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Nachricht vom 01.06.2016    

Naturpark-Wandertag lockte nach Dernbach und Daufenbach

Am 29. Mai fand im Naturpark Rhein-Westerwald der Naturpark-Wandertag zum Thema „Erlebnis Kulturlandschaft“ statt. Gemeinsam mit Helmut Rieger wanderten am Dernbacher Kopf bei bestem Wetter rund 20 Interessierte mit. Wanderer erfuhren viel Neues über die Region.

Teilnehmer der Wanderung an der alten und neu gepflanzten Kosakenbuche. Foto: Sylvia Milad

Dernbach/Dürrholz. Neben ökologischen Themen, wie Erläuterungen zu der natürlichen Waldgesellschaft des Waldmeister-Buchenwaldes auf Bimsstandorten und zu besonderen Pflanzen entlang des Wegrandes, gab Helmut Rieger spannende Einblicke in die Geschichte rund um den Dernbacher Kopf.

So wurde der Wald intensiv durch die Köhlerei genutzt: „Heute ist es kaum vorstellbar, dass es hier vor rund 300 Jahren aufgrund der Köhlerei fast keine geschlossenen Wälder mehr gab“, erklärt Rieger und ergänzte, „wenn man heute genau in den Wald hineinschaut, kann man an vielen Stellen noch die „alten Meilerplätze“ der ehemaligen Köhlereien entdecken. Mit etwas Glück findet man auch alte Kohlereste“. Aber auch an anderen Standorten kann man am Dernbacher Kopf ehemalige Nutzungsformen, wie die bis zu 600 Jahre alten Eisenkaulen, erkennen. Hier wurde aus Brauneisenstein durch Schmelzung an anderer Stelle in Rennöfen mühevoll Eisen gewonnen.

Gewandert wurde auch auf der ehemaligen Heerstraße, die beispielsweise in den Napoleonischen Kriegen für militärischen Truppentransport und Nachschub genutzt wurde, und gleichzeitig über Jahrhunderte als „Hauptstraße“ von Neuwied in den Westerwald fungierte.



Höhepunkt war nicht nur der Dernbacher Kopf mit 427 Meter über NN, sondern auch eine tragische Geschichte an der alten Kosakenbuche, bei der eine Marketenderfamilie in den Wirren des verlorenen Napoleonischen Krieges gegen Russland ihr Leben verlor.

„Die Wanderung am Dernbacher Kopf war einfach nur toll. Wir haben über unsere Region viel Neues erfahren und vor allem das Überraschungspicknick an der Karl-Haag-Hütte war ein Highlight“, resümierte eine Teilnehmerin die Wanderung.

„Kleine“ Wanderer waren gemeinsam mit ihren Eltern am Naturpark-Wandertag am Naturerlebnispfad in Dürrholz unterwegs. Die Kinder erfuhren durch die Ehrenamtlichen der AG-Naturschutz Spannendes über die Lebensräume von Insekten und warum Totholz so wichtig ist. Wie durch Wasserkraft Strom erzeugt werden kann, wurde durch das Wasserrad am Daufenbach anschaulich vermittelt. Zum Abschluss der Wanderung wurde noch der Lebensraum der Streuobstwiese erklärt und welche Tiere hier zu Hause sind. Der Naturerlebnispfad in Dürrholz ist ganzjährig geöffnet und kann auch selbstständig erkundet werden.


Lokales: Puderbach & Umgebung
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