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Nachricht vom 09.06.2013    

Deutschland gratuliert dem Windhagener Bürgermeister Josef Rüddel

Wie wird man ein erfolgreicher Bürgermeister, vielleicht sogar der erfolgreichste in ganz Deutschland? Josef „Jüppchen“ Rüddel in Windhagen hat es vorgemacht: Man muss sehr lange Bürgermeister sein und viel für seine Gemeinde erreichen. Am Sonntag gratulierten 300 Festgäste dem dienstältesten Bürgermeister Deutschlands im Bürgerforum in Windhagen zu seinem 50-jährigen Amtsjubiläum. Der noch an der Spitze seiner Gemeinde stehende Rüddel (88) und seine Frau Gretchen folgten dem stundenlangen Jubiläumsprogramm mit vielen Reden vergnügt und bei bester Gesundheit.

Josef "Jupp" Rüddel mit Ehefrau Gretchen und Sohn Erwin. Sogar der Bundespräsident schickte dem dienstältesten Bürgermeister Deutschlands seine Glückwünsche. Fotos: Holger Kern

Zwei Charaktereigenschaften des Jubilars wurden in den Festreden am häufigsten genannt: Humor und ein Quentchen Hemdsärmeligkeit. „Josef Rüddel fragt nicht, was ankommt, sondern worauf es ankommt.“ Das sagte einer, des es wissen muss: Erwin Rüddel, der nicht minder erfolgreiche Sohn des Ortsbürgermeisters, der die Region zwischen Rhein und Westerwald mittlerweile im Bundestag vertritt.

Ähnlich beschrieb es Landrat Rainer Kaul. 1972 begegnete er – als junger Prüfer einer Landesbehörde – dem Windhagener Ortsbürgermeister zum ersten Mal. Windhagen war arm, aber es ging aufwärts. Josef Rüddel war „am wirbeln“, schildert es der Landrat. Wenige Minuten vorher, bei der Begrüßung, hatte Rüddel dem Behördenchef zugeflüstert: „Gell, Herr Landrat, Sie haben damals schon nix gefunden, was Sie beanstanden konnten, und heute immer noch nicht!“

Was aber nicht heißt, dass sich der Gemeindechef immer sklavisch an die Buchstaben der Gesetze hält. Er legt sie sich gerne passend aus. „Wir haben es hier in Windhagen nicht so mit Verordnungen“, sagte er jüngst im Interview zu einem Reporter der Financial Times Deutschland.

So haben ihn auch die mittlerweile vielen Windhagener Unternehmer erlebt, für die Katharina Geutbrück sprach: „Josef Rüddel ist in unseren Augen nicht nur ein Bürgermeister. Er ist ein Unternehmer für Windhagen, genau gesagt ein Familienunternehmer. Den als große Familie fühlen wir alle uns hier in Windhagen.“ Wo sich größere Gemeinden in den Wirtschaftswunderjahren zierten, Gewerbebetriebe anzusiedeln, da habe Rüddel zu ihren Eltern gönnerisch gesagt: „Sucht euch aus, was ihr wollt. Das kriegen wir schon hin!“

Ähnliches widerfuhr Landrat Kaul, als er im Zusammenhang mit dem Bonn-Berlin-Ausgleich auf der Suche war nach einem Standort für ein vom Bund gefördertes Technologiezentrum. Am heutigen Standort Rheinbreitbach gab es zunächst Widerstände gegen das Projekt. Rüddel sagte damals zum Landrat: „Kommen se doch nach Windhagen. Das Grundstück hab’ ich schon parat, und das bisschen Kleingeld für die Bauerei kriegen se von der Gemeinde.“

Für keine Aufgabe, das beschrieben alle Redner, ist sich der angesehene Ortsbürgermeister zu schade. In seiner sehr humorvollen und von viel Applaus begleiteten Ansprache nannte Axel Schülzchen, CDU-Fraktionsvorsitzender im Windhagener Gemeinderat, ein Beispiel. Sein Sohn hatte im Sommerurlaub eine Sandburg gebaut und der Vater leichtfertig eine Urkunde der Gemeinde dafür versprochen. Die forderte der Sohn später ein. Als Josef Rüddel davon erfuhr, ließ er eine Urkunde erstellen mit dem Wortlaut „Verleihung des Großen Preises der Gemeinde Windhagen für besondere Leistungen im Sandburgenbau“ und überreichte sie dem glücklichen Kind mit den Worten: „Ich bin der Josef!“




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Im Ort hat die Hilfsbereitschaft des Gemeindechefs ein geflügeltes Wort geprägt: „Wähle 2564, und das Jüppchen steht vor der Tür!“ Wo es etwas zu tun gebe, werde es getan, beschrieb Axel Schülzchen die Vorgehensweise des Bürgermeisters: „Sein Motto ist: Erst mal machen, dann fragen!“ So komme es auch vor, dass der Gemeinderat über Monate hinweg nicht einberufen werde. Hinterher stelle sich heraus, dass der erste Mann im Dorf alle Entscheidungen als „Eilentscheidungen“ selbst getroffen hatte.

Solches mag der Grund gewesen sein, weshalb ihn Landrat Rainer Kaul zur Erheiterung aller Anwesenden mit einer Urkunde zum „Schlitzohr des Landkreises Neuwied“ ernannte. Eine Ehrung, die der Jubilar mit einem schelmischen Lächeln und funkelnden Augen freudig annahm. Josef Rüddel ist das erste offizielle Schlitzohr im Kreis Neuwied, „wahrscheinlich auch das einzige“, meinte der Landrat im Hinblick auf die Einzigartigkeit des Geehrten.

Wie erfolgreich der Amtsinhaber in den vergangenen 50 Jahren in Windhagen gewirkt hat, deutete Innenminister Roger Lewentz an. Windhagen hat teilweise Rücklagen von bis zu 20 Millionen Euro auf der hohen Kante. Das ist mehr als das sechsfache dessen, was vergleichbare Gemeinden in den Sparstrumpf packen können. Lewentz überbrachte die Grüße und Glückwünsche der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Zuvor hatte Sohn Erwin ein Gratulationsschreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel verlesen. Auch Bundespräsident Joachim Gauck zollte dem Jubilar mit einer Urkunde seine Anerkennung.

Der Musikverein Harmonie Windhagen gestaltete die Feier musikalisch. Beifallsstürme ernteten die „Wenter Flöhe“ vom Möhnenclub „Rubbeldidupp“. Alle Gratulanten hatte Josef Rüddel gebeten, ihm nichts zu schenken, sondern der Aktionsgruppe „Kinder in Not“ der Windhagener Unternehmerin Gisela Wirtgen eine Spende zukommen zu lassen. Holger Kern


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