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Nachricht vom 19.12.2012    

Verbandsgemeinde Dierdorf erhöht Preise für Wasser und Abwasser

Die Werke der Verbandsgemeinde Dierdorf würden ohne Erhöhung im kommenden Jahr Verluste schreiben. Daneben bestehen bereits Verlustvorträge. Die Verwaltung schlug dem Rat eine Erhöhung der Entgelte vor.

Beim Wasser und Abwasser müssen die Dierdorfer tiefer in die Tasche greifen. Foto: Wolfgang Tischler


Dierdorf. In der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Dierdorf am Dienstagabend (18.12) hatten sich die Ratsmitglieder mit den Preisen für Wasser und Abwasser zu befassen. Verbandsbürgermeister Horst Rasbach ließ die Mitglieder wissen, dass es beim Wasser 2013 einen Jahresverlust von 63.800 Euro und beim Abwasser von 31.500 Euro geben würde, wenn die Entgelte unverändert blieben.

Zum Hintergrund erläuterte Horst Rasbach, dass das Kreiswasserwerk, das den Dierdorfern 55 Prozent des Wasserbedarfs liefert, im laufenden Jahr den Preis pro Kubikmeter Wasser um 12 Cent erhöht hat. Dann stehe die Einführung des Wassercents von der Landesregierung an. Hier werden 6 Cent pro Kubikmeter gefördertem Wasser erhoben. Da nicht alles geförderte Wasser auch zur Abrechung gelangt, seien dies unter dem Strich bereits 7 Cent pro verkauftem Kubikmeter Wasser. „Wir kommen nicht um eine Entgelterhöhung umhin“, war die Meinung des Bürgermeisters Rasbach.

Die Fraktionssprecherin der SPD Rosi Schneider meinte: „Es kommt nie Freude auf, wenn wir an der Entgeltschraube drehen müssen. Wir wollen aber auch die Qualität unseres Wassers hochhalten. In den vergangenen Jahren konnten wir Kostensteigerungen betriebswirtschaftlich gut auffangen, indem betriebliche Abläufe optimiert wurden. Sie schlug für ihre Fraktion vor, das Wasserentgelt um 10 Cent je Kubikmeter und den Grundpreis um 12 Euro zu erhöhen. Das Abwasser solle pro Kubikmeter um 5 Cent und der Grundpreis hier um 8 Euro steigen.

Für die CDU trug Hans-Dieter Spohr vor, dass die verkaufte Wassermenge in den letzten fünf Jahren gleich geblieben sei. „Wir sollten nicht nur an der Einnahmen-, sondern auch an der Ausgabenseite arbeiten. Ich vermisse Vorschläge zur Einsparung. Einer Gebührenerhöhung wird unsere Fraktion nur zustimmen, wenn auch Ausgaben gespart werden“, trug das Ratsmitglied Spohr vor. Er rechnete vor, dass der Materialaufwand und die sonstigen Kosten in den letzten Jahren beim Wasser um durchschnittlich 6,3 Prozent und beim Abwasser sogar um 7,5 Prozent gestiegen seien.



Die Fixkostenanteile hätten sich in den letzten Jahren ständig erhöht, bemängelte Spohr: „Beim Singlehaushalt, egal ob jung oder verwitwet, ergibt sich ein Fixkostenanteil von über 60 Prozent. Wir sind auf dem Weg zur Wasser-Flatrate.“ Der Vorschlag der CDU-Fraktion lautete: „Erhöhung des Wasserpreises um 8 Cent, dies sind die Mehrkosten, die wir nicht beeinflussen können. Die Grundgebühr und die Abwasserpreise bleiben unverändert.“

Verbandsbürgermeister Rasbach stellte zuerst den Vorschlag der SPD-Fraktion zur Abstimmung. Er wurde mit den 12 Stimmen der SPD angenommen. CDU und ein FDP-Mitglied (9 Stimmen) votierten dagegen. Demnach ergibt sich Folgendes: Der Preis für den Kubikmeter Wasser steigt um 10 Cent auf 1,69 Euro. Für einen normalen Zähler steigt der Grundpreis auf 87 Euro. Der Kubikmeter Schmutzwasser steigt um 5 Cent auf 1,52 Euro und die Grundgebühr auf 128 Euro. Das Oberflächenwasser wird um 1 Cent auf 62 Cent angehoben.

Horst Rasbach versprach mit den Einsparmöglichkeiten im Stromverbrauch anzufangen und dann sukzessive alle Bereiche zu durchleuchten. Der Werksausschuss soll sich im kommenden Jahr intensiv mit den Kosten auseinandersetzen. Wolfgang Tischler


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