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Nachricht vom 06.10.2016    

Windhagener feierten Partnerschaft in Pfaffschwende

Kurz nach der Wende kam es im Frühjahr 1990 auf eine Initiative des Windhagener Pfarrers Hans Trompeter unter Einschaltung des bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen zur ersten Kontaktaufnahme zwischen den Kirchengemeinden in Windhagen und Pfaffschwende. Am 1. und 2. September 1990 wurden dann in Pfaffschwende erstmals Gäste aus der rheinland-pfälzischen Gemeinde begrüßt.

Auch Bürgermeister Uwe Wagner und Beigeordneter Helmut Wolff (Bildmitte) machten beim Tanzspiel des Männerballetts mit. Foto: Privat

Windhagen. Am 2. Oktober 1991, das heißt vor nunmehr 25 Jahren, fuhr eine große Delegation mit offiziellen Vertretern von Orts- und Kirchengemeinde und interessierten Bürgern von Windhagen aus in das thüringische Eichsfeld. Zur Überraschung der Pfaffschwender spielte der Musikverein Harmonie Windhagen die rund 100 Gäste in den Saal der Gaststätte Schmalstieg ein, in dem dann rund 300 Besucher ein stimmungsvolles Fest feierten. Die Bürgermeister Josef Rüddel (Windhagen) und Jürgen Jakob (Pfaffschwende) besiegelten die Partnerschaft der Kommunen unter großem Beifall mit ihren Unterschriften unter die Partnerschaftsurkunde. Bewegend war auch die Messe am Tag der Deutschen Einheit selbst unweit des zu diesem Zeitpunkt noch sichtbaren Grenzzaunes. Seit dieser Zeit gibt es jährlich wechselnd Treffen zwischen den beiden Gemeinden. Es haben sich darüber hinaus private Freundschaften entwickelt und gefestigt. So kommt es zu Besuchen, nicht nur zu Feierlichkeiten und auch weiteren Aktivitäten, wie beispielsweise Wanderungen.

Am vergangenen Wochenende wurde das silberne Jubiläum der kommunalen Gemeindepartnerschaft in Pfaffschwende zünftig gefeiert. Die Windhagener Gäste waren, und dies ist auch ein Garant für den Fortbestand der Kontakte, wieder in Privatquartieren untergebracht. Die offizielle Partnerschaftsfeier fand am Sonntag im Gasthof Schmalstieg statt. Bürgermeister Uwe Wagner, amtierender Bürgermeister von Pfaffschwende, begrüßte offiziell alle Gäste im Saal. Helmut Wolff, Beigeordneter der Gemeinde Windhagen, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Partnerschaft und bezeichnete diese ähnlich einem Silberhochzeitspaar, das sich gesucht und gefunden hat, und auch nach einem Vierteljahrhundert noch liebevoll mag. Als Gastgeschenk der Ortsgemeinde Windhagen überreichte Wolff einen Bildband mit Fotos, die an Treffen und gemeinsame Aktionen aus den Partnergemeinden erinnern.




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Die Pfaffschwender Landfrauen erfreuten die Gäste mit einem Liedvortrag. Das Pfaffschwender Männerballett "Orange Dream Dancer, mehrfacher Eichsfeldmeister" begeisterte tänzerisch und lud auch zum Mitmachen ein. Für Musik sorgte Wehrleiter Marco Weber, der vor kurzem noch beim Feuerwehrjubiläum in Windhagen weilte. Erika Manthey erinnerte an die ersten Kontakte der beiden Partnergemeinden und berichtete amüsant über Begegnungen und Begebenheiten in den letzten 26 Jahren. Sie betonte, dass darauf hingewiesen worden sei, dass eine Partnerschaft wachsen müsse und nicht verordnen werden könne. Und diese Partnerschaft habe trotz aller Unkenrufe Bestand und werde auch weiter bleiben. Pfarrer Mathias Mötzung hatte am Vortag einen Gottesdienst in St. Bartholomäus Pfaffschwende zelebriert und die Partnerschaftskerze war angezündet worden.

Zum Besuchsprogramm während des dreitägigen Aufenthaltes zählte eine historische Stadtführung im hessischen Grenzstädtchen Wanfried. Stadtführer vom Arbeitskreis Wanfrieder Gästeführerzunft informierten im Kostüm als Prinzessin Charlotte Amalie und Major Hellwig über Stadtgeschichte und frühere Bedeutung von Wanfried als Handels- und Hafenstadt und Endhafen der ehemaligen Weser-Werra-Schifffahrt. 1945 war unweit der Stadt das Wanfrieder Abkommen geschlossen worden, das einen Gebietstausch zwischen US-amerikanischer und sowjetischer Besatzungszone zur Folge hatte. Hinter Wanfried verlief zwischen 1945 und 1990 die innerdeutsche Grenze.

Am Tag der Deutschen Einheit selbst ging es per Bus nach Lengenfeld unterm Stein, wo die Reisegruppe eine große Tour mit der elektrischen Draisine auf der ehemaligen Kanonenbahnstrecke erleben konnte. Am späten Nachmittag begann dann die Heimfahrt der Windhagener Gäste.


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