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Nachricht vom 04.01.2017    

Wie man Gefahren im Netz begegnet

Freund oder Feind, nützlicher Helfer oder Einfallstor für Nepper, Schlepper und Bauernfänger? So selbstverständlich die tägliche Internetnutzung auch ist, so groß sind die Gefahren. Die Westerwald Bank hat in einem Workshop rund um Online-Banking, Viren und Trojaner, Datenschutz und IT-Sicherheit sowie Online-Shopping Antworten auf aktuelle Fragen gegeben.

In den Workshops rund um Online-Banking und -Shopping, Datensicherheit, Viren und Trojaner war für die Teilnehmer auch Mitmachen angesagt. (Foto: Westerwald Bank)

Hachenburg. 100 Besucher, vier Workshops, eine Leitfrage: „Das Internet - Freund oder Feind?“ Das sind die Eckdaten einer Abendveranstaltung bei der Westerwald Bank in Hachenburg. „Ein Experiment“, wie Bankvorstand Dr. Ralf Kölbach betonte - und zwar ein gelungenes.

Dass das Internet in vielen Facetten - Sicherheit, Online-Shopping, Online-Banking - für viele noch immer Neuland ist, in dem man sich unsicher bewegt, war der Ausgangspunkt für die Planungen. „Von den Mitgliedern der Westerwald Bank kam immer wieder die Anregung, entsprechende Informationsangebote zu machen. Dem sind wir nachgekommen“, so Kölbach. In vier Workshops hatten die insgesamt 100 Besucher die Möglichkeit, sich gemäß dem persönlichen Informationsbedarf neues Wissen anzueignen: Online-Banking, Viren und Trojaner, Datenschutz und IT-Sicherheit, Online-Shopping.

Goldene Regeln beim Online-Banking

Im Workshop Online-Banking mit Julia Groß und Philipp Rahn vom Multikanalmanagement der
Westerwald Bank ging es unter anderem um die Begriffsdefinitionen beim Banking: VR-NetKey, Alias und PIN oder Einsatzmöglichkeiten von verschiedenen TAN-Verfahren gehörten dazu. Zudem wurden eine Reihe „goldener Regeln“ für das Online-Banking formuliert: die ausschließliche Nutzung der Bankdaten auf der Plattform des Anbieters gehörte dazu, der regelmäßige Passwort-Wechsel, eine verschlüsselte W-Lan-Verbindung, die Nutzung von Virenscanner und Firewall, das Festsetzen eines Höchstbetrages für Online-Verfügungen. Wer die VR-Banking-App nutze, so Groß und Rahn, solle stets die aktuellste Version aus autorisierten Quellen nutzen. Schließlich: „Beobachten Sie regelmäßig die Kontobewegungen. Sperren Sie bei verdächtigen Abläufen sofort Ihren Zugang und informieren Sie den Kundenservice.“ Hierzu gibt es mit der Notruf-Nummer 116 116 eine einfache telefonische Möglichkeit.

Sicherheit war zweifellos der am häufigsten besprochene Aspekt der Workshops. Nikolai Boiar, Bereichsleiter Organisation bei der Westerwald Bank, erläuterte einerseits, wie die Westerwald Bank Kundendaten schützt und gab andererseits Tipps, wie die Teilnehmer ihrerseits eigene Daten schützen können. Manche Maßnahmen sind einfach wie wirkungsvoll: Man gibt nur zwingend notwendige Daten an Dritte weiter, hält Betriebssystem, Software und Schutzprogramme aktuell, nutzt komplexe Passwörter und verändert diese regelmäßig und arbeitet nur im Bedarfsfall mit Administrationsrechten. Um Daten stets wieder herstellen zu können lauteten die Empfehlungen unter anderem, gängige Dateiformate zu nutzten, regelmäßige Sicherheitskopien (Backups) anzufertigen und diese – je nach Sicherheitsanspruch – getrennt vom System aufzubewahren.

PC-Schädlinge vermehren sich täglich

Und wie sieht der Schutz vor Viren und Trojanern aus? Rainer Schneider und Matthias Rödder, Kundenberater im Electronic Banking, waren gefragte Ratgeber. Sie stellten die Funktionsweise von Viren, Würmern und Co. vor, zeigten aber auch, wie man ihnen beikommen kann. Sie ließen Zahlen sprechen: Aktuell gebe es 560 Millionen Computerschadprogramme, so Schneider und Rödder. „Und täglich kommen 380.000 neue in Umlauf.“ Allein für das Jahr 2015 registrierte das Bundeskriminalamt fast 46.000 Straftaten im Bereich Cybercrime - von falschen Callcenter-Agenten am Telefon bis zu Erpressung durch Datenverschlüsselung mit so genannter Ransomsoftware. Will man die Gefahren bannen, Opfer von Cyber-Kriminellen zu werden, gelten erneut gängige Regeln wie sichere Passwörter, aktuelle Virenschutzprogramme, Nutzung sicherer Quellen für Apps oder die Deaktivierung von Drahtlos-Schnittstellen, wenn sie nicht gebraucht werden. Das alles gelte auch für mobile Endgeräte, denen man bisweilen weniger Aufmerksamkeit in Sachen Sicherheit widme.

Zertifizierte Online-Shops bieten Sicherheit

Da immer mehr Menschen zudem online einkaufen - jeder neunte Euro wurde 2015 bereits onli-ne ausgegeben -, und auch das vielfach über das Smartphone, widmete sich der vierte Workshop insbesondere den unterschiedlichen Bezahlsystemen im E-Commerce, ihren Vor- und Nachteilen. Referenten waren hier Sercan Tasdelen (Produktmanagement) und Daniel Confuorti (Berater für elektronische Bankdienstleistungen). Und mit dem Angebot des Handels wachsen auch die Bezahldienste wie Paypal, Giropay, Sofortüberweisung, die klassische Kreditkarte oder der Standard der VR-Banken, Paydirekt – mit dem Giro-Konto des Nutzers verknüpft kommt es ohne Drittanbieter für die Zahlung aus, sensible Daten bleiben bei der Bank und die Transaktion geht zügig von-statten. Weil Sicherheitsbedenken neben dem Fehlen der gewünschten Zahlart und einer unübersichtlichen Webseite zu den am häufigsten genannten Gründen für den Abbruch eines Online-Einkaufs gehören, wiesen Tasdelen und Confuorti auf anerkannte Zertifizierungen vieler Shops hin, die Sicherheit garantieren.

Zugegeben, es war nicht ganz einfach, die unterschiedlichen Kenntnisstände der Teilnehmer zu bedienen, für die einen gab es viel Neues, andere kamen mit Vorwissen. „Wir hoffen, dass wir unter dem Strich für alle etwas bieten konnten“, so Bankvorstand Kölbach. Eine Neuauflage mit ähnlicher Ausrichtung ist nach den Erfahrungen des Workshop-Abends vorgesehen.



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