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Nachricht vom 11.05.2014    

Römer live erleben

Man muss kein Archäologe sein, um den Spuren der Römer folgen zu können: Bei den Römertagen in der Rheinbrohler Römerwelt wurde am Wochenende das Leben vor 2000 Jahren zum Greifen nah. Dass Römer und germanische Stämme durchaus voneinander profitierten, wurde ebenfalls in Szene gestellt.

In Rheinbrohl können die Besucher die römische Kultur live erleben. Fotos: Simone Schwamborn

Rheinbrohl. Trotz des eher durchwachsenen Wetters lockte das zweitägige Treiben in der Römerwelt vor allem Historieninteressierte und Familie mit Kindern an. Auf dem Außengelände des Museums konnten sie stramme Exerzierübungen der Römer, die Funktion einer römischen Pfahlramme für die Befestigung von Holzbrücken und das Backen römischen Brotes hautnah mitverfolgen. Die jüngsten Besucher durften in römische Gewänder schlüpfen, um sich von einem erfahrenen Kämpfer zu einem „Auxiliar“ (Hilfssoldat der römischen Legionen) ausbilden zu lassen.

Unter den begeisterten Fans war auch der junge Leon mit seiner Mutter Christina Reuter aus Neuwied: „Meine Freundin hat uns die Römertage empfohlen, deshalb sind wir hier. Leon ist begeistert, weil das Römerlager sehr anschaulich gemacht ist“. Die Rheinbrohler Römerwelt will mit ihrem Museum und den Römertagen, die jetzt zum 6. Mal stattfanden, auf die Geschichte vor Ort aufmerksam machen, denn Rheinbrohl liegt am nördlichen Ende des Obergermanischen Grenzwalls.

Dieter Paulukat alias „Gaius Paulus“ vom Rang „Optio“ gehört der 26. Kohorte VCR des Rheinbrohler Vereins Broele Trans Rhenum an, die an dem Wochenende das römische Leben nachstellte. „Wir sind eine Hilfstruppe der römischen Armee, keine römische Legion. Hilfstruppen waren am Limes wie diese hier stationiert“, wies Paulukat auf das ein Meter mal 50 Zentimeter große Ausstellungsmodell hin, das die Entstehungsgeschichte des Limes im Zeitraum von 300 Jahren nachbildete. „Gaius Paulus“ warnte vor dem bewaffneten Soldaten, der den „Eingang“ des Römerlagers bewachte, denn auf der anderen Seite befand sich eine germanische Siedlung.




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„Germanische Handwerker haben sich gerne vor römischen Kastellen niedergelassen, um mit den Römern Handel zu betreiben“, erzählte Thorsten Reiß. Sein Verein Ars Replika hatte hier ein germanisches Lager aufgeschlagen. So konnten die Besucher Handelszenen mit den Römern miterleben, Brot am Lagerfeuer backen, Waffen bestaunen, beim Weben zu sehen und dabei sein, als germanische Frauen einen Grubenbrand für ihre getöpferten Waren vorbereiteten. An den zwei Tagen lösten nachgestellte Szenen, Vorträge zum Beispiel über antike Fischerei, Führungen durch die Römerwelt und Auftritte des römischen Reiters (Hermann Klinkhammer) einander ab.

Diese Veranstaltungen kündigte die römische Tavernenwirtin „Silvana Sylvestre“ (Susanne Syré) mit lauten Ausrufen an. „Ich habe eine Ausbildung als Limes-Cicerona gemacht. Die Limes-Cicerones sind zertifizierte Natur- und Landschaftsführer, die unter fachlicher Begleitung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz dafür ausgebildet wurden, Besuchern den Limes und die Landschaft näher zu bringen. Ich habe die Archäologie nicht nur zum Hobby, sondern auch zum Beruf gemacht“, erzählte Syré, studierte Archäologin. Auch für Paulukat ist das Römerleben eine tolle Beschäftigung in seiner Freizeit: „Es gibt verschiedene Vereine, die sich mit dem römischen/germanischen Leben auseinandersetzen. Wir sind keine Konkurrenten und haben ein tolles Miteinander. Deshalb machen wir auch mal gerne etwas zusammen“. Simone Schwamborn


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