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Nachricht vom 29.08.2017    

Bahnlärmgegner machen mobil

Seit Jahren engagieren sich Bürgerinitiativen (BI) aus dem Mittelrhein- und Moseltal gegen den Bahnlärm. Die Organisationen arbeiten ehrenamtlich, friedlich und überparteilich. Am Montag, den 29. August informierten sie in einer Pressekonferenz bei der Stadtverwaltung in Neuwied über die neuesten Entwicklungen. Einiges haben sie anach ihren Worten schon erreicht, es bleibt aber noch viel zu tun.

Die BIs machen auf die geplante Demonstration aufmerksam. Foto: Wolfgang Tischler

Neuwied. „Die Bürgerinitiativen sind nicht gegen die Bahn“, stellte Rolf Papen von der Bürgerinitiative Weißenthurm fest. Es kann nur nicht sein, dass der Bahnlärm immer weiter zunimmt, Menschen krank macht, Vermögenswerte zerstört und dem Tourismus im Mosel- und Rheintal schadet. „Der Bahnbetrieb ist nach unserer Auffassung nicht umweltfreundlich, er ist nicht sicher, er wird nicht nach dem heutigen Stand der Technik betrieben und überwacht“, ist die Meinung der BI-Verantwortlichen.

Einer der Erfolge der BI ist das im Mai erlassene Gesetz zum Verbot lauter Güterwagen bis 2020. Hier wurde seitens der Politik propagiert, dass sich der Bahnlärm dadurch halbiert. Dem widersprechen die BIs vehement. Was bislang verschwiegen beziehungsweise nicht publiziert wurde ist, dass der aktuelle Masterplan der Bahn vorsieht, dass auf der Nord-Süd-Achse, ein Plus von 40 Prozent an Güterzügen vorgesehen ist. Diese Züge sollen alle durch das Rheintal fahren. Ferne wird die Zuglänge auf maximal 740 Meter aufgestockt, um dann stufenweise die Länge auf 1.000 Meter zu erhöhen. Weiterhin wird durch technische Verbesserungen die Umschlagsdauer verringert, sodass die Fracht wieder schneller auf der Schiene ist.

Durch die geschilderten Fakten wird sich der Lärm nicht reduzieren, sondern zunehmen, ist sich die BI ganz sicher. Rolf Papen stellte im Namen der BIs die ganz klare Forderung, dass „die vorhandenen technischen Möglichkeiten konsequent umgesetzt werden. Dazu muss nur Geld in die Hand genommen werden“. Die BI fordert: „Keine Zunahme des Güterzugverkehrs im Rheintal und sofort eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer.“

Als Erfolg sehen die BIs auch an, dass die Politik an ihrer Seite steht. Im Bundestag hat sich eine interfraktionelle „Parlamentsgruppe Bahnlärm“ von Abgeordneten unserer Region gebildet. Die sich für die Interessen der Bahnanlieger einsetzt. Nach Auskunft der BI sind alle Abgeordneten mittlerweile in eine der BIs in unserer Region eingetreten.

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen soll am 12. September um 19 Uhr vor dem Bahnhof Neuwied eine Demonstration stattfinden. Es ist bekanntlich nicht die erste, denn seit viereinhalb Jahren sind die Gruppen aktiv und treffen sich regelmäßig am Bahnhof Neuwied. Die Demonstranten wollen auf ihre Forderungen aufmerksam machen. Dazu gehört auch, dass Gefahrguttransporte auf den Schienen nicht mehr bis zu 120 Stundenkilometer schnell durch die Ortschaften fahren sollen. Ein Unfall kann da zu unvorstellbaren Folgen führen.

Der Güterverkehr der Zukunft benötigt ein ganz neues, unabhängiges Güterbahnnetz, bei dem das Rheintal-Tunnelsystem von St. Augustin bei Bonn bis Mainz-Bischofsheim eine wichtige Rolle für den Handel und der Industrie spielen wird. Die Kosten für ein solches Projekt werden nach heutigem Stand auf rund neun Milliarden Euro hochgerechnet.

Diese von anerkannten Fachleuten erdachte Lösung muss nicht länger Vision bleiben, sondern wäre eine sinnvolle verkehrsplanerische Investition in eine Zukunft, die den bereits heute erkennbaren Herausforderungen gerecht wird. (woti)



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Kommentare zu: Bahnlärmgegner machen mobil

1 Kommentar

Dennoch gilt: Güterverkehr von der Straße auf die Gleise!
Wenn "durch technische Verbesserungen die Umschlagsdauer verringert (wird), sodass die Fracht wieder schneller auf der Schiene ist", wieso wird dadurch die Lärmbelastung für die Anwohner an der Mosel- und Rheintal-Bahnstrecke dann erhöht?


#1 von Manfred Wolter, am 29.08.2017 um 17:37 Uhr

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