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Nachricht vom 15.06.2014    

Zweiradkontrolltag im Wisserland zum Thema Sicherheit

Die Reduzierung der Verkehrsunfälle an denen Zweiradfahrer beteiligt sind, ist einer der Gründe, warum am Samstag, 14. Juni im Wisserland ein Kontrolltag der Polizei stattfand. Die Polizeiwache Wissen und die Zweiradkontrollgruppe der Polizeidirektion Neuwied waren im Einsatz. Es ging um das Thema Sicherheit, Maschinen und Fahrer wurden kontrolliert, vor allem aber die sicherheitstechnisch relevanten Dinge an den Maschinen. (Aktualisiert)

Eine umfangreiche Kontrolle war an dieser Maschine nötig, da sie mit vielen externen Bauteilen verändert worden war. Der Fahrer aus dem Kreis Olpe zeigte viel Verständnis. Fotos: Helga Wienand-Schmidt

Wissen. Die Sicherheit motorisierter Zweiradfahrer auf den Straßen stand im Mittelpunkt des Kontrolltages der Polizeiwache Wissen mit Beteiligung der Zweiradkontrollgruppe der Polizeidirektion Neuwied. Am Samstag, 14. Juni begann der Kontrolltag an der Landstraße 278, Wisserhof in der Mittagszeit. Am späten Nachmittag wurde an der B 62, Höhe Feuerwehrhaus stadteinwärts kontrolliert.

Die L 278 zwischen NRW und Wissen ist vielbefahren und bei Motorradfahren in Richtung Westerwald oder in Richtung Bergisches Land sehr beliebt. Es stand in der Präventionsmaßnahme der Polizei nicht das Thema „Rasen“ im Mittelpunkt sondern die technische Sicherheit der Zweiräder und natürlich auch die Fahrtüchtigkeit der Fahrer.
Es ging auch nicht so sehr um das Ahnden von Verstößen, sondern um die Sensibilisierung der Zweiradfahrer zum Thema Sicherheit und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer oder aber auch auf die Menschen, die an den vielbefahrenen Strecken wohnen.

Da spielt das Thema Lärm eine große Rolle. Da geht es um den berechtigten Schutz der Menschen in den Orten, die gerade an den Wochenenden oftmals erheblichen Lärmbelästigungen ausgesetzt sind. Die Dezibel-Messwerte sind je nach Maschine unterschiedlich und die Werte in der Zulassung eingetragen. Vor Ort wurde dies von den Beamten auch kontrolliert, ein Messgerät kam zum Einsatz. Da auch an den Schalldämpfern schon mal etwas verändert wird, können diese Kontrollen das aufspüren. Eine Maschine lag knapp über dem Grenzwert, der junge Fahrer zeigte sich überrascht.

Im Gespräch mit Patrick, 22 Jahre alt, aus Windeck, wurde deutlich, dass er gerne sportlich fährt, dafür spricht die Maschine und die Ausstattung. Als Polizeioberkommissar Klaus Meyer ihm die Messwerte nannte, zeigte er sich einsichtig und fand die gesamte Kontrolle gut und auch notwendig. „Ich fahre gerne Motorrad, klar ich drehe auch mal auf, aber solche Kontrolle finde ich total in Ordnung und wichtig“, so der 22-Jährige.

Auch und gerade die technische Überprüfung bringt mehr Sicherheit auf die Straßen. Das erläuterten die Polizeioberkommissare Dirk Bouillon, Wissen, Andre Volk, PD Neuwied, und Klaus Meyer von der PI Betzdorf. Volk und Meyer gehören zur Zweiradkontrollgruppe, fahren beide selbst Motorrad und kennen alle möglichen Tricks und Raffinessen, die an Motorrädern verändert werden können.
Die Palette die kontrolliert wurde, reichte über die Beleuchtungsanlagen, Bremsen, Reifen, Auspuffanlagen und vieles mehr. Was Laien oft nicht wissen, wurde vor Ort erklärt. Wenn etwa die Blinkeranlage eines Motorrades gegen die modernen kleinen leuchtstarken Blinker austauscht wird, diese Teile aber kein Zulassungsnummer tragen, erlischt die Betriebserlaubnis. Hier müssen Halter und Fahrer dann unter Umständen mit Verwarnungen oder Anzeigen rechnen.

Und in die Kontrolle gerieten alle möglichen Motorradtypen. Von der Reisemaschine bis hin zum Leichtkraftrad, die Straßen-Enduro war ebenso vertreten wie die sportlichen Zweiräder und Mofaroller. Sogar ein Motorrad mit Dieselmaschine – plötzlich ein ganz anderes Geräusch.

Eine besondere Prüfung erfolgte bei einem Motorrad aus dem Kreis Olpe, dessen Besitzer sehr viel an der Maschine verändert hatte. Für jedes Teil musste ein Betriebserlaubnis vorgelegt werden, das wurde geprüft, die Nummern verglichen, und zum Schluss waren deutlich mehr als zehn Bescheinigungen und Dokumente mit den Einbauteilen am Motorrad verglichen worden. Es gab keine Beanstandungen, und zwischen dem Fahrer und den Beamten gab es ein gutes Gespräch. Den etwas längeren Aufenthalt nahm der Mann gelassen und erzählte von seinen Touren, einem zuückliegenden Unfall und den damaligen schlimmen Folgen. Die Leidenschaft für Zweiradfahren ist geblieben, für die Aktion der rheinland-pfälzischen Polizei hatte er nur Zustimmung.

„Das ist ja eine wirklich gute Aktion“, kommentierte ein junger Wissener Endurofahrer die Kontrolle als er in Wisserhof überprüft wurde. Auch eine niederländische Gruppe Motorradfahrer wurde kontrolliert, Freundlichkeit nach der Belehrung durch die Beamten wieso und warum alles geprüft wurde, bestimmte den Umgangston.

Obwohl die Vorbeugung im Mittelpunkt stand, können Beamte über wirklich gravierende Mängel nicht hinwegschauen. Eine erste Bilanz des Kontrolltages: Insgesamt wurden 55 Zweiradfahrzeuge kontrolliert. Es gab eine Anzeige, fünf Mängelberichte und sechs gebührenpflichtige Verwarnungen. Dies teilte die Polizeiwache Wissen mit. Die sicherheitstechnischen Kontrollen der Polizei haben präventiven Charakter, sie sagen nichts zum Fahrverhalten der Fahrer.

Ob jemand rast, waghalsig überholt, oder als „Knieschleifer“ die Kurven durchrast – das alles lässt sich mit Polizeikontrollen nicht verhindern. Das bestimmt der Fahrer selbst. Auch angesichts von steigenden Unfallzahlen motorisierter Zweiradfahrer, in der Zeit vom 7. bis 13. Juni kamen im geografischen Westerwald fünf Motorradfahrer ums Leben, sind solche Maßnahmen aber unerlässlich und wichtig. (hws)


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