Werbung

Nachricht vom 07.09.2026    

Aktualisiert: Sachsen-Anhalt im Fokus - Politische Reaktionen nach AfD-Erfolg aus Rheinland-Pfalz

Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt reagieren Politiker aus Rheinland-Pfalz mit Forderungen an die Bundesregierung. Ministerpräsident Gordon Schnieder und andere politische Akteure äußern ihre Ansichten zur künftigen Ausrichtung.

Ministerpräsident Gordon Schnieder (Foto: Andreas Arnold/dpa)

Mainz. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, hat nach dem Wahldebakel seiner Partei in Sachsen-Anhalt die Bundesregierung aufgefordert, klare Entscheidungen zu treffen und weniger zu streiten. "Wer regiert, trägt Verantwortung dafür, dass es am Ende funktioniert. Dass Probleme gelöst und Entscheidungen getroffen werden", sagte Schnieder in Mainz. Er warnte davor, dass Deutschland sich keinen politischen Dauerstreit leisten könne.

Vorläufige Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die AfD hat laut vorläufigen Ergebnissen in Sachsen-Anhalt ihren Stimmenanteil auf 43,8 Prozent (2021: 20,8) mehr als verdoppelt. Es ist der beste Wert, den eine Partei in den vergangenen zehn Jahren bei Landtagswahlen erreicht hat, und ein Rekord für die AfD. Die CDU stürzte ab auf 17,2 Prozent (37,1) - ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

"Wir dürfen nach einem solchen Ergebnis nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", betonte Schnieder. "Wenn die demokratische Mitte Vertrauen zurückgewinnen will, müssen wir bei uns selbst anfangen."

Schnieder: CDU und SPD in Rheinland-Pfalz geht es ums Land
Schnieder hob hervor, dass die große Koalition in Rheinland-Pfalz zeige, worauf es ankomme: "CDU und SPD haben Unterschiede nicht weggeredet. Aber wir haben uns entschieden, dass die Verantwortung für unser Land größer ist als parteipolitische Profilierung." Diese Haltung erwarte er auch im Bund.

Schweitzer: Rentenreform muss noch einmal auf den Tisch
"Es ist doch völlig klar, dass über diese Reform diskutiert werden muss", sagte Schweitzer mit Blick auf die geplante Überarbeitung des Rentensystems im Deutschlandfunk. Die Vorschläge der Rentenkommission müssten noch einmal auf den Tisch. Aus Sicht des kommissarischen SPD-Landeschefs hat die Bundesregierung "keinen geringen Anteil" am Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt. Auf die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas noch die richtigen SPD-Vorsitzenden seien, antwortete er: "Das sind sie."



DGB-Chefin Wingertszahn will Verbesserungen für den Alltag
Die DGB-Chefin für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Susanne Wingertszahn, sprach von einem Warnsignal für alle Demokraten und Demokratinnen in Deutschland und einer "historischen Zäsur". Alle demokratischen Kräfte stünden in der Verantwortung, Beschäftigte, Demokratie und Sozialstaat vor einer rechtsextremen Politik zu schützen. Sie warnte davor, die Politik der AfD zu übernehmen oder ihre Positionen zu kopieren. Demokratie gewinne Vertrauen durch konkrete Verbesserungen im Alltag der Menschen.

AfD-Landeschef sieht auch Aufwind in Rheinland-Pfalz
Der AfD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier erwartet vom Abschneiden seiner Partei auch Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz. Die AfD, die bei der Landtagswahl im März das beste prozentuale Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland eingefahren hatte, wolle 2031 auch stärkste Kraft werden. Die Brandmauerpolitik gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD werde «in nächster Zukunft Geschichte sein».

Dies eröffne in Rheinland-Pfalz "ganz andere Möglichkeiten". Inhaltlich kündigte Münzenmaier unter anderem eine "echte Migrationswende", ein Ende der "sogenannten Energiewende" und eine Verkleinerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf einen "Grundfunk" an.

Grüne: AfD-Verbotsverfahren prüfen
Die Grünen-Landtagsfraktionschefin Katrin Eder sprach sich erneut dafür aus, ein mögliches AfD-Verbotsverfahren zu prüfen. Man müsse "zunächst sich mal zusammenzusetzen und wirklich alles prüfen, was vorliegt". Sie verwies auf die deutsche Geschichte: Die NSDAP sei 1933 ebenfalls gewählt worden. Die Erfahrungen daraus hätten dazu geführt, dass die "Mütter und Väter des Grundgesetzes" das Instrument des Parteienverbots aufgenommen hätten. Ein Verbot sei das "schärfste Schwert der Demokratie" und müsse deshalb wohlüberlegt geprüft werden. Zugleich müssten die demokratischen Parteien alle auch zusammenrücken. (dpa/KI/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Politik & Wahlen  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Rheinland-Pfalz


Sirenenalarm in Rheinland-Pfalz: Alles über den bundesweiten Warntag

Am Donnerstagmorgen, 10. September 2026, wird es laut: Sirenen heulen, die Smartphones klingeln. Bund, ...

Hochsommerliches Wetter verabschiedet sich aus Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz zeigt sich der Hochsommer noch einmal kurz, bevor die Temperaturen ab Dienstag deutlich ...

Proteste in Mainz und Frankfurt nach AfD-Wahlsieg

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gingen in Frankfurt und Mainz zahlreiche Menschen auf die Straße, ...

Sommerliche Wärme in Rheinland-Pfalz - Doch der Wetterumschwung naht

Der Sommer zeigt sich in Rheinland-Pfalz zum Wochenstart noch einmal von seiner warmen Seite. Doch bereits ...

Finanzielle Notlage in Rheinland-Pfalz: Ortsgemeinden ohne genehmigten Haushalt

Trotz Hilfsprogrammen und Fördertöpfen bleiben die Finanzen vieler Kommunen in Rheinland-Pfalz angespannt. ...

"Rose" triumphiert beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen

Das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, bekannt als bedeutender Branchentreff, hat seine diesjährigen ...

Weitere Artikel


Prüfung innovativer Windenergiekonzepte rund um Schloss Arenfels gefordert

Auch wenn Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. grundsätzlich für den ...

Kostenloses Wasser: Wiedtal und Rengsdorfer Land richten Refill-Stationen ein

Im Wiedtal und Rengsdorfer Land engagieren sich mehrere touristische Partner für die Umwelt, indem sie ...

Ein Abend mit Henry Arnold: Bariccos "Ozeanpianist" als Solotheater

Am Donnerstag, 17. September 2026, erwartet die Besucher im Kulturhaus Hamm (Sieg) ein besonderes Theatererlebnis. ...

Sirenenalarm in Rheinland-Pfalz: Alles über den bundesweiten Warntag

Am Donnerstagmorgen, 10. September 2026, wird es laut: Sirenen heulen, die Smartphones klingeln. Bund, ...

Werbung