Werbung

Nachricht vom 21.01.2016    

Linke setzten Zeichen gegen Stegskopfgegner

Der Kreisverband "Die Linke" Westerwald, Martin Klein, hatte am Donnerstag, den 21. Januar um 18 Uhr zur Gegendemonstration gegen den fünften Spaziergang der Gruppe „Bekenntnis zu Deutschland – Stegskopf wir sagen nein" aufgerufen. An der friedlichen Veranstaltung nahmen rund 150 Menschen teil.

Martin Klein von den Linken im Westerwald hatte zur Gegendemonstration aufgerufen. Fotos: Wolfgang Tischler

Rennerod. Der Organisator Martin Klein trat als erster auf die Bühne und erklärte, dass das Wäller Bündnis für Toleranz und Menschlichkeit keine Gegenkundgebung angemeldet habe. „Als Teil dieses Bündnisses halte ich dies persönlich für völlig falsch“, sagte Klein wörtlich und fuhr fort: „Diese Gruppierung (Bekenntnis zu Deutschland „Anmerkung der Redaktion“) ist so stark geworden, die kann man nicht mehr unter den Teppich kehren, wie man es 1929 gemacht hat.“ Dies nannte Klein als Hauptgrund, dass er letztlich diese Gegendemonstration angemeldet hat.

Am Donnerstag waren die Plätze gegenüber der letzten Demonstration im November letzten Jahres in Rennerod getauscht. Die Linken waren auf dem Parkplatz der Verbandsgemeinde. Dies hat bei einigen Besuchen Verwirrung ausgelöst, die dort die Gruppierung „Bekenntnis zu Deutschland“ erwartet hatten und meinten verkehrt zu sein. Klein begrüßte die BDKJ als Dachverband der katholischen Jugendverbände im Bistum Limburg, die auch kurzfristig zur Teilnahme an der Gegenveranstaltung aufgerufen hatten. Sie versorgten die Anwesenden mit heißem Tee, denn die Temperaturen lagen tief im Keller bei minus acht Grad.

Dass an der Gegenveranstaltung nur 150 Personen teilgenommen haben, lag sicherlich auch daran, dass die Linke erst auf mehrmalige Nachfrage den Kurieren am Dienstagabend, den 19. Januar, kurz vor Mitternacht, den Pressetext zur Demonstration und damit die offizielle Bestätigung geschickt hat. Das Wäller Bündnis für Toleranz und Menschlichkeit hatte sich auf den Neujahrsempfang mit der Ministerpräsidentin Malu Dreyer fokussiert. Dort wurde allerdings die Gegendemonstration ganz am Rande nur gestreift und es erfolgte kein Aufruf zur Teilnahme.

Raimund Scharwat, Bürgermeister der Stadt Rennerod, trat auf die Bühne und bedankte sich bei den Anwesenden, dass sie ein Zeichen gegen „Faschismus“ und für die Aufnahme der Flüchtling setzen, sowie „Flagge zeigen gegen die Halbwahrheiten mit denen Panik geschürt wird“. Er dankte ausdrücklich Martin Klein, der die Demo ganz kurzfristig angemeldet hatte.



Auf das Rednerpult trat auch Jacob Pfeiffer, der Studierendenvertreter der Uni Siegen. Er zeigte Parallelen zur Entstehung des Dritten Reiches auf. Er verwies auf den Frieden, der bei uns herrscht und diese Sehnsucht nach Frieden sieht er als Grund für die Flüchtlinge zu uns zu kommen, „um an unserem Frieden teilzuhaben“. Nach seiner Meinung machen sich überall Menschen breit, die diesen Frieden zerstören wollen. Sie wollen durch Gewaltandrohung andere Menschen einschüchtern. „Wir müssen unseren Frieden verteidigen. Hierauf und das wie gibt es aber keine einfachen Antworten“, sagte Pfeiffer.

Auf die Bühne stieg noch Eléna von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Ihren vollen Namen wollte sie aus Angst nicht nennen. Die Arbeitsgemeinschaft Geflüchtetenhilfe Siegen kam mit einem Redner auf die Bühne, der seinen Namen nicht nannte. Er ließ mit zwei Frauen insgesamt fünf Luftballons platzen, die symbolisch für fünf Vorurteile stehen, wie „Wir haben mit den Flüchtlingen ein Problem…“ Er sah das Problem auf Seiten der Flüchtlinge, die vor Krieg, Armut und Hunger geflohen sind. Dort sei das Problem.

Ein weiteres Problem „Durch die Zuwanderung geht die deutsche Kultur zugrunde“ räumte der Redner mit Vergleichen, der vielen Völkerwanderung, die es bislang in der Geschichte der Menschheit gab, auf.

Nach der Kundgebung begaben sich noch viele Demonstranten in Richtung des Umzuges der Gruppe „Bekenntnis zu Deutschland“. Die Polizei, die mit über 100 Kräften anwesend war, konnte die Gruppierungen gut trennen, sodass es nur zu einem verbalen Schlagabtausch, wie „kein Recht auf Nazipropaganda“ kam. Es waren nur ganz Einzelne, die den Versuch wagten, den Polizeianweisungen, die freundlich ausgesprochen wurden, nicht Folge zu leisten. Zu strafbaren Handlungen kam es nicht. (woti)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
   

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Abtei Rommersdorf erhält weiteren Teil des ehemaligen Wirtschaftshofs

Die Rheinische Bodenverwaltung AG hat der Abtei Rommersdorf-Stiftung den sogenannten Oberen Wirtschaftshof ...

Nicole Bonk erhält Diamond Award für Masterarbeit in der Keramikforschung

Die Nachwuchswissenschaftlerin Nicole Bonk von der Universität Koblenz ist in Pittsburgh mit einem Diamond ...

Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz für 20 Engagierte aus der Justiz

19 ehrenamtliche Richterinnen und Richter sowie ein ehrenamtlicher Justizvollzugshelfer sind für ihr ...

Weihnachtsmarkt-Hopping verbindet Kalenborn, Linz und Schloss Arenfels

Das Weihnachtsmarkt-Hopping führt 2026 erstmals zu drei Veranstaltungsorten in der Region. An allen vier ...

Inklusive Beschäftigung: VHS Neuwied lädt zum Austausch ein

Am 26. November öffnet die Volkshochschule Neuwied ihre Türen für eine besondere Veranstaltung. Arbeitgeberinnen ...

Hochwasserschutz in Linz: Kreisvolkshochschule Neuwied informiert

Die Kreisvolkshochschule Neuwied bietet einen Vortrag zum Thema Hochwasserschutz und Eigenvorsorge in ...

Weitere Artikel


Black Mamba mit Chilli oder lieber vegetarisch

Eine Black Mamba mit Schokoladen-Chilli-Sauce? Oder lieber die Hawaii-Variante mit Fruchtcocktail und ...

Stegskopfgegner: Heiße Angst-Parolen bei Minusgraden

Rund 350 Teilnehmer demonstrierten dieses Mal in Rennerod gegen die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber ...

Burschenverein 1826 Hüllenberg wählten Vorstand

Am Samstag, den 16. Januar trafen sich die Junggesellen aus Hüllenberg zu ihrer Jahreshauptversammlung. ...

Wenter Klaavbröder laden zur Prinzenfete

"Das Geheimnis ist gelüftet." Frank ("Ice") und Petra Lenzgen sind Prinzenpaar in der Session 2016 ...

Schwimmkurse in Asbach erfreuen sich großer Nachfrage

Zehn Mädchen und Zehn Jungen besuchten einen der zwei begehrten zehnstündigen Schwimmkurse in Asbach. ...

Ein musikalischer Strauß zum Valentinstag

Der Rotary Club Westerwald präsentiert das Konzertorchester Koblenz in der Stadthalle Altenkirchen am ...

Werbung