Werbung

Nachricht vom 28.07.2017    

SWN-Azubis suchten erfolgreich nach Energiesparpotenzialen

Die günstigste Energie ist die, die man gar nicht erst verbraucht. Auch bei den Stadtwerken Neuwied (SWN) werden kontinuierlich Sparpotentiale gesucht. Mit drei Auszubildenden als „Energiescouts“ wurde erneut ein Konzept zur Steigerung der Energieeffizienz erstellt. Dieses Mal ging es um die Bereitstellung und Nutzung von Druckluft in den Werkstätten der SWN.

Von links: Personalchef Dirk Reuschenbach ist äußerst zufrieden mit der Leistung von Nico Stertz (Elektroniker für Betriebstechnik), Lisa Frank (Geomatikerin) und Fabian Distelkamp (Anlagenmechaniker für Rohrsystemtechnik). Foto: Privat

Neuwied. Vertieftes Basiswissen zur Energieerzeugung und -nutzung vermitteln, den Verbrauch von Energie messen und eine Projektskizze zur Optimierung erstellen. Die „Energiescouts“ sollen nach Potentialen suchen, die sich rechnen, also eine möglichst kurze Amortisationszeit haben, wie Energiemanager David Meurer erläutert: „Dabei treten technische Fragen auf, die über das eigene Arbeitsgebiet hinausgehen, aber auch Fragen der Umsetzbarkeit. Daher werden im Team auch zunächst die Ideen unter dem Gedanken geprüft: Können wir das leisten?“

Ein komplexes, aber dennoch leistbares Thema fanden die angehende Geomatikerin Lisa Frank, der Anlagenmechaniker Fabian Distelkamp und Elektroniker Nico Sterz beim Thema Druckluft. Das Leitungsnetz durchzieht auf 900 Metern Länge den kompletten Werkstatt- und Hallenbereich der SWN. „Druckluft gehört zu den ineffizientesten Arten der Energiebereitstellung“, erklärt Meurer. „Es gibt Verluste am Kompressor, Leckagen im Netz oder Verluste bei den Geräten. Vor einigen Jahren war Druckluft erste Wahl bei klassischen Werkstattanwendungen wie Hebebühnen oder Druckluftschraubern. Doch auch in diesem Bereich haben Alternativen wie leistungsfähige Akkuschrauber längst Einzug gehalten.“

Lässt sich das Netz kürzen, wie kann man es optimieren? Da eine der Hallen nicht mehr für die Fahrzeugreparatur, sondern nur noch zum Unterstellen der Winterdienstfahrzeuge genutzt wird, war klar: Hier kann man das Netz entscheidend beschränken. „Statt auf 900 Meter Druckluftleitung sind wir in unserem Konzept auf 440 Meter gekommen“, sagt Fabian Distelkamp. Vorteil: „Man kann die Leitungsquerschnitte reduzieren und hat deutlich weniger Stellen, die für Leckagen anfällig sind.“ So kann auch der Kompressor künftig kleiner ausfallen, es muss weniger Luft entfeuchtet werden und so wird insgesamt deutlich weniger Strom verbraucht. „Damit sinken die Energiekosten von 4000 auf 800 Euro im Jahr“, sagt Lisa Frank. Eine Reduzierung um fast 80 Prozent.



Klar: Für die Netzoptimierung, die Reparaturen undichter Stellen und den neuen Kompressor sind Investitionen notwendig. Knapp 16.000 Euro, wie die Azubis ermittelten. Wirtschaftlich ist das aber auf jeden Fall, wie Nico Sterz verdeutlicht: „Durch die gesparten Energiekosten amortisiert sich der Betrag schon nach knapp fünf Jahren.“ Das Projekt sehen alle drei als sehr anspruchsvoll. „Die Berechnungen von Druckluft sind wirklich knifflig“, bescheinigt ihnen David Meurer. „Dazu gehören auch Stromlastgänge für den Kompressor und den Luftentfeuchter. Es sind allesamt komplexe Daten, die aufbereitet werden mussten. Das hieß, dass sie sich die Thematik komplett erarbeiten mussten“, sagt er anerkennend. Alle drei taten es freiwillig – und beschäftigten sich nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Freizeit mit dem Thema.

Geschäftsführer Stefan Herschbach hält viel von dem Engagement der Auszubildenden: „Fachübergreifende Teamarbeit wird durch die zunehmende Komplexität in der Energiewirtschaft immer wichtiger. Zudem müssen Privathaushalte und Betriebe gemeinsam die Sparpotentiale ausloten. Wir werden auch bei uns weiter schauen, wie wir den eigenen Verbrauch senken können. Effiziente Anlagen gehören ebenso dazu wie ein bewusster Umgang mit der Technik. Dafür werben wir auch bei unseren Mitarbeitern.“ Nicht zuletzt profitiere auch die Umwelt: Allein das aktuelle Energiescout-Projekt reduziert den klimaschädlichen CO2-Ausstoß um 9 Tonnen – pro Jahr.


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!


Kommentare zu: SWN-Azubis suchten erfolgreich nach Energiesparpotenzialen

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

Beliebte Artikel beim NR-Kurier


Corona: 40 Fälle über das Wochenende - Quarantänezeiten verkürzt

Die Kreisverwaltung Neuwied meldet am Montag, dem 20. September 40 neue Corona-Infektionen im Kreis über das Wochenende. Die Zahl der infizierten Menschen, die sich aktuell in Quarantäne befinden, beläuft sich auf 383. Die Quarantänezeiten wurden durch eine Landesverordnung verkürzt.


Motorradfahrer stürzt durch Fahrfehler und verletzt sich schwer

Die Polizei Straßenhaus berichtet aktuell von einem schweren Motorradunfall in Wiedbachtal. Daneben mussten sich die Beamten unter anderem noch mit Graffiti-Schmierereien in Raubach befassen.


WTG-Schülerinnen für Deutschen Engagementpreis nominiert

Es geht um das Rennen beim Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises 2021. Dieser wird für ehrenamtliches und gemeinnütziges Engagement in Deutschland vergeben. In diesem Jahr sind bundesweit 403 Gruppierungen oder Einzelpersonen für bürgerschaftliches Engagement nominiert.


Unfälle, Diebstahl und große Gruppe von Streithähnen

Die Wochenendmeldung der Polizeiinspektion Neuwied vom 17. bis 19. September berichtet von Diebstahl, einer großen Gruppe von Streithähnen und Unfällen.


Sport, Artikel vom 20.09.2021

Ellinger Jungs mit starken Auswärtsspielen

Ellinger Jungs mit starken Auswärtsspielen

Am Wochenende musste sowohl die erste, als auch die zweite Mannschaft auswärts antreten. Bereits am Freitagabend reiste die Zwote zum Derby nach Oberlahr.




Aktuelle Artikel aus der Region


Oldtimerfreunde stehen zusammen

Neuwied/Andernach. Josef Dünchel, Vorsitzender der Oldtimerfreunde Andernach, hatte mit seinen Clubkollegen zu diesem Benefiztreffen ...

SPD-Reparaturwerkstatt wieder offen

Engers. Wegen des riesigen Andrangs ist eine Anmeldung erforderlich unter engerspd@gmx.net oder Telefon 0151-50631226.
...

Mietbetrug, Diebstahl und Betäubungsmittel

Mietbetrug und Diebstahl
Unkel. Ein Mieter eines Gasthauses hat entgegen der vertraglichen Vereinbarung die letzten Mieten ...

Bobbycars für die Kita „Strünzer Pänz“ in Linz

Linz. Diese Fahrzeuge wurden bei dem Kinderfest der Werbegemeinschaft Linz im August genutzt, um die Rennstrecke von der ...

Feierstunde: Gedenktafel am Ort der Synagoge

Oberbieber. Seitdem war die einst bedeutende Synagoge im heutigen Neuwieder Stadtteil Oberbieber regelrecht „verschwunden“: ...

Motorradfahrer stürzt durch Fahrfehler und verletzt sich schwer

Schwerverletzter Motorradfahrer
Hausen. Am Sonntagmittag befuhr ein Motorradfahrer die Landesstraße 257 aus Richtung Hausen ...

Weitere Artikel


Open Air Jubiläumskonzert des Bendorfer Kulturvereins

Bendorf. Aufrecht, mit distanzierter Miene, begann Denis Wittberg das Programm des Konzerts witzig und humorvoll zu moderieren. ...

JGV Lorscheid engagiert sich für die Heimat

Linz. Auch die Regenschauer hielten die tatkräftigen Helfer nicht davon ab alle Kleidersäcke pünktlich bis 13 Uhr an der ...

Ika Freudenberg, eine in Raubach geborene Frauenrechtlerin

Raubach. Ika Freudenberg ist ein fester Bestandteil der deutschen Frauenbewegung. Doch hierzulande weiß kaum jemand, dass ...

„Pulse of Europe“-Demonstration vor dem City-Parkhaus Neuwied

Neuwied. Die beiden Neuwieder bringen die Bewegung am 19. August, um 11 Uhr in die Neuwieder Innenstadt (Höhe SWN-Cityparkhaus). ...

Neue Villa Musica-Reihe am Mittelrhein

Kreisgebiet. Weltklasse-Solisten aus Israel, Deutschland und Frankreich spielen Werke der Wiener Klassik und Romantik von ...

Nicole Jo bot Jazzrock auf Altem Markt in Hachenburg

Hachenburg. Nicole mit ihrer Band spielten am Donnerstagabend, den 27. Juli weitesgehend Titel von ihrem aktuellem Album ...

Werbung