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Nachricht vom 18.05.2013    

Motodrom –älteste Steilwand der Welt auf der Pfingstkirmes

Die Heddesdorfer Pfingstkirmes wurzelt in Jahrhunderte alter Geschichte und pflegt auch heute noch uraltes Brauchtum. Auf der anderen Seite präsentiert sie jedes Jahr die neuesten technischen Finessen, was die Fahrgeschäfte angeht. Eines ist jedoch darunter, das schon fast historisch ist. Das Motodrom ist die älteste reisende Steilwand der Welt und wurde im Jahr 1928 in Betrieb genommen.

Wieder in Neuwied: das Motodrom - die älteste reisende Steilwand der Welt.

Hier ein kleiner Einblick in die Geschichte dieser außergewöhnlichen Attraktion: Das heutige Motodrom wurde 1928 von Josef Ruprecht, einem Münchner Schausteller, der seinerzeit die größte Holzachterbahn Deutschlands führte, in der Nähe von Berlin in Auftrag gegeben. In den 1930-er Jahren gastierte die Steilwand in allen großen deutschen Städten, wahrscheinlich unter dem Namen “Steile Wand” oder “Todeswand”.

Der Transport in der damaligen Zeit war äußert zeit- und arbeitsaufwändig, da alle Wagen mit Traktoren gezogen wurden und eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern selten überschritten wurde. Um weite Strecken zu bewerkstelligen, musste das komplette Geschäft auf die Bahn verladen werden. Diese Art der Beförderung wurde bis ins Jahr 1984 beibehalten.

Im Frühjahr 1935 wechselt der Besitz von Ruprecht zu Willhelm Kling aus Mainz, dem es gelang, die Steilwand weitestgehend unversehrt durch die Kriegsjahre zu retten. In den 1950-er Jahren führt Werner Thies aus Frankfurt am Main das Unternehmen unter dem Namen „Die Auto-Steilwand”. Im Film „Die Todesarena” von 1953 wird die Wand zum Filmstar. In diesem Jahr, das dokumentieren die alten Baubücher, gastiert das Motodrom auch bei der Heddesdorfer Pfingstkirmes.




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Ab 1984 war die Steilwand im Besitz von Hugo Dabbert, der zuvor mehrere Jahre als Fahrer in der Wand arbeitete. Dabbert gab ihr den Namen „Motodrom”, modernisierte sie mit einer neuen Front, Lkw und Schnelläuferwagen und erschuf „Die Motorellos” mit einzigartigem Programm. Im Jahr 2012 übergab Dabbert das „Motodrom” an Thomas Ottl und Donald Ganslmeier, die es mit Zuversicht in die nächste Steilwandgeneration tragen.

Heute noch sind die Kirmesbesucher ebenso wie damals fasziniert von den halsbrecherischen Kunststücken der Steilwandfahrer. Besucher, die regelmäßig zur Heddesdorfer Pfingstkirmes kommen, kennen das Motodrom, war es doch seit dem ersten dokumentierten Auftritt vor 60 Jahren schon des öfteren in Neuwied zu Gast. In diesem Jahr gibt es am Freitag, 17. Mai, einen ganz besonderen Einblick hinter die Kulissen. Für Inhaber eines Gutscheins aus dem Pfingstkirmes-Gutscheinheft (erhältlich in der Tourist-Information der Stadt Neuwied) wird eine Führung durch die Steilwand angeboten mit der Gelegenheit, ganz außergewöhnliche Fotos zu machen.


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