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Nachricht vom 06.01.2014    

Neues Jahr, neues Glück?

Von Eva Klein

Jeder Jahreswechsel bringt automatisch ein Gefühl der Erneuerung mit sich. Die Seiten des neuen Kalenders sind noch weiß und unbeschrieben, die Feiertage und der damit verbundene Erholungsfaktor hält noch an und die guten Vorsätze für das neue Jahr sind noch zu frisch, um im Nebel der Verdrängung zu verschwinden. Womit wir bereits beim Thema wären, denn genau diese guten Vorsätze sind es, die mich alljährlich an den Rand der Verzweiflung bringen.

Im Angesicht von Jahreswechsel und Feuerwerken machte sich unsere Autorin Eva Klein Gedanken über die guten Vorsätze. Foto: Klein

Geht es nach meiner Vorstellung, so sehe ich mich am Ende eines jeden Jahres im Geiste schon fröhlich lächelnd in unserer perfekt geputzten Küche ein frisches und durchweg gesundes Drei-Gänge Menü zubereiten, nachdem ich – wie jeden Tag – an der Seite unseres aufs Wort hörenden Hundes fünf Kilometer durch den Wald gejoggt bin. Natürlich bin ich in dieser Vorstellung mindestens sechs Kilo schlanker, was nicht nur an meinem konsequenten Sportprogramm liegt, sondern auch daran, dass ich beim Ausmisten des Kellers, Speichers und der Schränke zahlreiche Kalorien verbrannt habe. Mein Flur ist längst gestrichen, der Boden im Wohnzimmer erneuert und die Kinder winken dank meiner intensiven Hausaufgaben- und Lernbetreuung nur noch mit Einsen.

Trotz der Tatsache, dass ich der Verlockung der Suggestion, dieser Traum könnte doch tatsächlich Realität werden, nachgebe und mir sage, dass ich das alles im neuen Jahr bestimmt mit Leichtigkeit umsetzen werde, schleicht sich jedoch bereits zum Jahreswechsel ein kleiner Störenfried namens Realismus in meinen Kopf und nagt dort an meinem farbenfrohen Idealbild und ich ahne, dass ich auch im neuen Jahr wahrscheinlich nicht jeden Tag in einer blinkenden Wohnung verbringen werde, dass das gesunde Drei-Gänge Menü auch im Jahr 2014 öfter als gewollt aus Fischstäbchen und Joghurt besteht, dass der Wald mich nicht oft zu Gesicht bekommt – und schon gar nicht joggenderweise – und Keller, Speicher und Schränke werden auch am Ende des nächsten Jahres noch genauso chaotisch aussehen wie heute.

Doch die Erkenntnis hat einen angenehmen Nebeneffekt. Ich bin nämlich in diesem Jahr mal schlauer und fasse erst gar keine guten Vorsätze, die dann im neuen Jahr kläglich an meinem inneren Schweinehund scheitern und mich völlig demotiviert zurücklassen. Dafür habe ich mir Dinge vorgenommen, die zwar auf den ersten Blick mit weniger Zeitaufwand verbunden sind, aber bei denen die Tücke im Detail liegt.



Ich habe mir vorgenommen herauszufinden, warum es so schwer fällt, den Menschen, welchen man im Innersten doch unendlich dankbar ist, dies auch mit Worten und Gesten zu zeigen. Ich möchte lernen, nicht vorschnell zu urteilen, sondern die Beweggründe von Entscheidungen meiner Mitmenschen erst mal genau zu durchleuchten, bevor ich darüber urteile.

Ich will meinen Mund halten in den Situationen, in denen Schweigen besser wäre und ihn aufmachen, wenn es nötig ist – auch wenn dies manchmal sehr viel Mut erfordert. Ich weiß nicht, ob ich diese Vorsätze besser einhalten kann als die der letzten Jahre. Ich weiß nur, dass ich – sollte es mir nicht gelingen – darüber betrübter wäre, als ich es jemals über ungestrichene Flure und chaotische Schränke sein werde.

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Ich möchte mich Ihnen kurz vorstellen:
Mein Name ist Eva Klein, ich bin 32 Jahre alt und lebe mit meinem Mann, meinen Töchtern Finya (9) und Fidelia (7), unserem Neuzugang Paul (11 Wochen), einem Hund, zwei Kaninchen und 35 Babyfischen in Puderbach. Neben meiner Tätigkeit für den NR-Kurier studiere ich gegenwärtig Journalismus und verfasse als Texterin Inhalte für web-content, Presseberichte, Produktbeschreibungen und Unternehmens-Portfolios. Das geschriebene Wort ist für mich Inspiration und Passion zugleich. Ohne diese Möglichkeit mich auszudrücken, wäre mein Leben nicht das, was es ist. An dieser Stelle werde ich ab sofort regelmäßig meine Gedanken und Erlebnisse mit Ihnen teilen und freue mich auf zahlreiche Kommentare von Ihnen!



Kommentare zu: Neues Jahr, neues Glück?

1 Kommentar

Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang sondern ein Weiterleben mit der Weisheit die uns die Erfahrung gelehrt hat.


#1 von Manfred Hundhausen PHW, am 07.01.2014 um 18:32 Uhr

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