Pressemitteilung vom 18.09.2026 
Gedenktafel für getöteten Zugbegleiter in Mannheim enthüllt
Der tragische Tod von Serkan Calar, einem Zugbegleiter der Deutschen Bahn, hat bundesweit Bestürzung ausgelöst. Nun wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel am Mannheimer Hauptbahnhof eingeweiht.
Mannheim. Sieben Monate nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Calar erinnert eine Gedenktafel am Hauptbahnhof Mannheim an das Gewaltopfer und die Tat. Im Beisein von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und Bahnchefin Evelyn Palla wurde die Stätte auf Gleis 1 freigegeben. Zu der Zeremonie kamen auch Hinterbliebene, Freunde sowie ehemalige Kolleginnen und Kollegen.
Die Deutsche Bahn teilte mit, dass gemeinsam mit den Angehörigen des Zugbegleiters ein dauerhafter Mahn- und Gedenkort eingerichtet werden soll. "Diese Gedenktafel erinnert an unseren Serkan - und gleichzeitig an etwas, das uns alle verbindet: Jeder Mensch ist wertvoll. Jeder Mensch verdient Respekt. Kein Mensch sollte vergessen werden", erklärte die Familie. "Serkan, du bist gegangen, aber deine Spuren bleiben. (...) Du wirst niemals vergessen."
Der Text auf der Tafel lautet: "Serkan Calar. Im Dienst für die Deutsche Bahn verlor er am 4. Februar 2026 im Alter von 36 Jahren infolge eines tätlichen Angriffs sein Leben. Mit großem Engagement war er für Reisende sowie Kolleginnen und Kollegen da. Wir erinnern in Dankbarkeit und Respekt an ihn. Sein Tod mahnt uns zu Rücksichtnahme und einem respektvollen Miteinander."
Der 36 Jahre alte Calar aus Ludwigshafen starb Anfang Februar nach einem Angriff eines Fahrgastes ohne Ticket in einem Regionalexpress in der Pfalz an einer Hirnblutung. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen und löste eine Debatte über mangelnde Sicherheit in Zügen in Deutschland aus. Der Täter wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Mannheim war der Dienstort von Calar.
Körperliche Übergriffe auf Beschäftigte
Der alleinerziehende Calar hinterließ zwei minderjährige Söhne. Bei der Zeremonie sprachen Palla und Bilger sowie Calars Bruder Eray nach einer Schweigeminute einige Worte und legten Blumen am Gedenkort nieder. Die Deutsche Bahn hat ihre Maßnahmen nach dem Angriff ausgeweitet. So gehören etwa Bodycams inzwischen zum Alltag vieler Beschäftigter mit Kundenkontakt.
Hintergrund ist eine Entwicklung, die die Bahn mit Zahlen beschreibt. 2025 wurden konzernweit 3.264 körperliche Übergriffe auf Beschäftigte registriert. Rund 70 Prozent davon betrafen das Zugbegleitpersonal. Allein bei DB Regio waren es 1.659 Fälle. Im ersten Halbjahr 2026 wurden dort bereits 989 körperliche Übergriffe gezählt, darunter 22 schwere Körperverletzungen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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