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Nachricht vom 21.10.2016    

Religionsfreiheit legte Grundstein für Entwicklung Neuwieds

Den Spuren frühere Religionsgemeinschaften in der Deichstadt Neuwied folgt eine Führung am Sonntag, 30. Oktober. Besucht werden unter anderem die Marktkirche, die Gedenkstätte der Synagoge und die sonst nicht öffentlich zugänglichen Katakomben der Brüdergemeine.

Der Kirchensaal der Herrnhuther Gemeinde ist Teil der Führung. Foto: Privat

Neuwied. Wo heute die Stadt Neuwied ist, wo heute Häuser und Geschäfte sind, war im 17. Jahrhundert Sumpfland. Dennoch sollte an der Mündung von Rhein und Wied eine lebendige Gemeinde entstehen. Wegen der Zölle für die Rheinschifffahrt war der Ort ideal. Weniger ideal war er wegen der zahlreichen, regelmäßigen Überschwemmungen als Wohnsiedlung. Deshalb wollte hier auch niemand wirklich dauerhaft leben. Stadtgründer Graf Friedrich III versprach deshalb jedem, der sich in seiner Stadt niederließ, für die damalige Zeit äußerst ungewöhnliche Freiheitsrechte.

Diese Freiheitsrechte waren es, die vor mehr als 350 Jahren viele Verfolgte aus ganz Europa in die Deichstadt zogen. Konnten sie doch in Neuwied ohne Angst vor Repressalien ihre Religion ausüben, ihre Meinung äußern, ihrem Beruf nachgehen. Aus allen Gegenden Europas zogen wegen dieser Freiheiten Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften in die Stadt am Rhein, die in ihrer Heimat wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Neben der offiziellen Gemeinde der Reformierten siedelten sich Mennoniten, Lutheraner, Katholiken, Herrnhuter, Inspirierte, Juden und viele kleinere Gruppierungen in Neuwied an und sorgten für einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung in der kleinen Residenzstadt.

Ihren Spuren folgt eine Führung am Sonntag, 30. Oktober. Besucht werden unter anderem die Marktkirche, die Gedenkstätte der Synagoge und die sonst nicht öffentlich zugänglichen Katakomben der Brüdergemeine. Dauer der Führung etwa zwei Stunden, Treffpunkt ist um 14 Uhr an der StadtGalerie, Schlossstraße 2. Der Rundgang „Historische Kirchen- und Religionsgemeinschaften“ kostet 4 Euro pro Person, 2 Euro für Kinder ab sechs bis 14 Jahre. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt es bei der Tourist-Information Neuwied auf dem Luisenplatz, Telefon 02631 8025555.


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