Werbung

Nachricht vom 08.04.2014    

Beutel aus Maisstärke verrotten zu langsam

Sie sehen aus wie typische Müllbeutel, doch sie sind nicht aus Plastik, sondern aus Maisstärke und für den Biomüll gedacht. "Ich bin kompostierbar", steht in großen Lettern auf den Tüten, die viele Bürger für ihre Bioabfälle verwenden - im Vertrauen auf deren Umweltverträglichkeit.

In die Biotonne gehören keine Beutel aus Maisstärke. Foto: Wolfgang Tischler

Kreis Neuwied. „Die Botschaft, mit der die Tüten verkauft werden, lässt vermuten, dass die Bioabfälle damit umweltverträglich entsorgt werden und die Beutel problemlos abbaubar sind. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus“, erläutert der 1. Kreisbeigeordnete und Abfalldezernent Achim Hallerbach. Laut Satzung des Kreises Neuwied gehören nur biologisch verwertbare Küchenabfälle, insbesondere Obst-, Gemüse- und sonstige Speisereste sowie Grünabfälle wie Laub, Gras-, Baum- und Strauchschnitt in die Biotonne und keine (!) biologisch abbaubaren Kunststoffe.

„Das Problem ist, dass die Tüten aus Maisstärke mindestens drei Monate brauchen, um vollständig zu verrotten“, erklärt Achim Hallerbach, „während dessen die Kompostierung der eingesammelten angelieferten Küchen- und Gartenabfälle lediglich sechs bis acht Wochen benötigt um zu Kompost verarbeitet zu werden.“

Daher empfiehlt es sich, Papiertüten oder Zeitungspapier für die feuchten Bioabfälle zu verwenden. Dies hilft neben der Vorbeugung gegen Gerüche und Ungezieferbefall im Sommer auch gegen das Festfrieren im Winter. Zudem ist zum vollständigen Abbau von Zeitungspapier der Rotteprozess ausreichend und die Verwendung deswegen tolerierbar.

Nicht abbaubare, oder zu langsam abbaubare Biotüten finden sich am Ende des Rotteprozesses, d.h. im Kompost wieder, was zu einer Abweichung in der Qualitätssicherung und teilweise sogar bis zur Aberkennung des Gütezeichens führen kann, teilt Hallerbach mit. Darüber hinaus sei es sehr schwierig, optisch die Biotüten von Plastiktüten zu unterscheiden. Diese Problematik führt dazu, dass die Mitarbeiter bei der Sortierung jeden einzelnen Beutel öffnen und entleeren müssen, um den Bioabfall auf Störstoffe zu untersuchen", moniert das zuständige Entsorgungsunternehmen. Doch auch das Aufreißen ist sehr schwierig, und die Maisstärke-Tüten sind sogar noch reißfester als normale Plastiktüten.



Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied appelliert insofern an die Bürger sich weiterhin den herkömmlichen Empfehlungen anzuschließen und auf jegliche Kunststoffe zu verzichten. „Kunststoffe gelten nach wie vor als Störstoffe, die weder zur Abfallentsorgung auf dem heimischen Gartenkompost noch für die hiesigen Biotonnen und das Kompostwerk geeignet sind“, unterstreicht der 1. Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach. Die notwendigen Bedingungen für einen rückstandslosen Abbau liegen nicht vor und müssen deswegen aufwendig aus dem Bioabfall aussortiert werden, damit negative Auswirkungen auf die Kompostqualität ausgeschlossen werden können.

Infos zum Thema bei der Abfallberatung des Landkreises Neuwied unter der Telefonnummer: 02631/803-308 bei der Kreisverwaltung Neuwied.


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Tabula Rasa 2026: Umweltaktion mit neuem Konzept und flexibler Planung

Die beliebte Umweltinitiative "Tabula Rasa" startet 2026 mit einem überarbeiteten Konzept. Die Müllsammelaktion ...

Landräte in Rheinland-Pfalz warnen vor Krankenhauskrise durch GKV-Reform

Die Landräte aus dem Norden von Rheinland-Pfalz schlagen Alarm: Die geplante Reform der gesetzlichen ...

Bergbaugeschichte in Willroth: Neuer Verein übernimmt das Erbe

In Willroth wird ein bedeutendes Kapitel der Ortsgeschichte unter neuer Leitung fortgeführt. Nach der ...

Polizei warnt vor Missbrauch von Traueranzeigen durch Kriminelle

Traueranzeigen sollen eigentlich dem Gedenken an Verstorbene dienen. Doch immer häufiger nutzen Kriminelle ...

Mülltonnenbrände in Bendorf-Mülhofen: Polizei sucht Zeugen

In der Nacht zum 15. Juli kam es im Bendorfer Stadtteil Mülhofen zu zwei Mülltonnenbränden. Die Polizei ...

1.000 Operationen mit dem Da-Vinci-System: Prof. Naumann erreicht Meilenstein am Marienhaus Klinikum Neuwied

Prof. Dr. Carsten Maik Naumann, Chefarzt der Urologie am Marienhaus Klinikum Neuwied-Waldbreitbach, hat ...

Weitere Artikel


VG Bad Hönningen ehrte ihre Sportler

Ob beim Tischtennis, Fußball oder Turnen – in der Verbandsgemeinde Bad Hönningen engagieren sich viele ...

„Bilinguales“ Vorlesen fördert frühkindliche Sprachentwicklung

Sprache verbindet, schafft Verständnis und bildet. In Neuwied startet jetzt im Rahmen der Aktion „frühstart“ ...

Wählergruppe Klein-Ventur kandidiert wieder für Gemeinderat Oberdreis

Bei der gut besuchten Wahlberechtigtenversammlung der Wählergruppe Dieter Klein-Ventur wurde die Kandidatenliste ...

Grüne wählen Liste für den VG-Rat Puderbach

Einstimmig wählte die Mitgliederversammlung des Ortsverbandes der Grünen in Urbach 14 KandidatInnen für ...

„Grüne Dame“ Christel Baumgarten erhält Kronenkreuz der Diakonie

Wenige Tage nach Verwaltungsratsmitglied Albert Schmidt ist eine zweite Person im Krankenhaus Dierdorf/Selters ...

SG Freirachdorf/Wienau schlägt Eichelhardt

Ein 3:0 Auswärtssieg der Frauenmannschaft der SG Freirachdorf/Wienau gegen Eichelhardt begeisterte Mannschaft ...

Werbung