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Nachricht vom 11.03.2018    

Höfken: Mit der „Aktion Grün“ das Insektensterben aufhalten

„60 Prozent aller Wild-Bienenarten und 65 Prozent der Schmetterlinge sind gefährdet – auch der Zitronenfalter und das Tagpfauenauge werden immer seltener. Gerade die Studie zum Insektensterben hat im vergangenen Jahr einen dramatischen Rückgang der Biomasse von Insekten belegt“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute bei der Veranstaltung „Aktion Grün: Insektensterben stoppen“ in Mainz.

Publikum der Veranstaltung "Insektensterben stoppen". Foto: © MUEEF

Region. „80 Prozent unserer Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen – sie garantieren dadurch unsere Lebensgrundlage. Die Nahrungsmittelproduktion von Obst und Gemüse könnte einbrechen oder einen erheblichen Preisanstieg erfahren, wenn nicht mehr ausreichend Insekten für die Bestäubung sorgen. In China werden Blühten bereits von Menschen per Hand bestäubt. Soweit dürfen wir es zum Schutz unserer Existenz und der Umwelt nicht kommen lassen“, erklärte Höfken. Denn Rheinland-Pfalz sei als Land mit einem hohen Anteil an Obst- und Weinbau besonders auf die Bestäubung angewiesen und somit von einem weiteren Insektenrückgang in hohem Maße betroffen, so die Ministerin.

„In Rheinland-Pfalz haben wir bereits mit der „Aktion Grün“ die Weichen zum Handeln gestellt. Gemeinsam mit Partnern aus Naturschutz und Landwirtschaft, Gesellschaft und Kommunen sowie Verbänden haben wir ein Aktionsbündnis für mehr Artenvielfalt und Biotopschutz geschlossen. Mit der ,Aktion Grün‘ wollen wir das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten und unsere Naturräume, also Wiesen, Wälder und Gewässer, schützen. Dabei nehmen wir vor allem Insekten in den Fokus: Denn alleine rund 70 Prozent aller Tierarten sind Insekten, Amphibien oder Reptilien“, erläuterte Höfken. Gleichzeitig dienen Insekten Vögeln oder Säugetieren auch als wertvolle Nahrungsgrundlage. Die „Aktion Grün“ besteht aus neun Programmteilen: vom Moorschutz über Artenschutzkonzepte, Biotopvernetzung und Grünlandschutz bis zum Erhalt von Kulturpflanzen sowie der Umsetzung von Umweltbildungsmaßnahmen.

Mit dem Programmteil „Rheinland-Pfalz blüht“ fördert das Umweltministerium das Anlegen von artenreich bepflanzten Blühstreifen. Auch die Bäuerinnen und Bauern im Land werden finanziell dabei unterstützt, landwirtschaftliche Flächen mit Blühstreifen zu umsäumen. Denn Blühstreifen bieten insbesondere Schmetterlingen oder Bienen einen wichtigen Lebensraum.

Mit dem Ökolandbau Bodenfruchtbarkeit erhalten und Bodenleben fördern
Auch der Ökolandbau leiste durch den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel wie Herbizide einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Insekten im Land, führte Höfken an. Durch vielfältige Fruchtfolgen werde beim Ökolandbau außerdem die Bodenfruchtbarkeit erhalten und das Bodenleben gefördert. Höfken unterstreicht: „Rund Zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche – etwa 70.000 Hektar – werden in Rheinland-Pfalz bereits ökologisch bewirtschaftet. Das ist fast eine Verdoppelung gegenüber 2010. Mit der Förderung des Ökolandbaus und dem Ziel des Ausbaus auf 20 Prozent der Fläche, leisten wir einen weiteren Beitrag zum Schutz der Insekten. Somit ist auch der Öko-Aktionsplan eng mit der ,Aktion Grün‘ verknüpft.“




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Auch mit dem Förderprogramm für Kommunen „Leuchten für den Klimaschutz“ setzt das Umweltministerium aktiv auf den Insektenschutz. Denn eine LED-Straßenbeleuchtung spart nicht nur Kosten und Energie sondern auch unnötiges Licht. „Der Vorteil: Durch die geringen Streuverluste ziehen LED-Leuchten bis zu 83 Prozent weniger Insekten an“, sagte die Umweltministerin. Experten schätzen, dass in Deutschland bei einer dreimonatigen Flugperiode durch weißes Straßenlicht etwa 91 Milliarden Insekten getötet werden.

Mit der Biodiversitätsstrategie hat sich Rheinland-Pfalz klare Ziele gesetzt und Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt formuliert. Diese werden nun mit dem Landesprogramm „Aktion Grün“ umgesetzt. Gemeinsam mit Partnern aus Naturschutz und Landwirtschaft, Gesellschaft und Kommunen sowie Verbänden wurde ein Aktionsbündnis für mehr Artenvielfalt und Biotopschutz geschlossen. Im Mittelpunkt stehen dabei Projekte und Aktivitäten in den Bereichen Artenschutz und Moorrenaturierung, der Biotopvernetzung und Grünlandextensivierung, der Schaffung von Nahrungs- und Bruthabitaten, dem Erhalt alter Sorten und Rassen, der Umweltbildung, dem Natur erleben und der Förderung des Ehrenamtes. Weitere Informationen zu den neun Programmteilen der „Aktion Grün“ sind online abrufbar unter: https://mueef.rlp.de/de/themen/naturschutz/aktion-gruen/


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