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Nachricht vom 20.11.2012    

Handwerks-Vollversammlung tagte in Koblenz

Unternehmer verabschiedeten 28-Millionen-Etat – Joachim Noll aus Stebach neuer Vizepräsident – Beitrag wird um zwei Prozent angehoben

Region. Einen um 1,6 Millionen Euro höheren Jahreshaushalt 2013 verabschiedete die Vollversammlung der Handwerkskammer in Koblenz. Die Mitgliedsbetriebe müssen einen um zwei Prozent höheren Beitrag zahlen. Momentan gibt es fast doppelt so viele unbesetzte Lehrstellen wie vor einem Jahr.

Joachim Noll aus Stebach im Kreis Neuwied (links, mit HwK-Präsident Werner Wittlich und Arbeitgebervizepräsident Peter Gieraths) ist neuer Arbeitnehmervertreter-Vizepräsident bei der Handwerkskammer Koblenz.

Die aktuelle Wirtschaftslage im Handwerk beschrieb HwK-Präsident Werner Wittlich bei seiner Einführungsrede in die Vollversammlung der Handwerkskammer (HwK) Koblenz als gut. Die weiteren Prognosen der Betriebe gingen von einer stabilen Lage auf hohem Niveau aus. Die guten Nachrichten aus dem Handwerk setzten sich bei den Ausbildungszahlen fort, die mit 3.546 neu eingetragenen Lehrverträgen fast auf Vorjahresniveau liegen.

„Vor dem Hintergrund, dass wir in Deutschland Gebiete haben, die einen Einbruch bei den Lehrlingszahlen von 15, ja sogar 20 Prozent verkraften müssen, ist unser Ergebnis hervorragend“, so Wittlich, der gleichwohl die Fachkräftesicherung als Kernthema herausstellt.

Die Arbeit mit und für Jugendliche lag auch HwK-Vizepräsident Ulrich Ferber stets am Herzen, der nach 18 Jahren aus dem Vorstand und der Vollversammlung der HwK verabschiedet wurde. Seine Nachfolge tritt der 45-jährige Kfz-Mechanikermeister Joachim Noll (Stebach/Kreis Neuwied) an.

Die Vollversammlung als höchstes Gremium des Handwerks im nördlichen Landesteil setzt sich aus 48 Mitgliedern zusammen, die zu einem Drittel aus dem Bereich der Arbeitnehmervertreter stammen und zu zwei Dritteln aus dem der Arbeitgeber. In der jährlich im November tagenden Vollversammlung werden wichtige Weichen für die weitere Entwicklung des Handwerks gestellt.

Vor dem Hintergrund einer angespannten internationalen Wirtschafts- und Finanzlage fand Handwerkskammerpräsident Werner Wittlich (Kurtscheid) viele lobende Worte für das Handwerk in der Region: „Wir nehmen Nachrichten vom Abschwung des Wirtschaftswachstums oder Rezession sehr ernst. Doch unsere Betriebe kennen ihre Stärken und Schwächen und agieren auch in Krisensituationen besonnen und weitsichtig.“ Wichtige Partnerschaften funktionierten, so die zur Kreditwirtschaft. Wittlich lobte die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. „Die Kreditversorgung des Handwerks läuft gut, was wir vorrangig diesen Finanzinstituten zu verdanken haben.“

Wittlich nannte konkrete Zahlen des Handwerks: „Aktuell verzeichnen wir 917 freie Ausbildungsplätze. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 478. Die Zahl hat sich also fast verdoppelt!“ Auch hier gelte für das Handwerk: Nicht Jammern, sondern anpacken. „Das Interesse der Jugendlichen am Handwerk ist da, wir müssen unsere Stärken, die Attraktivität und die Möglichkeiten einer Selbstverwirklichung im Handwerk noch deutlicher herausstellen!“ Events wie die großen Schulfeste oder die „Nacht der Technik“ bis hin zu den Ferien-Workshops wurden mit ihren Erfolgen genannt. Auch die bundesweite Imagekampagne des Handwerks mit immer neuen, regionalen Inhalten kommt in der Öffentlichkeit gut an, gerade bei den Jugendlichen.



Joachim Noll aus Stebach im Kreis Neuwied ist Nachfolger von Ulrich Ferber. Mit seiner Arbeit als Vizepräsident für die Interessen der Arbeitnehmer hat Ulrich Ferber über Jahrzehnte seinen Beitrag für das Handwerk und den guten Stand der HwK Koblenz geleistet. Jetzt wurde er feierlich verabschiedet und erhielt minutenlangen Applaus durch die 48 Mitglieder der Vollversammlung, der er seit 1989 angehörte. Vor 18 Jahren wurde er in den Vorstand gewählt und ist seitdem Vizepräsident der Arbeitnehmervertreter. „Ulrich Ferber war fester und verlässlicher Bestandteil der Vollversammlung und wir werden ihn als fairen, engagierten und in der Sache durchsetzungsstarken Arbeitnehmervertreter gern in Erinnerung behalten. Dabei liegt es auf der Hand, dass die Interessen von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern nicht immer konform gingen, aber stets stand für ihn das gesamte Handwerk im Blick“, lobte Wittlich die gute Zusammenarbeit.

Die Nachfolge als Vizepräsident tritt Joachim Noll an, wie Ferber Mitarbeiter bei Mercedes-Benz in Koblenz und hier für die Nachwuchsarbeit zuständig.

Haushalt verabschiedet
Die Mitglieder der Vollversammlung stimmten dem Kammerhaushalt 2013 in Höhe von 27,9 Mio. Euro zu, der damit um 1,6 Mio. Euro über den Ausgaben des Vorjahres liegt, was insbesondere in der Restfinanzierung der Baumaßnahme des „Zentrums für Ernährung und Gesundheit“ begründet ist. Im Bereich des Beitrages beschloss das höchste Gremium des Handwerks im nördlichen Rheinland-Pfalz eine Anhebung des Grundbeitrages um zwei Prozent, was laut Kammer der aktuellen Teuerungsrate entspricht.


Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
     


Kommentare zu: Handwerks-Vollversammlung tagte in Koblenz

2 Kommentare

Wie ist eigentlich der Zwist zwischen Hauptgeschäftsführer und Präsident auf der Versammlung ausgegangen, bzw.: Wie geht es weiter?

#2 von Michael Pramann, am 22.11.2012 um 07:57 Uhr
2008:Finanzen:

Der Jahreshaushalt beträgt rund 25 Mio. Euro, das Beitragsaufkommen 6 Mio. Euro.

Die HwK hat 300 Mitarbeiter, die Personalausgaben belaufen sich auf 10 Mio. Euro.

Eine Zahl, die für die Entwicklung der Kammer steht: 1976 gab es 50 Mitarbeiter.

Wieviel Mitarbeiter gab es 1976 zum Beispiel bei OPEL in Bochum und wie viele sind es heute? Industrialisierung, Technisierung, Rationalisierung, Globalisierung.
Damals erstellte man Statistiken von Hand,. Ebenso die Buchführung. Heute per Knopfdruck.
#1 von Michael Pramann, am 22.11.2012 um 07:18 Uhr

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