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Nachricht vom 13.08.2018    

SWN warnen Gewerbetreibende vor schnellen Verträgen

Im Gegensatz zu Privatpersonen haben Gewerbetreibende kein Widerrufsrecht bei Verträgen. Auf diesen Unterschied im Gesetz weisen die Stadtwerke Neuwied (SWN) eindringlich hin. Vorsicht ist gerade im Energiebereich angebracht: Den neuen Vertrag hat man auch ohne Unterschrift schneller abgeschlossen, als man denkt und ist dann an lange Laufzeiten gebunden.

Niemals die Nummer des Stromzählers voreilig bekanntgeben. Symbolfoto

Neuwied. Das Angebot hörte sich für den Einzelhändler nur allzu verlockend an: Einen dreistelligen Betrag monatlich sollte er an Energiekosten sparen. Doch bei den ersten Abschlägen rieb er sich die Augen: zehn Prozent höhere Kosten als bisher! „Leider war er an einen rücksichtslosen Verkäufer geraten“, erklärt Rainer Feldgiebel, der bei den SWN die Gewerbekunden betreut. Der Betroffene - bisher SWN-Kunde - suchte verzweifelt Hilfe bei Feldgiebel: „Er hatte darauf vertraut, dass die im Beratungsgespräch angegebenen Strompreise stimmen, denn dahinter stand ein renommierter nationaler Energieanbieter. Dabei war klar, dass diese Preise nicht stimmen konnten: Sie lagen deutlich unter dem Einkaufspreis an der Strombörse. Das kann nicht funktionieren.“

Rainer Feldgiebel erlebt das nicht zum ersten Mal und kann nicht helfen: „Privatkunden können im Rahmen des Widerrufsrechts von einem einmal geschlossenen Vertrag zurücktreten. Für Unternehmer aller Art und selbst für Existenzgründer in der Vorgründungsphase gilt das allerdings nicht.“ So steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch. Der Gewerbetreibende ist also an seinen neuen Lieferanten zunächst einmal gebunden.

Der Berater der SWN mahnt daher zur Vorsicht und rät zudem, niemals die Zählernummer herauszugeben, auch nicht am Telefon. Denn allein die reicht, um den Wechsel - auch gegen den Willen des Kunden - vorzunehmen. Und ohne Widerrufsrecht kann der Gewerbekunde den Wechsel nicht rückgängig machen.

Der Weg über den Rechtsanwalt ist oft mühselig, äußerst selten erfolgversprechend - und immer teuer. „Bei einem kleinen Betrieb, der plötzlich 200 Euro mehr für Strom oder Gas zahlen muss, kann das schnell die Existenz gefährden“, sagt Feldgiebel. „Vielen Anbietern ist der schnelle Profit wichtig. Als städtischer Energieversorger sehen wir das anders: Nur mit unseren heimischen Betrieben gibt es dauerhaft eine gemeinsame Zukunft.“ Sein Rat daher: „Man kann sich die Angebote notieren und mit uns sprechen. Anschließend kann man entscheiden – aber ohne Zwang.“


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