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Nachricht vom 29.07.2016    

Arbeitslosenzahlen stiegen im Juli leicht an

Im Juli verzeichnet die Arbeitsagentur Neuwied, zuständig für die Landkreise Altenkirchen und Neuwied einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Dies sei kein Grund zur Sorge interpretiert die Agentur, und weist auf das Plus an offenen Stellen hin. Einen speziellen Blick auf die Arbeitslosenzahlen im Zusammenhang mit Flucht und Migration warf Thomas Börß.

Teamleiter Thomas Börß im Beratungsgespräch, er analysierte die Zahlen der arbeitslosen Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund. Foto: Agentur für Arbeit

Kreisgebiet. Pünktlich zum Monatsende legt der Statistikservice der Arbeitsagentur seine Zahlen vor und die gilt es nun von der Geschäftsführung und den Operativen Teams im Haus auszuwerten. 9.116 Menschen ohne Job und eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent sind die Juli Eckwerte im Gesamtbezirk der Neuwieder Arbeitsagentur. Das ist ein Anstieg um 180 Arbeitslose, der sich in beiden Landkreisen gleichermaßen ausschließlich im SGB III-Bereich abbildet. Beide Jobcenter, in Neuwied und Altenkirchen, melden sogar einen leichten Rückgang ihrer Kunden.
Der genaue Blick in die Zahlen verrät auch woher dieser Anstieg kommt: Verstärkte Zugänge (+ 17,7 Prozent) erkennt man zum einen bei den jüngeren Menschen bis zum 25. Lebensjahr, die sich mit dem Beginn der Sommerferien nach Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung arbeitslos melden. Karl–Ernst Starfeld, Vorsitzender der Neuwieder Geschäftsführung erkennt darin den saisonüblichen Effekt und keinen Grund zur Sorge.

„Der saisonale Anstieg wird nur von kurzer Dauer sein. Mit dem Ende der Sommerferien werden wir die jungen und überwiegend gut ausgebildeten Fachkräfte vermitteln können. Parallel zum Anstieg der Bewerber verzeichnen wir nämlich auch einen deutlichen Anstieg der gemeldeten freien Arbeitsstellen“, so der Agenturleiter. In beiden Landkreisen meldeten die Unternehmen wieder mehr freie Stellen – sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich. So wurden im Juli 844 neue Stellen gemeldet. Das sind 177 mehr als im Juni und 291 mehr als im Vorjahr. Im Bestand meldet der Arbeitgeberservice nun 2.506 freie Stellen. Das sind 71 mehr als im Vormonat und 721 mehr als im Juli des letzten Jahres. Ein großer Teil der Stellen ist nach wie vor im Bereich der Personaldienstleistung. Aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe sowie im Handel sind zahlreiche freie Stellen gemeldet.

Zu dem leichten Anstieg der ausländischen Bewerber um 2,2 Prozent äußert sich Thomas Börß, Teamleiter der Eingangszone. Er untersucht die Zahlen der gemeldeten Ausländer auf arbeitssuchende Personen die im Kontext von Fluchtmigration zu zählen sind. „Nicht jeder arbeitssuchend gemeldete Ausländer gehört zu der Personengruppe der sogenannten geflüchteten Menschen, die aktuell zu uns nach Deutschland kommen. Viele unserer ausländischen Bewerber sind bereits seit Jahren hier oder kommen aus Ländern, die nicht im Fluchtkontext gesehen werden. Wir haben in diesem Monat daher erstmals analysiert wie sich unter den ausländischen Arbeitslosen die Personen, die im Kontext von Fluchtmigration stehen, abbilden“, so Börß und erläutert, dass im Juli im Gesamtbezirk der Neuwieder Arbeitsagentur, der beide Landkreise umfasst, 1.220 geflüchtete Menschen in der Arbeitsagentur und beiden Jobcentern arbeitssuchend gemeldet waren. Darunter 826 im Landkreis Neuwied und 394 im Landkreis Altenkirchen.



„Nicht alle diese Menschen stehen im Leistungsbezug. Sie befinden sich in unterschiedlichen Phasen ihrer Statusprüfung“, erklärt Börß. Die Beratungssituation insbesondere mit den geflüchteten Menschen sei für alle neu und eine große Herausforderung. „Die Sprache ist dabei die größte Hürde. Viele Bewerber bringen ihre eigenen Dolmetscher mit. Wir haben aber auch intern die Möglichkeit eingerichtet, auf eine Kollegin mit arabischen Sprachkenntnissen zurückgreifen zu können. Außerdem bietet die Bundesagentur eine Übersetzungs-Hotline für unsere Berater an. Viele neue Mitbürger erstaunen uns aber auch bereits nach kurzer Zeit mit eigenen gut verständlichen schnell erworbenen Deutschkenntnissen“, sagt der Teamleiter weiter und freut sich über zahlreiche Erfolge: „Die Integrationserfolge sowohl bei Arbeitsaufnahmen als auch bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen zeigen, wie wichtig das gute Zusammenspiel aller Akteure ist.“

Arbeitgeber, die sich zu dem Thema Einstellung geflohener Menschen informieren möchten, wenden sich an ihren Ansprechpartner im Arbeitgeberservice oder an die kostenlose Servicehotline, die unter 0800 4 5555 20 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar ist.


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