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Nachricht vom 04.10.2017    

Der moderne Klassensprecher ist längst nicht nur Vermittler

Welche Rechte haben Schüler und Lehrer? Wie vermittelt man bei einem Streit und wie sucht man bei Konflikten das vermittelnde Gespräch mit dem Lehrer? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Klassensprechertrainings, das von der Schülervertretung (SV) der IGS Neuwied sowie den SV-Lehrern Susanne Ambrosius und Christian Singer organisiert wurde.

Foto: privat

Neuwied. Es handelte sich um ein offenes Training, deshalb waren viele Jugendliche aus anderen Neuwieder Schulen anwesend, die sich erstaunt über die vielseitigen Anforderungen an den Klassensprecher 2017 zeigten.

Die Kompetenzen an den Klassensprecher reichen tatsächlich von der Fähigkeit zur Vermittlung bis hin zur Kenntnis der Schüler- und Lehrerrechte. Damit noch nicht genug: Auch die Fähigkeit zur Deutung von verbaler und non-verbaler Körpersprache sollte der Schülersprecher beherrschen. Dafür gab es einen eigenen Workshop von Schulsozialarbeiterin Rebecca Achilles, in dem die Schüler die verschiedenen Seiten einer Nachricht lernten. So steckt in der Aussage eines Mannes "Die Ampel ist grün" auch die Aufforderung an seine Mitfahrerin, endlich loszufahren und gleichzeitig offenbart er sein "Recht" zu dieser Mitteilung. Anhand eines Loriot-Sketches durften die Schüler dann selbst die gestörte Kommunikation eines Ehepaares beobachten.

Im Workshop von Lehrerin Simone Walkenbach lernen die Schüler, welche Fähigkeiten ein Klassensprecher haben muss, wofür sie Plakate erstellen sollten. Natürlich fehlt sehr schnell der Begriff der Neutralität und da zeigt die Lehrerin für Gesellschaftslehre und Mathe an einem Beispiel aus der beliebten Welt des Fußballs, wie schwer es ist, neutral zu bleiben.

"Gestern Abend beim Spiel zwischen Paris St. Germain und Bayern München wäre es mir schwer gefallen, neutral zu sein, da das Herz von uns allen doch für die deutsche Mannschaft schlägt", gab sie unumwunden zu.

Im Workshop von Iris Lejeune standen die Lehrer-und Schülerrechte auf der Tagesordnung. Dabei ist es im täglichen Schulalltag für beide Seiten gar nicht mehr so einfach zu erkennen, was beide Seiten eigentlich dürfen oder nicht. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass der Lehrer bei Störungen den "Übeltäter" herausfinden muss und keine Kollektivstrafen mehr verhängen darf.

Am Ende der dreieinhalb-stündigen Veranstaltung ermutigte SV-Lehrer Christian Singer die Schüler zum Feedback. Dabei gab es viele lobende Worte: "Es war schön, wie sehr sich die Schüler einbringen konnten und dass auch Schüler von Schülern gecoacht wurden. Wir alle haben aber auch gesehen, wie vielseitig der Klassensprecher 2017 sein muss. Das ist kein Vergleich mehr mit früher", so das Feedback der Anwesenden. Ein Schüler des Rhein-Wied-Gymnasiums zeigte sich über die Veranstaltung ebenfalls sehr erfreut: "Es war gut, dass die Veranstaltung offen war und man hat gesehen, wie viele von unserer Schule dem 'Aufruf' gefolgt sind."


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