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Nachricht vom 03.06.2014    

Gewerkschaft protestiert am Werkstor von Amazon

Im Rahmen einer Streik- und Aktionswoche weitet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Streiks und Aktionen beim Versandhändler Amazon aus, auch in Koblenz. Die Arbeitnehmer fordern Urlaubsgeld und regelmäßige Lohnerhöhungen.

Mit diesem Flyer machte Verdi vor dem Amazon-Werkstor auf die Wünsche der Belegschaft aufmerksam.

Bereits am Freitag und Samstag hatten die Beschäftigten in Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt. Insgesamt legten an beiden Tagen jeweils mehr als 600 Beschäftigte die Arbeit nieder. In Graben wurde zum zweiten Mal gestreikt. Bad Hersfeld schließt sich ebenfalls nochmal an.

Auch in Koblenz gab es am Dienstag (3.6.) einen Aktionstag vor dem Amazon-Versandhandelszentrum.

„Urlaubsgeld und regelmäßige Lohnerhöhungen gibt es sicher und nachhaltig nur mit einem Tarifvertrag“, sagt die für den Standort Koblenz zuständige Gewerkschaftssekretärin Angela Bankert.

Dies hat Verdi am Dienstag in einer größeren Aktion vor dem Fabriktor deutlich gemacht unter dem Motto: „Ich wär’ so gern am Mittelmeer, doch hab ich keine Mittel mehr“. Mit Liegestühlen, Sonnenschirmen und Cocktailbar wiesen die Arbeitnehmervertreter auf ihre Anliegen hin.

Längst gehe es bei Amazon nicht mehr um die Frage, ob das Unternehmen in die Sparte Handel oder den Bereich Logistik eingestuft werde, schreibt Verdi in einer Presseerklärung. In einem Schriftwechsel mit der Verdi-Bundesleitung hatte Amazon kürzlich klargemacht, dass man überhaupt keinen Tarifertrag will, sondern nach – laut Verdi schlechter US-Manier - gar nicht mit den Gewerkschaften sprechen wolle.



„Mit der Ablehnung jeglicher Gespräche über einen Tarifvertrag verweigert Amazon den Beschäftigten Respekt und die notwendige Wertschätzung ihrer Leistung“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Die Kolleginnen und Kollegen bei Amazon brauchen einen Tarifvertrag, der ihnen Sicherheit und Planbarkeit für exis-tenzsichernde Einkommen und gute Arbeitsbedingungen sowie eine Zukunftsperspektive bietet.“

„Um die Tarifbindung durchzusetzen, brauchen wir einen langen Atem“ so Bankert. „Aber wir haben auch vorher schon einiges erreicht: Lohnanpassungen, ein kleines Weihnachtsgeld im letzten Jahr und den Einbau von Klimaanlagen. Wenn sich die Kollegen bewegen, bewegt sich auch Amazon.“


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