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Nachricht vom 22.05.2017 - 21:18 Uhr    

Finissage und geistlicher Zwischenruf in Neuwied

Ein Zwischenruf kann stören, irritieren, warnen oder auch neue Impulse ins Gespräch bringen. Ein geistlicher Zwischenruf von Weihbischof Jörg Michael Peters hat nun die Ausstellung „Kirche-Arbeit-Geld“ in der Neuwieder Sparkasse beendet, die im Rahmen der Visitationsreise des Weihbischofs im Dekanat Rhein-Wied initiiert wurde. Er wies dabei auch auf die Kluft zwischen Arbeitnehmern und Arbeitslosen hin.

Foto: Privat

Neuwied. „Wir sind in diesen Räumen, weil es heute um Geld geht und den guten sowie redlichen Umgang mit dem uns, auch durch Steuern, anvertrauten Mitteln. Auch wir als Kirche brauchen Geld.“, erklärte Dechant Thomas Darscheid und bezog sich auf das anschließende Gespräch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeindeverbandsräte. „Jesus spricht von der Verantwortung der Menschen für die ihm anvertrauten Güter.“

In der Verantwortung von Christinnen und Christen liege es, den Blick für Menschen zu schärfen, die am Rande der Gesellschaft ständen, betonte Weihbischof Peters in seinem Zwischenruf. „Da sind die Arbeitsbesitzenden auf der einen und die Arbeitslosen auf der anderen Seite. Doch wir müssen erkennen, dass wir eigentlich zusammengehören.“ Die Teilhabe an Arbeit bedeute auch die Partizipation am gesellschaftlichen Leben. „Durch die Ausstellung konnte ein Bewusstsein für Arbeitssuchende geschaffen werden.“

Die Aktion Arbeit engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Mit der Ausstellung machte die Aktion auf das Schicksal von Betroffenen und deren Familien aufmerksam. Sie zeigte die persönlichen Erfahrungen der Menschen in arbeitsmarktpolitischen Projekten und in öffentlich geförderten Arbeitsstellen.

Die unabhängige und durch Spenden finanzierte Aktion Arbeit hat ein Konzept zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit erarbeitet, welches auch in der Ausstellung erklärt und bereits den Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz) und Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland) sowie weiteren Politikerinnen und Politikern vorgestellt wurde. Es zielt auf einen integrierten Arbeitsmarkt, weg von Maßnahmenteilnehmern zu regulären Arbeitnehmern, die gesellschaftlich integriert sind und Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Daneben ist eine jährliche Kostenersparnis von viereinhalb Milliarden Euro für Bund, Kommunen und Sozialversicherungsträgern mit diesem Modell möglich.

Im Dekanat Rhein-Wied leben rund 63.859 Katholiken. Das Dekanat wird geleitet von einem Leitungsteam bestehend aus Dechant Thomas Darscheid, der Dekanatsreferentin Margit Ebbecke und dem stellvertretenden Dechant Christian Scheinost. Dieses Leitungsmodell ist einzigartig im Bistum Trier. Erste Ansprechpartnerin ist Sekretärin Maria Dirrigl im Dekanatsbüro in der Schloßstraße 4 in Neuwied, erreichbar unter 02631-34277-0, E-Mail: dekanat.rhein-wied@bistum-trier.de.



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