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Nachricht vom 22.08.2014    

Druckwellen statt Skalpell

Nieren-, Blasen- oder Harnleitersteine: Fast jeder hat Bekannte oder Verwandte, die deswegen schon operiert werden mussten. Im Westerwald steht jetzt das erste Gerät zur Verfügung, das solche Steine ohne OP beseitigen kann.

Foto: Krankenhaus

Dierdorf/Selters. ESWL heißt die Technik, die den Stein von außen zertrümmert, ohne das Gewebe zu schädigen. Ausgeschrieben heißt das „Extrakorporale Stoßwellen-Lithotrypsie“, also außerkörperliche Zerstörung des Steins (Lithos) durch gepulste Stoßwellen. Das Krankenhaus Dierdorf/Selters hat einen solchen Zertrümmerer angeschafft.

Er erzeugt Druckwellen, die auf den Stein Zug- und Scherkräfte ausüben, die ihn schließlich zerfallen lassen. Außer der Lautstärke des Geräts, ist die Behandlung unspektakulär. Vollnarkose und Skalpell sind unnötig, der Patient steigt auf eine Liege, bekommt ein Beruhigungsmittel und geht am selben, spätestens am nächsten Tag nach Hause.

Helfen kann ESWL außerdem nicht nur bei urologischen Problemen. „Chronische Entzündung der Prostata, Penisverkrümmung, sondern auch bei Tennisarm, Fersensporn, Schulter- und Kniegelenksverkalkungen, orthopädische Schmerztherapie.

Beide, Dr. Ostwald und Dr. Schindler haben sich eigens für ESWL schulen lassen. Dank Röntgen und Ultraschall wird gezielt geortet, vermessen und analysiert, sodass die elektromagnetisch erzeugten Impulse präzise treffen – selbst wenn sich der Stein durch den „Anstoß“ bewegt. Bei aller Technik bedarf es aber der Sachkenntnis des Arztes, da jeder Stein seine spezielle Größe, Beschaffenheit und Lage hat.




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In den vergangenen Jahren hat die 1980 erstmals angewandte Technik etwas an Boden gegenüber den Schlüssellochoperationen verloren, die mit immer kleineren Geräten immer weniger Komplikationen hervorrufen. Dr. Schindler und Dr. Ostwald operieren selbst weit überwiegend minimalinvasiv, sehen aber trotzdem Vorzüge des Pulsers: „Es ist ein effektives und sicheres Verfahren. 70 Prozent aller Steine im urologischen Bereich können damit bei einer Komplikationsrate von nur 0 bis 0,3 Prozent beseitigt werden.“

Die Anziehungskraft auf Patienten ist noch leichter zu erklären: keine Narkose, kein Skalpell und spätestens am zweiten Tag wieder zu Hause bzw. ambulante Behandlung.


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