Werbung

Nachricht vom 02.05.2017    

Gemeinsame Fortbildung von HTZ und Landkreis

Wir Menschen sind kommunikative Wesen. „Es gibt keine sprechfaulen Kinder“, sagt Dr. Patricia Sandrieser. Wenn es mit der sprachlichen Verständigung nicht klappen will, ist genaues Hinschauen angesagt. Es könnte das Sprachverstehen sein, das sich nicht normgerecht entwickelt. Woran dies zu erkennen ist, erläuterte die Diplom-Lehr- und Forschungslogopädin nun in einem lebendigen Vortrag im Heilpädagogisch-Therapeutischen Zentrum (HTZ) in Neuwied.

1. Kreisbeigeordneter Achim Hallenbach, Referentin Dr. Patricia Sandrieser, Ärztliche Direktorin Ingrid Degen und Psychiatriekoordinator Dr. Ulrich Kettler präsentieren die neusten Veröffentlichungen der Referentin (von links). Foto: Kreisverwaltung

Kreis Neuwied. Das Interesse war groß, der Saal voll. Zur Fortbildungsveranstaltung, zu der das HTZ gemeinsam mit der Psychiatriekoordination der Neuwieder Kreisverwaltung eingeladen hatte, erschienen über 80 Gäste aus dem Gesundheitswesen – aus Praxen aller Art, Gesundheitsämtern, Jugendämtern, dem HTZ und den Kooperationspartnern der Einrichtung. Für „Störungen im Spracherwerb – Wie beurteile ich das Sprechverstehen junger Kinder?“, so der genaue Titel, füllte sich sogar die Warteliste.

„Mein Fünfjähriger mag das nicht, wenn ich ihm etwas vorlese“: Aussagen wie diese lassen Dr. Patricia Sandrieser aufhorchen. Denn manches Mal steckt hinter dem vermeintlichen Unwillen des Kindes das Unvermögen, die gesprochene Sprache zu verstehen. Um beurteilen zu können, wann welche Meilensteine erreicht sein sollten, skizzierte die Leiterin der Logopädischen Praxis am Marienhof Koblenz die Entwicklung des Sprachverstehens. So bildet sich etwa vom fünften bis siebten Lebensjahr das Verständnis für Passivsätze heraus. Das heißt: Hören jüngere Kinder vor dem Erreichen dieser Stufe Sätze wie „Der Vater wird von der Mutter geküsst“, ist für sie das erstgenannte Nomen das Subjekt, also würde im Beispiel der Vater als der derjenige verstanden, der küsst.

„Erkenntnisse dieser Art ermöglichen das Testen, auf welchem Stand sich das Sprachverstehen des Kindes befindet“, so Sandrieser. Ihr Rat für alle Anwesenden: Nach ihrer Erfahrung ist es oft hilfreich, zunächst standardisierte Tests zurate zu ziehen, bevor in einem nächsten Schritt eine zum Beispiel spielerisch gestaltete Untersuchungssituation nach Zollinger hergestellt werden kann.

„Den Kindern schon so früh wie möglich Hilfe angedeihen lassen, das ist auch unser Thema“, erläuterte Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter, zuständig für das Gesundheitsamt, die gemeindenahe Psychiatrie und auch das Kreisjugendamt. Er berichtete aus dem Arbeitskreis Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie den Neuwieder Gesundheitskonferenzen, in denen die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung im Landkreis im Mittepunkt steht.



Das Thema berührt auch die Arbeit des Kreisjugendamtes an mehreren Stellen: so wurden im Jahr 2016 in 66 Fällen Frühfördermaßnahmen bewilligt, die bei der Überwindung zahlreicher Entwicklungsrückstände helfen sollen. Die sozialpädagogischen Fachkräfte des Kreisjugendamtes haben überdies im Jahre 2016 insgesamt 499 Familien selbst betreut und beraten, in 270 Fällen wurden zudem Sozialpädagogische Familienhilfen eingeleitet, die insgesamt über 418 Kinder betreut haben.

Dr. Ingrid Degen, ärztliche Leiterin des HTZ, freute sich über den „sehr hilfreichen, mit vielen Beispielen versehenen Beitrag“. Am Ende gab es für die Referentin viel wohl verdienten Applaus.


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Nicole nörgelt ... über GenZ regelt (oder auch nicht)

Die GenZ, wie sie sich selbst bezeichnet, wollte regeln. Also de facto auf die Straße gehen – gegen hohe ...

Kulturpreis Westerwald: Kapellenverein Ruppach-Goldhausen als Sieger in Altenkirchen geehrt

Große Freude im Altenkirchener Kultursalon: Der Kapellenverein Ruppach-Goldhausen hat in der Pause des ...

Von Freilingen zur Burgruine Hartenfels: Wanderung endet im Dunkeln

ANZEIGE | Eine Wanderung durch den Westerwald beginnt bei Tageslicht und endet in der Dunkelheit. Typisch ...

Pink-Floyd-Tribute "One Of These" begeistert mit "Animals" in Wissen

Eine Reise in die sphärischen und tiefgründigen Klangwelten von Pink Floyd: Am Freitagabend (6. November) ...

Justiz und Presse im Gespräch für mehr klare Sprache in der Öffentlichkeit

Das Oberlandesgericht Koblenz hatte am Montag (2. November) zu einer Tagung über Kritik, Vertrauen und ...

Illegales Fahrzeugrennen auf der B9 bei Andernach gestoppt

Am Freitag (6. November) kam es auf der B9 bei Andernach zu einem illegalen Fahrzeugrennen mit hochmotorisierten ...

Weitere Artikel


Seniorenzentren St. Suitbertus und St. Elisabeth zertifiziert

In einer offiziellen Übergabe erhielten die Senioreneinrichtungen St. Suitbertus in Rheinbrohl und St. ...

Stadtverwaltung hat Horst Kern verabschiedet

Nach rund 28-jähriger Tätigkeit in der städtischen Verwaltung wurde nun Horst Kern verabschiedet. Er ...

SPD-Landesliste zur Bundestagswahl – Diedenhofen auf Platz 13

Am vergangenen Samstag hat die rheinland-pfälzische SPD nun die Landesliste zur Bundestagswahl beschlossen. ...

Sido und 257ers headlinen das Spack Festival 2017

Das Spack-Festival wird 14. Unzählige Musikbegeisterte und Feierwütige, sowie die unglaubliche Kulisse ...

Mittelrhein-Museum sucht “Koblenzer Kellerschätze“

Fast jeder kennt die beliebten Sendungen „Bares für Rares“ oder „Kunst und Krempel“ aus dem Fernsehprogramm. ...

Die Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz informiert

Die Steuererklärung 2016 steht an und für die die meisten Steuerpflichtigen ist der 31. Mai der Stichtag ...

Werbung