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Pressemitteilung vom 23.08.2026    

50 Jahre Abtei Rommersdorf-Stiftung: Vom Verfall zum Kulturdenkmal

Vor fünfzig Jahren begann der Wiederaufbau der damals verfallenen Abtei Rommersdorf im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis. Heute präsentiert sich das historische Denkmal als lebendiger Ort für Kultur, Geschichte und bürgerschaftliche Begegnung am Mittelrhein.

Die Abtei Rommersdorf im Jahr 1976, eine von Efeu überwucherte Ruine ... (Foto: Dr. Reinhard Lahr)

Neuwied. Im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis erinnert die Abtei Rommersdorf an ein halbes Jahrhundert erfolgreicher Denkmalpflege. Aus einer einst stark beschädigten Anlage entstand durch ehrenamtlichen Einsatz ein kulturelles Zentrum am Mittelrhein. Die "Abtei Rommersdorf-Stiftung" blickt nun auf ihr 50-jähriges Bestehen zurück.

Wiederaufbau ab 1976 durch bürgerschaftliches Engagement
Der Grundstein für die Rettung des Denkmals wurde am 26. Februar 1972 mit der Gründung des Fördererkreises Rommersdorf e. V. gelegt, der ersten Initiative privater Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz. Im März 1976 entstand daraus die "Abtei Rommersdorf-Stiftung", die als Eigentümerin die Liegenschaften von der Rheinischen Bodenverwaltung AG übernahm und den Wiederaufbau startete.

Der Niedergang der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei hatte mit der Säkularisation am 26. März 1803 begonnen. Nach fast sieben Jahrhunderten klösterlichen Lebens ging die Anlage in weltlichen Besitz über. Häufige Eigentümerwechsel, Teilabbrüche, Brände und jahrzehntelange Vernachlässigung führten zum Verfall. Dass wesentliche Teile erhalten blieben, ging auf eine preußische Verfügung aus dem Jahr 1820 zurück. Dennoch glich das Areal Anfang der 1970er-Jahre einer Ruine mit eingestürzten Mauern und fehlenden Dächern, während Innenräume teilweise als Viehställe dienten.

Der ehemalige rheinland-pfälzische Finanzminister und erste Stiftungsvorsitzende Johann Wilhelm Gaddum formulierte 1985 als Ziel, an das große Erbe der Abtei zu erinnern und es im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. In den Anfangsjahren legten freiwillige Helfer, darunter der spätere Denkmalpfleger Dr. Reinhard Lahr, die historischen Mauern oft mit einfachem Werkzeug aus Schutt und Überwucherungen frei.

Architektonische Vielfalt und ehrenamtlicher Einsatz
Dr. Reinhard Lahr hob die bauliche Einzigartigkeit der Anlage hervor. In Rommersdorf vereinen sich Baustile aus dem 12. bis 14. sowie vor allem aus dem 18. Jahrhundert zu einer Mischung aus Romanik, Gotik und Barock. Das Herzstück bildet der Kreuzgang, der die verschiedenen Epochen widerspiegelt.




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Der heutige Stiftungsvorsitzende Dr. Hermann-Josef Richard betonte die Verpflichtung gegenüber diesem bedeutenden Erbe und zollte der Aufbauleistung der Gründergeneration Respekt. Bis auf zwingend erforderliche Arbeiten von Fachbetrieben erfolgt die gesamte Pflege und Organisation in Stiftung und Verein unentgeltlich durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Archive, Kulturveranstaltungen und lebendige Geschichte
Seit 1982 betreibt das Landeshauptarchiv Koblenz eine Außenstelle in der Abtei mit rund 1,5 Millionen Einzelurkunden. Zudem beherbergen die Gebäude das Stadtarchiv Neuwied.

Kulturell zieht die Anlage mit Veranstaltungen wie den Kreuzgang Konzerten, den Rommersdorf Festspielen, den Theateraufführungen der Gruppe "Inflagranti" sowie dem zweijährlichen Weihnachtsmarkt zahlreiche Besucher an. Zudem dient die Abtei als Veranstaltungsort für Hochzeiten. Die im Jahr 2011 umgebaute Orangerie bietet Gastronomie mit Blick auf den Französischen Garten.

Die Gartenanlagen prägen das Gesamtensemble: Die Stadt Neuwied pflegt den Englischen Landschaftsgarten, die Firma "CULTERA" den Französischen Garten, und der innere Kräutergarten wird durch Diakon Frank Hachemer und seine Frau Susanne betreut. Der Orden der Prämonstratenser-Tertiaren hält die spirituelle Tradition durch sakrale Feiern aufrecht.

Öffnungszeiten und Unterstützungsmöglichkeiten
Besichtigungen sind an vielen Sonn- und ausgewählten Feiertagen zwischen Ostern und Allerheiligen jeweils von 13 bis 18 Uhr möglich, auch im Rahmen von Führungen. Genaue Termine sowie Beitrittserklärungen für den Fördererkreis stehen online bereit. (PM/bearbeitet durch Red)


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