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Nachricht vom 13.01.2017    

Postfiliale in Heimbach-Weis muss erhalten bleiben

Die Betreiberin der Postfiliale in Heimbach-Weis, Christine Kesselheim, hat frühzeitig angekündigt, dass sie ihre Arbeit zum 30. Januar einstellen wird. Kesselheim hat ihren Vertrag mit der Deutschen Post AG gekündigt und sich auch persönlich mit großem Engagement um einen Nachfolger für den Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis bemüht.

Foto: Privat

Heimbach-Weis. Nachdem die Betriebsaufgabe von Christine Kesselheim bekannt geworden war, hat sich Ortsvorsteher Michael Kahn (CDU) mit einem Schreiben an Oberbürgermeister Nikolaus Roth (SPD) gewendet, der auf Anfrage Ende Oktober 2016 in einem Schreiben der Deutschen Post AG keine verlässliche Zukunftsperspektive von der Post erhalten hat. „Die Beantwortung einer erneuten Anfrage zum aktuellen Sachstand steht leider noch aus“, bemängelt der stellvertretende Ortsvorsteher sowie Stadtratsmitglied Uwe Siebenmorgen (SPD) auch die Informationspolitik der Stadtverwaltung und verweist auf den anstehenden Zeitdruck. „Sollte die Deutsche Post AG lediglich ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen wollen und vier Tage in der Woche für zwei Stunden am Tag eine Öffnung beabsichtigen, ist die Strategie des Unternehmens nicht mehr kundenorientiert“, betont Ortsvorsteher Michael Kahn.

Nach Angaben der scheidenden Betreiberin werden in Heimbach-Weis täglich alleine rund 60-80 Pakete abgeholt und circa 250 verlassen die Postfiliale. „Dass der einwohnerstärkste Stadtteil ohne Post auskommen soll, werden wir nicht akzeptieren“, unterstreicht auch Kreis- und Stadtratsmitglied Markus Blank (CDU) bei einem Treffen des Ortsbeirates mit Mitgliedern des Vorstandes der Werbegemeinschaft Heimbach-Weis. „Politik und Wirtschaft ziehen in Heimbach-Weis an einem Strang und auch der Stadtteil Gladbach sowie die direkte Umgebung sind von der Postschließung direkt betroffen“, erklärt Stadtrats- und Ortsbeiratsmitglied Pascal Badziong (CDU).

„Sollte die gesetzliche Stundenbesetzung in Kraft treten, werden keine versicherten Sendungen mehr aufgegeben werden können und die Schließfächer stehen 186 Schließfachkunden nicht mehr zur Verfügung“, so Christine Kesselheim. Ortsbeiratsmitglied Andrea Ley (CDU) sieht dadurch ein erhebliches Problem auf die Gewerbetreibenden sowie Vereine zukommen, die ihre Infrastruktur auf die Nutzung der Schließfächer aufgebaut haben. „Die Postfilialen in Engers und Niederbieber werden die Postdienste aufgrund von Platzkapazitäten für Heimbach-Weis nicht abdecken können“, berichtet Christine Kesselheim, die auch im engen Austausch mit ihren Kollegen steht. Uwe Siebenmorgen verweist zudem auf die soziale Verantwortung der Deutschen Post AG: „Dass jedes Paket in Zukunft in Neuwied abgeholt werden muss, ist nicht für jeden Bürger zu leisten.“



Eine Schließung der Postfiliale würde auch die Postbankkunden treffen, denn der Geldautomat bliebe in diesem Falle sicher nicht bestehen. „Das städtische Gebäude ist auf dem neusten Stand und erfüllt alle Anforderungen sowie Sicherheitsstandards“, sagt Christine Kesselheim. Auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger wurden auch mögliche neue Standorte in bestehenden Geschäften von Heimbach-Weis geprüft, doch Vertragsangelegenheiten oder Raumkapazitäten brachten nicht den gewünschten Erfolg.

„Wenn sich 20 Bewerber bei der Deutschen Post AG als nicht geeignet erweisen oder die Vorgaben der Post mögliche Bewerber abschrecken, ist das kein konstruktiver Weg“, bemerkt Michael Kahn und postuliert deutlich: „Wir müssen uns gegen die Konzernstrategie der Deutschen Post AG wehren.“


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