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Nachricht vom 21.10.2014    

Paul Pütz - der Schaffer des Melsbacher Legionärs

Seit dem 12. Oktober hat Melsbach eine neue Attraktion an seinem Limes-Wanderweg: Ein aus Basalt gehauener, lebensgroßer, römischer Legionär hält Wache am Sportplatz. Wir berichteten. Geschaffen wurde er von dem Steinmetz Paul Pütz.

Paul Pütz. Foto: Helmi Tischler-Venter

Melsbach. Der Bildhauer Paul Pütz ist ein spät berufener Steinkünstler. Er wollte etwas Modernes lernen, also nicht Bergmann oder Hufschmied. So kam er nach Schule und Studium zur Nukleartechnik und in den Landkreis Neuwied. Nachdem Pütz im Kernkraftwerk Biblis gelernt hatte, wie man Kraftwerke anfährt und steuert, arbeitete er im Kernkraftwerk Mülheim Kärlich auf der nuklearen Seite, solange diese Anlage im Bau und Betrieb war. Einige der Melsbacher Enthüllungsgäste waren auch eine Zeitlang seine Mitarbeiter. In seinem Berufsleben gab er Anweisungen, erstellte Konzepte und qualifizierte Mitarbeiter, aber ein Nichtfachmann hatte überhaupt keine Vorstellung von diesem Job. Daher ist Pütz sehr erfreut, dass das heute ganz anders ist. Als Hobby- und Freizeit-Bildhauer hat er die Chance, einem groben Klotz aus hartem Stein ein Gesicht und einen Ausdruck zu verleihen, den jeder versteht und jeder begreifen kann.

Das Handwerk Bildhauerei erlernte Paul Pütz in der Volkshochschule bei Ruth Schwenker, die die Bildhauerei von Grund auf im Kloster Maria Laach gelernt hatte. Sie brachte dem Büromenschen das Wesentliche bei, das Handwerk, das Material – in seinem Fall ausschließlich Stein - und das Sehen: Das Auge für die Kunst und die Machbarkeit einer Idee.

Die Suche nach dem passenden Stein ist ein elementarer Schritt, nachdem die Idee geboren und in Skizzen und Modell konkretisiert wurde. Das war auch so bei dem geplanten Römer-Standbild. Die Überlegung, welcher Stein regionaltypisch ist, führte zu Basalt. Einige Berge in der Umgebung wie der Malberg und das Rossbacher Häubchen sind vulkanischen Ursprungs und bestehen im Kern aus Basalt, verursacht durch Vulkanismus in der Eifel. Der Westerwälder-Basalt ist blau und noch ein paar Nummern härter als der aus der Eifel. Der Eifel-Basalt ist grau und hat viele feinporige Gaseinschlüsse, ist dadurch weniger spröde, wesentlich fluffiger und lässt sich somit einfacher behauen.




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Für eine große Statue braucht man eine mächtige homogene Säule, die auf dieser Rheinseite auch nicht zu finden ist. Es war also Hilfe beim Transport nötig. Außerdem mussten die Männer vom Bauhof das Fundament und das Umfeld passend herrichten. Der „Legionär“ brauchte die passende Ausrüstung, deshalb lieh Pütz sich Helm, Schwert und Speer zur Anschauung bei der Rheinbrohler Kohorte.

Das Gesicht gestaltete der Bildhauer so, dass sich auch Melsbacher heutiger Zeit mit ihm identifizieren können. Da die Römer ein Reich mit gewaltigen Ausmaßen erobert hatten, mussten sie zur Verstärkung ihrer Truppen überall Einheimische rekrutieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wachposten am Melsbacher Limesabschnitt germanische Männer waren, vielleicht Vorfahren einiger Bewohner des Rengsdorfer Landes, ist sehr hoch.

Paul Pütz meinte vor der Enthüllung seines Werkes: „Heute ist für mich ein besonderer Tag, ich fühle mich wie ein Schüler am Zeugnistag - sicher im Gefühl, das Beste gegeben zu haben und dann auf die Beurteilung und die Noten zu warten.“

Der Steinmetz kann mit der Benotung sehr zufrieden sein, denn die Reaktionen der Besucher waren ausnahmslos positiv. Die Melsbacher wissen, was sie an ihrem Hobby-Bildhauer Paul Pütz haben. In wenigen Jahren feiert Melsbach ein Jubiläum und Ortsbürgermeister Holger Klein hatte dafür schon so eine Idee… Helmi Tischler-Venter

Nachstehend das Video von Jonas Pütz von der Enthüllung des Legionärs.


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