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Nachricht vom 03.11.2015    

Bad Honnef: Gartenschau verloren, Selbstbewusstsein gewonnen

Am späten Dienstagabend kam der mit Spannung erwartete Anruf. Bürgermeister Otto Neuhoff wurde von NRW-Umweltminister Johannes Remmel persönlich über das Ergebnis des Bewerbungsprozesses zur Landesgartenschau 2020 informiert: Die Stadt Kamp-Lintfort ist Ausrichter. Bad Honnef habe aber in der Bewerbung einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen.

Bad Honnef. Dass Bad Honnef nicht den Zuschlag erhalten hat, trübte für den Moment die Stimmung. Bürgermeister Neuhoff sagte: „Wir hatten schon die Erwartung, dass die Aussicht auf zwei regionale Großereignisse – Landesgartenschau und 250 Jahre Beethoven – im südlichen Nordrhein-Westfalen, die in Bonn und Bad Honnef zusammen stattfinden sollten, ein überzeugendes, ausschlaggebendes Argument sein würde.“ Trotzdem ist Neuhoff sich sicher: „Für Bad Honnef brechen jetzt aber auch so bessere Zeiten an.“

Ungeachtet dessen wünscht Neuhoff dem Konkurrenten alles Gute. „Die drei Bewerber haben ihr Bestes gegeben. Ich freue mich für Kamp-Lintfort und hoffe, dass die Stadt weiterhin so motiviert und fröhlich bleibt, diese große Aufgabe anzugehen“, so der Bad Honnefer Bürgermeister.

Der Rahmen mit den Maßnahmen, die Bad Honnef brauche, um die Stadtentwicklung zu beschleunigen, sei teilweise bereits gesteckt. Mit den ergänzenden Zielen, die Bürgerinnen und Bürger, Stadtverwaltung und Politik im Integrierten Stadtentwicklungskonzept erarbeiten, werde sich ein ganzes Paket von Ideen ergeben, an deren Umsetzung die Stadt festhalten werden, gibt Neuhoff die Richtung vor. „Um unsere Stadt fit für die Zukunft zu machen, müssen wir an elementare Baustellen ran. Und da steht für mich an erster Stelle die Infrastruktur, zum Beispiel die Bahnhöfe.“

Des Weiteren sind die Renaturierung des Rhein-Altarms sowie die Gestaltung der angrenzenden Flächen auf der Insel Grafenwerth und am Rheinufer ganz oben auf der Prioritätenliste. Hier besteht großer Bedarf an einem Pflege- und Entwicklungskonzept, wie einige Experten der Bewertungskommission bei ihrer Bereisung bereits anregten. Auch im Stadtgarten, der im Zuge des Straßenausbaus an der Girardetallee eine Neugestaltung erfahren könnte, soll eine innovative Lösung zum Lärmschutz realisiert werden.




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In der Vergangenheit haben Großereignisse wie Gartenschauen, die eine landesweite Bedeutung genießen, auch in den Städten, die auf den Zuschlag verzichten mussten, oftmals eine Weiterentwicklung ausgelöst. Aus Sicht von Carolin Böhm, Fachdienst- und Projektleiterin der Stadt, ist schon viel erreicht. „Alle Akteure aus Bürgerschaft, Politik und Verwaltung sind nun sensibilisiert, haben gesehen, dass der Bedarf hoch ist, damit sich die Stadt freiraumplanerisch weiterentwickelt. Ich denke, wir haben mit der Bewerbung in kurzer Zeit eine gute Basis geschaffen, aus der wir Maßnahmen ableiten können.“

Bad Honnef hatte sich im Spätsommer 2014 dazu entschlossen, gemeinsam mit den Planern eine Machbarkeitsstudie zur Ausrichtung einer Landesgartenschau auszuarbeiten. Nachdem naturschutzrechtlich keine Bedenken bestanden, wurde im Prozess ein Konzept ausgearbeitet, mit dem die erfolgreiche Bewerbung für 2020 gelingen sollte. Getragen von einer breiten Mehrheit im Rat und einer regen Beteiligung der Bad Honnefer Bürgerinnen und Bürger hatte Bürgermeister Neuhoff am 31. August die 230 Seiten starke Bewerbungsmappe persönlich im Düsseldorfer Umweltministerium abgegeben.


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