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Nachricht vom 10.03.2017    

Gelbbauchunken erobern Mülldeponie Fernthal

Wer an der stillgelegten Mülldeponie Fernthal vorbeifährt sieht nur noch Wald. Von dem vielem Müll, der dort beerdigt ist, keine Spur mehr. Wenn man genauer hinschaut, dann entdeckt man einen besonderen Lebensraum, den sich die Spezialisten aus der Tierwelt zu erobern beginnen – die Gelbbauchunken.

Die Gelbbauchunke. Foto: Kreisverwaltung

Neustadt-Fernthal. Im letzten Sommer schickte Michael Kötting aus Neustadt ein Foto an Hans-Peter Job von der Unteren Naturschutzbehörde und fragte an, was das denn für ein Lurch sei, den er auf der rekultivierten Mülldeponie fotografiert hätte. Job war sich direkt sicher: „Es ist eine Gelbbauchunke.“ Gemeinsam hat man sich die Fläche angesehen und festgestellt, dass es eine kleine Population dieser nach der Europäischen Richtlinie „Fauna, Flora, Habitat“ (FFH) streng geschützten Amphibienart gibt.

Schnell war der Entschluss gefasst, die Habitatbedingungen in Fernthal zu optimieren. Der kleine Teilbereich der Deponiefläche wurde von größeren und kleineren Gehölzen befreit, damit mehr Sonne die Kleinstgewässer schneller erwärmen kann. Aktuell wird ein Tümpel angelegt, um weiteren Lebensraum für die Unken zu schaffen. Hierzu gab Umweltdezernent Achim Hallerbach grünes Licht. Hallerbach unterstützt seit Jahren die Bemühungen der Naturschutzbehörde zum Schutz dieser sehr seltenen und vom Aussterben bedrohten Amphibienart.

„Wir haben in den letzten Jahren vielfältige Anstrengungen unternommen, um das Aussterben dieser Art im Landkreis Neuwied zu verhindern. Das ist uns mit gutem Erfolg gelungen. Das bestätigt nicht nur der Biotopbetreuer des Landes Rheinland-Pfalz für den Landkreis Neuwied, Günter Hahn, sondern auch die Verantwortlichen des Bundesprogramms für die Stärkung dieser Art“, erklärt Hallerbach.



Die derzeitige Maßnahme in Fernthal wird als Trittstein gesehen. „Wichtig ist die Vernetzung der einzelnen Populationen, die in Bad Hönningen ihren Beginn hat, dann über Dattenberg, Ockenfels, Kasbach-Ohlenberg, den Asberg, über Asbach und nunmehr auch wieder Fernthal einschließt. Isolierte Populationen haben langfristig keinen Bestand. Daher sind die Bemühungen der Naturschutzbehörde um die Erhaltung der Art und Artenvielfalt von besonderer Bedeutung. Der Landkreis kommt somit auch seiner Verpflichtung einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten nach. Außerdem, wer hat schon eine FFH-Tierart auf einer Mülldeponie zu Gast“, sagt der 1. Kreisbeigeordnete Hallerbach abschließend. (woti)


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