im Westerwald Jahr für Jahr eine ...

Werbung