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Nachricht vom 04.07.2018    

„Soziale Jungs“ sind Stars an ihren Einsatzorten

Wer so gelobt wird, der kann nichts falsch gemacht haben: Sieben Jugendliche haben ihre „Soziale Jungs“-Zertifikate aus Händen von Bürgermeister Michel Mang entgegengenommen. Bei einer kleinen Feierstunde im Raiffeisenzimmer der Stadtverwaltung geizten die Vertreter der Kindertagesstätten und Schulen, an denen die jungen Männer von Januar bis Juni zweimal wöchentlich aktiv waren, nicht mit Lob.

Nach der Urkundenübergabe (vorne, von links): Justus Sartorius, Damian Heck, Hannan Rash und Tim Muscheid; (hinten, von links): Jannik Eich, Elias Bergen, Jonas Kern, Daniel Velichkovski und Bürgermeister Michael Mang. Fotos. privat

Neuwied. Sie seien in der alltäglichen Arbeit eine große Hilfe, agierten gewissenhaft, verlässlich und motiviert. Die Kita- und Schulkinder seien „beeindruckt von den Männern“, die in mancher Einrichtung gar als „Star“ betrachtet wurden – nicht zuletzt deshalb, weil sie einem Kick auf dem Bolzplatz nie abgeneigt waren.

Bürgermeister Mang ging in seiner Ansprache auf eben diese Tatsache ein: dem Fehlen männlicher Bezugspersonen in der frühkindlichen Bildung. Über das vom Land geförderte Projekt „Soziale Jungs“ wolle man auf lange Sicht daran etwas ändern. Sein Dank galt den Einrichtungen, die mit der Stadtverwaltung kooperieren, und den Eltern. „Ohne ihre Unterstützung wäre das Projekt zum Scheitern verurteilt“, sagte Mang. Er betonte zudem, dass die Urkundenverleihung für die Stadt „ein wichtiges Ereignis“ sei, mache sie doch deutlich, dass die junge Generation sich einbringe - und damit so manches Vorurteil widerlege. Die Urkunden – das Septett hatte bereits in Mainz die Landeszertifikate erhalten – drücken laut Mang den „Dank der Stadt für das große ehrenamtliche Engagement im sozialen Bereich“ aus, machen sich aber auch gut in Bewerbungsunterlagen. Zudem überreichte der Bürgermeister den „Jungs“ jeweils ein „Deichstadtheld“-
T-Shirt.

Jonas Kern, der fachliche „Jungs“-Betreuer vom städtischen Kinder- und Jugendbüro, erläuterte die Hintergründe, des vor vielen Jahren gestarteten Projekts, an dem sich anfangs viele Kommunen beteiligten. Das ist mittlerweile anders. 2018 waren nur noch an fünf Standorten im Land „Soziale Jungs“ aktiv. Mit sieben (und einem Abbrecher) hatte die Deichstadt die höchste Teilnehmerzahl.

„Für Neuwied war es der achte Projektdurchlauf in Folge. Das zeigt, dass wir auf einen festen Grundstock auf Einrichtungen zurückgreifen können“, merkte Kern erfreut an. Er weiß zudem: Die Kitas und Schulen freuen sich über die tatkräftige Hilfe der Jungs, leiten diese aber auch zunächst intensiv an. In diesem Jahr stellten die städtische Kitas Kinderburg, Kinderschiff, Oberbieber, Rodenbach und Rommersdorf sowie die Evangelische Kita Sonnenstraße, die Integrative Kita der Landesblindenschule und die Marienschule Plätze zur Verfügung.



Und was sagen die „Jungs“? Tim Muscheid, der an der Kita Rodenbach tätig war, und dort auch als Streitschlichter und Erste-Hilfe-Kursleiter agierte, bringt es auf den Punkt: „Ich habe viele neue Erfahrungen gemacht und Einblicke in Arbeit der Erzieher erhalten. Das hat mir gut gefallen.“ Gefallen hat Jungs wie Hannan Rash (Kinderburg), Jannik Eich (Rommersdorf) und Elias Bergen (Oberbieber) das Spiel mit den Kindern und die Offenheit, mit der die Mädchen und Jungen auf die jungen Männer zugegangen sind. Damian Heck (Integrative Kita der Landesblindenschule) zeigte Mut, als er sich mit gehandicapten Kindern auseinandersetzte; und für Daniel Velichkovski (Kinderschiff) war es gar eine Reise in die Vergangenheit. Als Kind war er Passagier auf dem „Kinderschiff“. „Es war faszinierend, alles mal aus einem anderen Blickwinkel zu erleben“, sagt er. „Eine coole Sache.“ Die Kinder seien ihm richtig ans Herz gewachsen, berichtet Justus Sartorius. „Auch wenn es manchmal etwas stressig war, so war es eine extrem schöne Zeit.“

Und da die Einrichtungen das Projekt durchweg als positiv einstufen, und die Sparda Bank weitere finanzielle Unterstützung zugesichert hat, werden auch 2019 wieder „Soziale Jungs“ im Einsatz sein. (PM)


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