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Nachricht vom 01.09.2016    

Popow und Kipping treten gemeinsam bei den Paralympics an

Das Duo Heinrich Popow und Thomas Kipping ist im Leistungssport wie auch bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro, die vom 7. bis 18. September stattfinden, außergewöhnlich und einmalig: Beide sind Handwerker, Kipping Orthopädietechnikermeister, Popow Lehrling zum Orthopädietechnik-Mechaniker im Betrieb von Thomas Kipping. Jetzt sind sie auf dem Weg nach Rio.

Goldjungs auf dem Weg nach Rio: Orthopädietechnikermeister Thomas Kipping (rechts) und Spitzensportler Heinrich Popow, Welt- und Europameister, Paralympics-Sieger und Weltrekordhalter Foto: HwK Koblenz

Region. Heinrich Popow zählt sicherlich zu den renommiertesten Spitzensportlern mit Handicap weltweit: Weltrekordhalter, Welt- und Europameister wie auch Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei den Paralympics stehen für die sportlichen Erfolge des Oberschenkelamputierten aus dem Westerwald. Mit neun Jahren verlor er fast das gesamte linke Bein. Schon vor diesem Schicksalsschlag sportbegeistert, ließ er den Kopf nicht hängen, sondern richtete den Blick nach vorn. Für die handwerkliche Betreuung des jungen Prothesenträgers rückte Orthopädietechniker Thomas Kipping an Popows Seite. Beide kennen sich seit 22 Jahren und haben eine außergewöhnliche Entwicklung hinter sich. „Thomas hat sich als Experte für Prothesentechnik weiter entwickelt, ich als Sportler. Wir haben gemeinsam Erfolge erreicht“, schwärmt Spitzensportler Heinrich Popow, dem gute Chancen eingeräumt werden, an der Spitze der Athleten als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier zu stehen.

Thomas Kipping übernimmt seit Jahren als „Cheftechniker“ für die Prothesen der Sportler Verantwortung im Team der Nationalmannschaft im Behindertensport. Seitdem reist der selbstständige Handwerksmeister, der im Westerwälder Stockum-Püschen das Unternehmen „Aktiv Prothesen Technik“ (APT) leitet, mit den Sportlern zu allen Wettkämpfen im In- und Ausland. „Ich bin rund um die Uhr für die Athleten da, 24 Stunden jeden Tag der Woche“, beschreibt Kipping die Doppelrolle in den Stadien wie auch als Unternehmer.



Seit 2014 gehen Popow und Kipping auch beruflich gemeinsame Wege. Heinrich Popow wird im Betrieb von Thomas Kipping zum Orthopädietechnik-Mechaniker ausgebildet und bringt seine Erfahrungen aus dem Leben als Prothesenträger und Spitzensportler in den APT-Alltag ein. „Davon profitieren wir alle: Handwerker, Kunden und Sportler, denn wir geben das Knowhow natürlich an alle weiter, die sich an uns wenden“, beschreibt Thomas Kipping die sich ergebenden Synergien. Die Konstellation „Ausbilder-Lehrling“ ist sicherlich ungewöhnlich, denn aus dem Weltmeister und Paralmpics-Sieger wird dann der Lehrling, aus dem Betreuer der Chef. „Das klappt alles wunderbar. Wir sind Profis – jeder in seinem Bereich und sportlich wie beruflich“, fassen Kipping und Popow zusammen.

Am 15. und 17. September wartet die nächste große Herausforderung auf das Duo, denn dann geht es in Rio über die 100 Meter, es folgt der Weitsprung-Wettkampf. Mit dem jüngsten Weltrekord-Sprung in Hachenburg am 20. August ist Heinrich Popow Favorit in Rio, „was mich aber nicht unter Druck setzt, sondern eher entspannt. Ich weiß um mein Leistungsvermögen, um meine Form und das nehme ich mit in den Wettbewerb.“ Unmittelbar an seiner Seite: Thomas Kipping.


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