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Nachricht vom 30.08.2012    

Arbeitsmarkt beendet Sommerpause - Weniger offene Stellen

Im Bundesdurchschnitt liegt die Arbeitslosenquote bei 6,8 Prozent, im Bezirk der Arbeitsagentur Neuwied bei 5,6 Prozent. Im Detail liegt die Quote im Landkreis Altenkirchen bei 5,3 Prozent, im Kreis Neuwied bei 5,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit sinkt mit dem Ende der Sommerferien, allerdings werden die Werte des Vorjahres nicht erreicht. Die Unternehmen reagieren verhalten auf die Euro-Krise und melden weniger offene Stellen.

Neuwied. Mit dem Ende der Sommerferien sinkt die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Neuwied: 9.157 arbeitslose Frauen und Männer zählten die Statistiker Ende August in den von der Arbeitsagentur betreuten Landkreisen Neuwied und Altenkirchen.
Im Juli waren es noch 135 mehr. Profitieren konnten von der saisonüblichen Entwicklung vor allem junge Leute unter 25 Jahren. Sie hatten sich in den Wochen zuvor verstärkt arbeitslos gemeldet, weil sie nach dem Ende ihrer Ausbildung nicht sofort eine Anschlussbeschäftigung fanden oder auf den Beginn von Schule oder Studium warten mussten.

Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 auf 5,6 Prozent. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt, dass sich auch ein anderer Trend verfestigt: Die guten Werte des vergangenen Jahres werden 2012 nicht mehr erreicht. Ende August 2011 waren im Agenturbezirk 401 Menschen weniger arbeitslos. Die Quote lag bei 5,4 Prozent.
"Damit bestätigt sich, was sich seit Jahresbeginn abzeichnet: Die Betriebe in der Region reagieren zunehmend verhalten auf die Euro-Krise", erklärt Agenturleiter Karl-Ernst Starfeld. Das zeige sich nicht nur an der steigenden Arbeitslosigkeit, sondern auch am Rückgang der gemeldeten Stellen. Zwar gab es auch hier die saisonübliche Belebung, aber mit 510 neuen Angeboten liegt der Augustwert um mehr als 100 hinter dem des Vorjahres zurück. Insgesamt liegen der Agentur aus beiden Landkreisen zurzeit aber noch immer 1.255 offene Stellen vor.

Erstaunlich gleichförmig verlief die jüngste Entwicklung in den beiden Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches (SGB), die die Arbeitslosigkeit regeln. So gab es bei den Mitgliedern der Versichertengemeinschaft nach SGB III, die in der Regel noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind, einen kurzfristigen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 66, während sie in der langfristigen Betrachtung um 200 anstieg.
Bei den Männern und Frauen, die von den Jobcentern betreut werden und Grundsicherung nach SGB II erhalten – also bei den sogenannten Hartz-IV-Empfängern – ging die Arbeitslosigkeit im August um 69 zurück, stieg aber im Jahresvergleich um 200 an. Insgesamt sind im Agenturbezirk derzeit 3.402 Menschen nach SGB III und 5.755 nach SGB II arbeitslos gemeldet.

Unterschiede offenbaren sich im Vergleich der beiden Landkreise. Während der kurzfristige Rückgang in Neuwied höher ausfällt, schneidet Altenkirchen im Jahresvergleich deutlich besser ab. So sinkt die Arbeitslosigkeit im August in Neuwied um 104, in Altenkirchen um 31. Vor einem Jahr waren in Neuwied jedoch 496 Menschen weniger arbeitslos als heute, in Altenkirchen waren es 95 mehr.




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Die Arbeitslosenquote liegt in Neuwied derzeit bei 5,9 und in Altenkirchen bei 5,3 Prozent. Vor einem Jahr verzeichnete beide Landkreise eine Quote von 5,4 Prozent.

"Von regionalen Schwankungen abgesehen ist die Entwicklung eindeutig: Auch wenn wir im Jahresverlauf immer wieder Rückgänge in der Arbeitslosigkeit und Zuwächse bei den gemeldeten Stellen haben, wird der Abstand zum Vorjahr doch von Monat zu Monat deutlicher. Die Arbeitgeber halten sich augenscheinlich mit Neueinstellungen zurück und warten offenbar erst einmal ab, wie sich die Lage in Europa und der Welt weiter entwickelt", erläutert der Agenturchef.

Umso erfreulicher sei es, so Starfeld, dass diese unternehmerische Zurückhaltung sich offenbar nicht auf den Ausbildungsmarkt auswirke. Noch gibt es im Agenturbezirk sowohl Betriebe als auch Jugendliche, die auf der Suche sind. 192 offenen Stellen – 140 im Landkreis Neuwied und 52 im Landkreis Altenkirchen – stehen Ende August 291 unversorgte Bewerber gegenüber, von denen 188 aus dem Landkreis Neuwied und 103 aus dem Landkreis Altenkirchen kommen.
Obwohl es damit rechnerisch deutlich weniger Stellen als Bewerber gibt, sei dies kein Grund zur Sorge, betont der Agenturleiter. Denn er ist sicher, dass sich die Situation bis Oktober weiter reguliert.

"Die Berufsberater fragen derzeit bei den jungen Leuten nach, die bei uns gemeldet sind. Und wie immer sind die Wenigsten noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Sie haben einfach vergessen uns mitzuteilen, dass sie entweder schon einen Vertrag haben, lieber studieren, weiter zu Schule gehen oder ein Soziales Jahr absolvieren wollen".
Erfahrungsgemäß sei die Anzahl derer, die tatsächlich übrig bleiben, sehr niedrig, betont der Agenturchef, während die Zahl der Stellen, die nicht besetzt werden können, stetig steigt. "Auch deshalb bin ich sehr froh, dass viele Betriebe auch in schwierigen Zeiten an die Zukunft denken und die Ausbildung nicht vernachlässigen", so Starfeld.


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