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Nachricht vom 15.12.2015    

Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz – Podiumsdiskussion in Linz

Über eine große und positive Resonanz konnte sich das Regionalbüro Rheinland-Pfalz / Saarland der Friedrich-Ebert-Stiftung bei der von ihr organisierten und durchgeführten Podiumsdiskussion zur aktuellen Flüchtlingsthematik in Linz am Rhein freuen. Zuhörer gewannen neue Erkenntnisse.

Linz. Rund 90 Personen waren in die großzügige Kapelle der Senioren-Residenz Sankt Antonius in Linz gekommen, um nach einem Grußwort von Stephanie Hepper (FES) und Renate Pepper von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Ludwigshafen, welche die Veranstaltung im Vorfeld angeregt hatte, Herrn Prof. i. R. Dr. Franz Hamburger von der Universität Mainz zu zuhören.

Durch den von ihm gehaltenen Impulsvortrag zur aktuellen Flüchtlingspolitik der Bundesregierung verdeutlichte er den Zuhörern die Versäumnisse des Bundes im Hinblick auf die Antragsstaus, welche dazu führen, dass viele Flüchtlinge in Deutschland auf eine Entscheidung bezüglich ihres Aufenthaltsstatus warten müssen. Hamburger kritisierte außerdem den zu langsam voranschreitenden Ausbau des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und die Uneinigkeit der Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik, welche seiner Meinung nach dazu führen könnten, dass das Vertrauen der Bürger in die Demokratie verloren ginge. Die ansteigenden Delikte gegen Flüchtlingsunterkünfte spiegeln die Verschärfung des Konflikts wider. Trotz aller Kritik wurde von ihm das Engagement der Bürger gelobt, welche sich für die geflüchteten Menschen in Deutschland einsetzten.

Dieser ehrenamtliche Einsatz kam auch im anschließenden Podiumsgespräch zur Geltung, in welchem Dr. Hartmut Froesch stellvertretend für alle Ehrenamtlichen in und um Linz sprach. Er stellte das Patenprogramm vor, welches praktische Hilfen für die Flüchtlinge vor Ort organisiert und Unterstützung für verschiedene Lebensbereiche bietet. So würden die ankommenden Flüchtlinge nicht nur mit Möbeln, Wohnungen und Kleidung versorgt, sondern würden durch die Ehrenamtlichen auch Sprachkurse vermittelt bekommen und vor allem Hilfe beim Ausfüllen von Papieren oder Amtsgängen bekommen.

Miguel Vicente, Beauftragter für Migration und Integration des Landes Rheinland-Pfalz zeigte sich sensibilisiert für die Arbeit der Ehrenamtlichen und auch deren Bedürfnisse, welche durch den Umgang mit teils traumatisierten Geflüchteten entstehen. Er teilte mit, dass die Landesregierung sich in der Verantwortung sieht, diese Bedürfnisse ernst zu nehmen und vor allem die Personen der Gemeinden, welche die Flüchtlingshilfe organisieren, unterstützen zu wollen. Vicente stellte außerdem fest, dass die starren Strukturen der Bürokratie langsam flexibler werden, aber die Bundesregierung noch verstehen müsse, dass es sich bei der Bewältigung der Flüchtlingslage um eine Gemeinschaftsaufgabe handelt und die Kommunen und die Bundesländer dies nicht alleine lösen können.




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Einen weiteren Aspekt zeigte Wolfgang Gisevius, Bügermeister von Rheinbreitbach und Herr Prof. i. R. Dr. Hamburger auf, die sich einig waren, dass bei allen Hürden, die sich bei der Organisation der Flüchtlingshilfe stelle, vor allem die interkulturelle Sensibilisierung im Vordergrund stehen müsse, welche erst dazu führen würde, dass gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufgebaut werden könne. Dazu sehen sie den persönlichen Kontakt zu geflüchteten Menschen als das wichtigste Instrument.

Um dies deutlich zu machen und einen Einblick in die Welt der Geflüchteten geben zu können, führte der Moderator Jonas Ludwig, Lehrer am Wiedtal-Gymnasium Neustadt/Wied, ein Interview mit Jamil Drehjou und Abeer Hai Mosa Albatran, zwei syrischen Geflüchteten. Sie konnten durch ihre lebendigen Erzählungen dazu beitragen, allen Teilnehmern ihre Lebenswelt hier in Deutschland, aber auch die Situation in Syrien näherzubringen.

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurden die große Unterstützung und die positive Haltung gegenüber Flüchtlingen deutlich. Das Schlusswort des Moderators konnte von allen Teilnehmenden und auch den Podiumsgästen einhellig mit „Wir schaffen das“ bekräftigt werden.


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