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Nachricht vom 21.12.2016 - 18:55 Uhr    

Terroranschlag: Nicht unterkriegen lassen

Der Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin bewegt die Menschen und sorgt für Emotionen jeder Art. Je mehr Details berichtet werden, desto größer werden Trauer, Zorn, Angst aber auch der Trotz. Auf dem Weihnachtsmarkt in Neuwied, dem Einzigen in der Region der Kuriere der noch bis Freitag läuft, gab es am Dienstagabend eine Schweigeminute. Die Stände und Buden sind mit einer weißen Kerze und Trauerflor geschmückt. Mitgefühl und Trauer sind wichtig aber auch die Besonnenheit die da sagt: Wir lassen uns unser Leben nicht zerstören.

Weiße Kerzen mit Trauerflor und Symbolen des Mitgefühls findet man an den Ständen in Neuwied. Foto: Helga Wienand-Schmidt

Region. Zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin bekannte sich die Terrorgruppe Islamischer Staat auf einer ihrer Internet-Kanäle. Es traf am 19. Dezember mitten in das Herz der deutschen Bevölkerung. Denn Weihnachten und die Tradition der Märkte haben eine besondere Bedeutung. Trauer und Entsetzen machen sich breit. Aber auch der Zorn und der Trotz, und so besuchen die Menschen die Weihnachtsmärkte.

Auch der Knuspermarkt in Neuwied wird besucht. Es ist deutlich mehr Polizeipräsenz zu beobachten. Am Dienstagabend gab es eine Schweigeminute, man gedachte der Toten und der Verletzten. Am Mittwoch schmückten die Aussteller ihre Buden und Stände mit einer weißen Kerze und einem Trauerflor. Noch bis zum 23. Dezember wird es den Knuspermarkt in der Fußgängerzone geben. Ein Anschlag mit einem LKW ist hier kaum möglich, da das Markttreiben in der Fußgängerzone stattfindet.

Noch immer ringen schwer verletzte Personen mit dem Leben, wie die Charité-Klinikleitung mitteilte. Der neue Tatverdächtige ein 24-jähriger tunesischer Staatsangehöriger ist im Zusammenhang mit dem Anschlag in Berlin in ganz Europa zur Fahndung ausgeschrieben. Das teilte Innenminister Thomas de Maizière in Berlin mit. Er betonte: „Es ist ein Verdächtiger, nicht zwingend der Täter". Anis Amri kam nach Deutschland, die Papiere/Duldung stammt aus NRW. Die Dokumente wurden im LKW gefunden. In NRW hatte bereits das Landeskriminalamt gegen den Mann ermittelt, eine Abschiebung war nicht vollzogen worden. Anis Amri war von Kleve nach Berlin verzogen. Die öffentliche Fahndung nach Anis Amri bestätigte der Generalbundesanwalt. Für Hinweise, die zur Ergreifung von Anis Amri führen sind laut Agenturmeldungen 100.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Dieses grausame Verbrechen ist nur schwer erträglich, trifft es die Gesellschaft in der Weihnachtszeit. Es ist die Zeit wo eigentlich Freude, Geborgenheit, das Feiern im Mittelpunkt steht. Die infame Strategie der Terroristen und die Saat der Gewalt darf nicht aufgehen. Deshalb ist das Zusammenstehen einer Gesellschaft und das Mitgefühl mit den Opfern und ihren Angehörigen auch ein Teil der eigentlichen Weihnachtsbotschaft. Die Menschlichkeit einer Gesellschaft offenbart sich auch im Umgang mit den Leidenden und den Schwächsten.

Es passt nicht, wenn sich jetzt machtbesessene Politiker 14 Stunden nach dem Attentat aufschwingen und urteilen und verurteilen und den rechten Rand der politischen Gesinnung bedienen. Das geschah leider. Das sich ausgerechnet die Politiker der Parteien mit dem C im Namen da hervortun ist schon makaber. Es wäre fatal und grotesk wenn die Politik die Opfer von Berlin für den anstehenden Wahlkampf missbraucht, egal von welcher Partei.

Angst und Unsicherheit sind schon immer schlechte Ratgeber gewesen. Widerstand und Trotz gegen alle, die uns was anderes sagen wollen, sind angebracht. (hws)



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Kommentare zu: Terroranschlag: Nicht unterkriegen lassen

2 Kommentare

Hallo Herr Wolter. Das mit dem Ausweis liegen lassen hat ganz praktische Gründe: einerseits sind Terroristen Narzisten (Hoffnung auf Ruhm) - andererseits als Nachweis für die Buchhalter des IS, der die Familien der Attentäter nach der Tat versorgt.
#2 von Martin Neustadt, am 23.12.2016 um 22:30 Uhr
Egal ob nach dem Anschlag in Nizza, dem Attentag in Paris oder jetzt in Berlin, immer wird früher oder später ein liegengelassener Ausweis des/r vermutlichen Täters gefunden. Ob ich mich über diese "Zufälle" wundern darf?
#1 von Manfred Wolter, am 21.12.2016 um 22:55 Uhr

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