Werbung

Nachricht vom 14.03.2018    

Jugendschöffenwahl – Interessenten können sich bewerben

Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit unter anderem die Jugendschöffen für die Amtszeit von 2019 bis 2023 gewählt. Gesucht werden im Landkreis Neuwied (ohne Stadt) insgesamt 15 Frauen und 15 Männer, die am Amtsgericht Neuwied als Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung in Jugendstrafsachen teilnehmen.

Foto: Wolfgang Tischler

Kreis Neuwied. Der Jugendhilfeausschuss schlägt doppelt so viele Kandidaten, wie an Schöffen benötigt werden, dem Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht vor, der in der zweiten Jahreshälfte 2018 aus diesen Vorschlägen die Jugendschöffen wählen wird. Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber, die im Landkreis Neuwied wohnen und am 1. Januar 2019 zwischen 25 und 69 Jahre alt sein werden. Wählbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen müssen.

Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete usw.) und Religionsdiener sollen nicht zu Jugendschöffen gewählt werden.

Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen, das heißt das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Die ehrenamtlichen Richter müssen Beweise würdigen, das heißt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen so ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden ableiten können. Die Lebenserfahrung, die ein Schöffe mitbringen muss, kann sich aus beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement rekrutieren.

Dabei steht nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde. Schöffen in Jugendstrafsachen sollten in der Jugenderziehung über besondere Erfahrung verfügen. Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und - wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes - gesundheitliche Eignung.

Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie müssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich über ihre Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden. Wer zum Richten über Menschen berufen ist, braucht ein großes Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff in das Leben anderer Menschen. Objektivität und Unvoreingenommenheit müssen auch in schwierigen Situationen bewahrt werden, etwa wenn der Angeklagte auf Grund seines Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat zutiefst unsympathisch ist oder die veröffentlichte Meinung bereits eine Vorverurteilung ausgesprochen hat.

Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil - gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch - haben die Schöffen daher mit zu verantworten. Wer die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage gegen die öffentliche Meinung nicht übernehmen kann, sollte das Schöffenamt nicht anstreben.

In der Beratung mit den Berufsrichtern müssen Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten können, ohne besserwisserisch zu sein, und sich von besseren Argumenten überzeugen lassen, ohne opportunistisch zu sein. Ihnen steht in der Hauptverhandlung das Fragerecht zu. Sie müssen sich entsprechend verständlich machen, auf den Angeklagten wie andere Prozessbeteiligte eingehen können und an der Beratung argumentativ teilnehmen. Ihnen wird daher Kommunikations- und Dialogfähigkeit abverlangt.

Interessenten für das Amt eines Jugendschöffen können ihre Bewerbung bis zum 13. April über die für ihren Wohnort zuständige Verbandsgemeindeverwaltung einreichen, oder unmittelbar an die Kreisverwaltung Neuwied – Abteilung Jugend und Familie – Wilhelm-Leuschner-Str. 9, 56564 Neuwied. Bei Rückfragen sollte man sich an Kathrin Rüth, Telefon 02631/803-437 oder Jürgen Ulrich, Telefon 02631/803-364 wenden. Bewerbungsformulare können von der Internetseite der Kreisverwaltung Neuwied www.kreis-neuwied.de oder www.schoeffenwahl.de heruntergeladen werden.


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!


Kommentare zu: Jugendschöffenwahl – Interessenten können sich bewerben

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

Beliebte Artikel beim NR-Kurier


Helfer sollen am Samstag (24. Juli) nicht ins Katastrophengebiet Ahrweiler anreisen

Völlig überlastet sind die Zufahrtsstraßen zum Ahrtal und die Straßen im Katastrophengebiet selbst. Grund sind die vielen Helfer, die sich am Samstag, den 24. Juli, aufgemacht haben. Der Krisenstab und die Polizei appellieren deshalb dringend, die Anreise zu verschieben. Hilfe werde noch über einen langen Zeitraum benötigt.


Region, Artikel vom 23.07.2021

Diebstahl von Fahrzeugen in Oberhonnefeld-Gierend

Diebstahl von Fahrzeugen in Oberhonnefeld-Gierend

Nach Fahrzeugdiebstählen im Zeitraum Mittwochabend bis Donnertagnachmittag im Löwenzahnweg in Oberhonnefeld-Gierend werden ein Quad und zwei E-Bikes sowie Werkzeug vermisst. Die Polizei sucht Zeugenhinweise, die zur Ergreifung des oder der Diebe führen können.


Große Hilfsbereitschaft für Flutopfer in der VG Puderbach

Starke Unwetter haben gerade ganze Orte und Existenzen, vor allem in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern zerstört. Durch die noch langanhaltenden Folgen dieser Flutkatastrophe werden die Notlagen vieler Menschen von Tag zu Tag größer. Wir sind schockiert und gleichzeitig auch dankbar für alle, die vor Ort helfen.


Birgit Musubahu und Marion Krießler in den Ruhestand entlassen

Sichtlich bewegt verabschiedete Schulleiter Ralf Waldgenbach am letzten Schultag vor den Ferien die Kolleginnen Marion Krießler und Birgit Musubahu in den wohlverdienten Ruhestand. In seiner Rede wurde deutlich, dass beide einen sehr unterschiedlichen Werdegang hatten, bevor sie in Puderbach als Lehrerinnen anfingen.


Feuerwerk im Bürgerpark Unkel am 17. Juli war nicht erlaubt

Am Samstag den 17. Juli kam es im Bürgerpark Unkel zu einem unschönen Zwischenfall. Da in den sozialen Medien teilweise mit falschen oder halbwahren Informationen Anschuldigungen gegen den Verein Gemeinsam für Vielfalt e.V. und einzelne Vorstandsmitglieder erhoben wurden, möchte er mit einer Schilderung der Vorgänge zur Klärung und Versachlichung beitragen.




Aktuelle Artikel aus der Region


Vandalismus am Premiumwanderweg "Iserbachschleife" - Zeugenaufruf

Thalhausen. In dem tatrelevanten Zeitraum zwischen Mittwoch, dem 14. Juli 21 und Sonntag, den 18. Juli 21 beschädigten unbekannte ...

Birgit Musubahu und Marion Krießler in den Ruhestand entlassen

Puderbach. Marion Krießler mit dem schwerpunktmäßigen Einsatz in Sport, dem Wahlpflichtfach Wirtschaft/Verwaltung mit Berufsorientierung ...

Sympathische Federknäuel: Küken im Zoo Neuwied

Neuwied. Dabei gibt es im Wald, noch oberhalb der großen Känguruwiese, viele tolle Arten zu entdecken, neben den Feuerwieseln, ...

Bauarbeiten an der Kamillus Klinik in Asbach liegen im Zeitplan

Asbach. Die DRK Klinikgesellschaft Südwest hatte am Freitag, 23. Juli zu einem Pressegespräch eingeladen. Der Vorsitzende ...

Helfer sollen am Samstag (24. Juli) nicht ins Katastrophengebiet Ahrweiler anreisen

Region Ahrweiler. Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung sei weiterhin überwältigend und ungebrochen, schreibt die Polizei ...

Waldbaden: Stressreduzierer und Stimmungsheber

Neuwied. Dieses Gesundheitsprogramm macht nun die Tourist Information der Stadt Neuwied Interessierten zugänglich – und zwar ...

Weitere Artikel


Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme bei der HwK

Rheinbrohl. „Wenn die Konkurrenz sehr groß ist, und das ist in den beliebten Ausbildungsberufen oft der Fall, haben die Schulabgänger ...

Bären haben noch keine Lust auf die Sommerpause

Neuwied. Hatten die Bären zwei Tage zuvor beim 3:5 in Herford den Ice Dragons noch eine packende und umkämpfte Begegnung ...

Energieeffizienz im Kreis Neuwied weiter ausbauen

Neuwied. „Umsatz und Gewinn sind zwei wichtige Maßstäbe für den Erfolg eines Unternehmens. Doch auch die Nachhaltigkeit des ...

FWG Puderbach informiert sich in der Raiffeisenregion

Puderbach. „Hidden Champion“ ist eine besondere Auszeichnung für Unternehmen, die in der Öffentlichkeit nicht so bekannt ...

Rengsdorfer Rockfestival - Vorverkauf gestartet

Rengsdorf. Das Rengsdorfer Rockfestival geht in die 38. Runde und gehört somit zu den ältesten Open-Air-Festivals in Deutschland. ...

Werkstätten traditioneller Handwerkskunst in Sayner Hütte

Bendorf. Wollten Sie immer schon einmal wissen, wie Papier hergestellt wird? Oder ob sich die Umarbeitung von Omas Pelzmantel ...

Werbung