Kulinarik, Kultur und Kuriositäten auf dem Jahrsfelder Markt in Straßenhaus
Von Helmi Tischler-Venter
Buntes Markttreiben, kulinarische Highlights und eine ausgelassene Partyatmosphäre: Der Jahrsfelder Markt hat am Donnerstag, den 3. September 2026, einmal mehr bewiesen, warum er als einer der größten und traditionsreichsten Märkte der gesamten Region gilt. Auf einer Länge von 1.500 Metern präsentierten rund 140 Marktstände ein breit gefächertes Warensortiment, das tausende Besucher anlockte.
Straßenhaus. Der Startschuss fiel pünktlich um 10 Uhr im voll besetzten Festzelt auf dem Marktplatz. Ortsbürgermeister Holger Drees begrüßte die sichtlich gut gelaunten Gäste und brachte die besondere Atmosphäre des Traditionsfestes auf den Punkt: „Es ist jedes Jahr immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis, wenn sich unsere Straßen in ein buntes Meer aus Ständen, Düften und fröhlichen Menschen verwandeln.“
Die Marktmeisterinnen Theodora Lippemeyer und Ulrike Müller gaben spannende Einblicke hinter die Kulissen. Für die beiden Organisatorinnen hatte der Tag bereits um 5 Uhr morgens mit der Standeinteilung begonnen – ein unermüdlicher Einsatz, der mit lautem Applaus gewürdigt wurde.
Durch das abwechslungsreiche Eröffnungsprogramm führte Moderator Stefan Haas. Er verriet, dass er selbst an einem echten Markttag das Licht der Welt erblickt hatte. Für die musikalische und emotionale Umrahmung sorgten die Chöre der Kindertagesstätten Straßenhaus und Oberhonnefeld sowie der Grundschule Straßenhaus. Im laufenden Programm begeisterte der regionale Singer-Songwriter Thilo Distelkamp die Zuhörer.
Der offizielle Höhepunkt der Eröffnung war der traditionelle Fassanstich. Diesen führte Pierre Fischer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach, mit Bravour und wenigen gezielten Schlägen aus. Damit war das Markttreiben offiziell freigegeben.
Kulinarik und Party bis in die Nacht
Zur Mittagszeit zog der Duft von deftiger Hausmannskost durch das Zelt. Ab 12:30 Uhr pilgerten die Besucher zum großen „Jahrsfelder Schnitzelbuffet“.
Doch mit dem Ende des Marktes ist in Jahrsfeld noch lange nicht Schluss. Am Abend verwandelt sich das Festzelt in eine Feiermeile. Ab 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) steigt die große „After-Markt-Mallorca-Party“. DJ Markus Deluxe wird den Gästen ordentlich einheizen und Ballermann-Feeling in den Westerwald bringen.
Der Markt
Gleich gegenüber von Festzelt und Fahrgeschäften war die Bandbreite des Warenangebots anschaulich zu sehen: Der Stand „feine Garne, schöne Sachen“ bot Strumpf- und Babywolle und gehäkelte Topflappen an, der von Kindern umlagerte Nachbarstand verkaufte den neuesten Spielzeughype. Neben „Squid Game“ und „Gonggi Steinen", einem Würfelspiel, waren das eine kleine Blinktastatur und „Butter Squishy“, eine Schaummasse, die sich drücken lässt. Die Vorjahresrenner „Labubu-Figuren“ liefen nur noch nebenbei mit.
An einem Spielzeugstand faszinierte eine fliegende Kuh Klein und Groß. Form- und farbschönes Holzspielzeug konkurrierte mit chinesischer Plastikware. So manche Oma griff gern ins Portemonnaie, um dem Enkelchen eine Freude zu machen. Bei den Haushaltswarenständen beschenkten die Omas sich selbst mit einem neuen Zwetschgenentkerner oder Solinger Messer, einer neuen Bürste oder Putzmitteln. Die Händler gaben meist Sonderpreise oder Mengenrabatt an.
Selbst belohnen konnte man sich mit Winzersekt oder -wein. Kaffee- und Kuchenpause war im Sportlerheim angesagt. Der Verkauf erfolgte zugunsten des Fördervereins der Kitas und der Grundschule.
Ober- und Unterbekleidung waren vielfach zu finden. Eine Verkäuferin warb für ihre Dessous: „Ich habe ganz neue, ganz tolle Ware!“ Und eine Kundin lobte nach kundigem Griff: „Der BH hält richtig!“ Die Gespräche mit den Markthändlern waren informativ und amüsant. Besonders kreativ und schlagfertig unterhielt der Verkäufer von „Mistery Boxen“ seine Kundschaft. Die Wundertüten für Erwachsene enthielten lauter eBay-Retouren unbekannten Inhalts. „Das ist die aufblasbare Waschmaschine mit Rückwärtsgang“, analysierte der Standbetreiber schmunzelnd und empfahl die schwarzen Boxen: „Die sind alle von Beate Uhse!“ Neben der Hoffnung auf ein tolles Schnäppchen sorgten solche Sprüche für reißenden Absatz der geheimnisvollen Schachteln.
Ein Korbflechter war stolz auf seine echt deutschen Körbe: „Eine Besonderheit“, während ein Textilienhändler die angenehm weiche Stoffqualität seiner Haremshosen anpries. Dagegen waren die ausgestellten Grabmale sehr hart, aber ästhetisch gestaltet.
Zuspruch fand die Geflügelausstellung des RGZV Niederbieber. Zwei graugescheckte Pommerngänse ertrugen die Besucher ganz ruhig, während Enten- und Hühnerküken sich argwöhnisch unter dem Häuschen im Gehege in Sicherheit brachten. Deutsche Zwergwyandotten, schreiende Houdan und deutsche Sperber waren in Käfigen zu bewundern.
Wie immer, sorgte eine Vielzahl an gastronomischen Anbietern für die Zufriedenheit der Marktbesucher. Zufrieden waren auch die Helfer vom Deutschen Roten Kreuz und der Polizei, weil der Markt friedlich ablief.
Der Ausblick: Das Kirmes-Wochenende steht bereit
Samstag, 5. September: Ab 13 Uhr startet der traditionelle Umzug, gefolgt vom feierlichen Aufstellen des Kirmesbaumes auf dem Kirmesplatz. Am Abend sorgt die bekannte Partyband Daily Friday mit einer Liveshow für absolute Hochstimmung.
Sonntag, 6. September: Das Wochenende klingt in gemütlicher Atmosphäre aus. Neben musikalischer Unterhaltung und leckeren Speisen wartet die beliebte Tombola mit attraktiven Preisen auf die Besucher. Es lädt an allen Tagen der KC Ellingen ein. htv/woti
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