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Nachricht vom 08.09.2016    

Hilfe! – Ich versinke im eigenen Chaos

Der Begriff Messie-Syndrom bezeichnet schwerwiegende Defizite in der Fähigkeit, die eigene Wohnung ordentlich zu halten und die Alltagsaufgaben zu organisieren. Ernsthafte seelische Störungen können vorliegen. Umgangssprachlich wird eine Person mit diesem Syndrom Messie genannt. Die Veranstaltungsreihe „IRRwege verstehen“ am 26. Oktober um 18 Uhr in der Volkshochschule Neuwied will helfen.

So oder ähnlich sieht es oft bei Messies aus. Foto: Kreisverwaltung

Neuwied. Das Messie-Syndrom (abgleitet von englisch mess Unordnung) ist eine psychische Wertbeimessungsstörung, das heißt, Betroffene schätzen Wert und Nutzen verschiedener Dinge anders ein als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das kann sich auf unterschiedlichste Dinge beziehen: Zeitungen und Bücher, Lebensmittel, Werkzeuge, Verpackungsmaterial, Spielsachen, Ersatzteile, Kleidung usw. Die betreffenden Gegenstände werden entweder beschafft, sofern sich eine Gelegenheit ergibt, oder einfach behalten, statt sie zu entsorgen. Einige Messies sammeln nur eine bestimmte Art von Dingen, andere sammeln alles und werfen überhaupt nichts weg, da sie sich nicht davon trennen können.

Die Betroffenen leiden an einem Defizit, ihre Handlungen geplant und zielgerichtet an der Bewältigung ihrer alltäglichen Aufgaben auszurichten. Im Extremfall führt die Unordnung dazu, dass größere Bereiche der Wohnung nicht mehr betretbar sind. Manchmal verbleiben nur noch enge Gänge zwischen großen Haufen, Kisten und Säcken. Durch diese Mengen an gestapelten Gegenständen wird die Reinigung der Wohnräume immer schwieriger. Schließlich kann es zur Unbewohnbarkeit der Wohnung und kommen. Viele Messies schämen sich ihrer Unordnung und leiden darunter. Auch infolge sozialer Isolation halten es viele Betroffene nicht für möglich, dass andere unter denselben Schwierigkeiten leiden. Dies erschwert ihnen häufig, ihr Problem zu erkennen und Hilfe zu suchen. Für Betroffene, Angehörige und Freunde eine große Belastung.



Daher wird in der Neuwieder Veranstaltungsreihe „Irrwege verstehen“ gemeinsam über das Thema gesprochen, um zu informieren und zu diskutieren. Als kompetente Gesprächspartner stehen Susanne Burkhard, Ambulante Betreute Wohngemeinschaften der Johannesbund GmbH, Leutesdorf, Axel Hillenbrand, Betreuungsverein der Arbeiterwohlfahrt Neuwied, Thomas Heil, Sozialpsychiatrischer Dienst, Kreisverwaltung Neuwied, Michael Heumann, Gesundheitsschutz, Kreisverwaltung Neuwied, Dr. Anja Meuer, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Obfrau der Kreisärzteschaft Neuwied. Moderiert wird die Veranstaltung von Melitta Hofer, Mitarbeiterin der Rhein-Mosel-Akademie in Andernach.

Betroffene, Angehörige und Interessierte haben die Möglichkeit, sich zu informieren und an die eingeladenen Gesprächspartner ihre Fragen zu stellen. Organisiert wird die Veranstaltung gemeinsam vom Selbsthilfenetzwerk gemeindenahe Psychiatrie, der Psychiatriekoordinationsstelle der Kreisverwaltung und der Neuwieder Volkshochschule. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. VHS Neuwied, Heddesdorfer Str. 33, 56564 Neuwied. Infos: Dr. Kettler, Telefon 02631 / 803-732 oder VHS Neuwied, Telefon 02631 / 39 89-0.


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