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Nachricht vom 23.09.2017    

Zukunftsfähige Mobilität in der Verbandsgemeinde Asbach

Der Mobilität kommt gerade im ländlichen Raum eine immer stärker werdende zentrale Rolle zu. Vor diesem Hintergrund hatte die Kreisverwaltung Neuwied zu einer Info-Veranstaltung nach Buchholz eingeladen, bei der Experten über alternative Bedienungsformen wie Bürgerbus und Ruftaxi referierten.

Von links: Michael Christ, Daniel Junghans, Achim Hallerbach, Ralph Hintz und Dr. Holger Jansen. Foto: Kreisverwaltung

Buchholz. „Leider ist der öffentliche Personennahverkehr gerade im ländlichen Raum wegen des schleichenden Rückgangs bei den Schülerzahlen, verbunden mit zunehmenden Kosten für die Leistungserbringung immer weiter einer Reduzierung des Angebotes ausgesetzt“, so der 1. Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach. „Dem wollen wir entgegenwirken mit einem maßgeschneiderten und auf die individuellen Gegebenheiten abgestimmten Gesamtkonzept, das den vorhandenen Linienverkehr ergänzt. Dies können künftig Anrufsammelsysteme oder Bürgerbusse sein“, so Hallerbach weiter.

Nachdem Michael Christ, Bauabteilungsleiter bei der Verbandsgemeinde Asbach, zunächst die Situation im ÖPNV vor Ort skizziert hatte, kamen drei Experten zu Wort: Dr. Holger Jansen als Leiter des landesweiten Projekts „Bürgerbusse in Rheinland-Pfalz“, Ralph Hintz als Beauftragter für den Bürgerbus in der Verbandsgemeinde Langenlonsheim (Kreis Bad Kreuznach) und ebenfalls Berater im Projekt Bürgerbusse in Rheinland-Pfalz sowie Daniel Junghans als Bereichsleiter Verkehr und Wettbewerb beim Verkehrsverbund Rhein-Mosel.

Dr. Holger Jansen berichtete über das seit 2010 bestehende Projekt Bürgerbusse, die mittlerweile in über 50 Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz gestartet sind. Es handelt sich um ein ehrenamtlich organisiertes Nahverkehrsangebot, bei dem Bürger für Bürger fahren.

„Gemeinsam mit Ralph Hintz verstehen wir uns als Berater und Unterstützer der Initiatoren vor Ort. Dabei ist unsere Beratung für die Gemeinden kostenlos und wir begleiten sie beginnend von der Entscheidung in den politischen Gremien, bei den nachfolgenden Info-Veranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger, bei der Anschaffung des geeigneten Fahrzeuges bis hin zum tatsächlichen Start der ersten Fahrt“, so Dr. Jansen.



Ralph Hintz ergänzte aus der Praxis in der Verbandsgemeinde Langenlonsheim: “Mit dem Projekt schaffen wir insbesondere für ältere Menschen mobile Freiheit und eine Unabhängigkeit von Nachbarn und Kindern. Wir fahren die Fahrgäste beispielsweise zum Arzt, zum Einkaufen und zur Bank, und das von Haustür zur Haustür – und helfen auch beim hochtragen der Einkäufe. Das Projekt fördert soziale Kontakte und Kommunikation und nicht zuletzt tuen wir etwas Gutes.“

Daniel Junghans gab anschließend einen Überblick über die im Raum des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) unterschiedlichen Subsysteme zum Linienverkehr, wie beispielsweise Rufbusse, Taxibusse oder auch Anruf-Sammel-Taxis, die in der Regel von den Kommunen vor Ort betrieben und finanziert werden. „Für die Zukunft ist vorgesehen, in den vorhandenen Linienverkehr zwei vereinheitlichte Systeme einzuführen, zum einen die Anruf-Linien-Fahrt (ALF) und den Anrufnahverkehrsdienst (AND)“, erläuterte Junghans. „Während die Anruf-Linien-Fahrt nach Fahrplan fährt und durch die Landkreise beziehungsweise die Verkehrsunternehmen finanziert werden, soll der Anrufnahverkehrsdienst ohne festen Linienweg verkehren und von den Kommunen finanziert werden. Er ist mit den heute schon bestehenden Anruf-Sammel-Taxis zum Beispiel in Linz und Unkel vergleichbar“.


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