3. Aktualisierung: Waldbrand bei Gebhardshain - Der Tag danach
Von Klaus Köhnen
VIDEO | Ein Feuer auf einem Kleinspielfeld bei Gebhardshain am 16. August 2026 hat sich zu einem großflächigen Waldbrand entwickelt. Die Einsatzkräfte waren mit 300 Kräften vor Ort und retteten die angrenzenden Gebäude vor den Flammen. Ach am Tag danach wird nach weiteren Glutnestern gesucht.
Gebhardshain. Am frühen Sonntagnachmittag (16. August) brach auf einem Kleinspielfeld in Gebhardshain ein Feuer aus, das schnell auf den angrenzenden Wald übergriff. Die Flammen breiten sich rasch aus und haben aktuell (20.35 Uhr) bereits eine Fläche von etwa 100.000 Quadratmetern im Gebiet zwischen Gebhardshain und Steinebach/Sieg erfasst. Die Leitstelle hatte gegen 14 Uhr den ersten Alarm ausgelöst. Vor Ort stellte sich schnell heraus, so die Feuerwehr der VG Betzdorf, dass es sich zu einem großen Waldbrand entwickeln würde. Gemäß des Alarmplans wurden zeitnah weitere Kräfte alarmiert. Die Einsatzleitung wurde durch die Landesfacheinheit Presse- und Medienarbeit (LFE PUMA) unterstützt. Diese ist beim Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) integriert.
Zur Brandbekämpfung waren zwei Hubschrauber im Einsatz. Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Landkreis wurden mobilisiert, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen. Der Bürgermeister der VG Betzdorf-Gebhardshain dankte den Landwirten, die mit Wasserfässern bei der Wasserversorgung unterstützt haben. Die Warn-Apps Katwarn und NINA informierten die Bevölkerung über die aktuelle Lage. Zusätzlich fuhren zwei Fahrzeuge durch die betroffenen Gebiete, um die Anwohner direkt vor Ort zu warnen.
Aktualisierter Nachtrag (17. August)
Bei dem Waldbrand kamen die Flammen bis auf nur noch rund 20 Meter an die Häuser heran. Der Einsatz läuft am Montag mit verringerter Kräftezahl weiter. Nachdem am gestrigen Sonntag rund 300 Kräfte von Feuerwehr, DRK und THW vor Ort waren, sind es nunmehr noch rund 40 Feuerwehrleute. Diese kümmern sich vorwiegend um das Ablöschen von Glutnestern. Bei der Ortung dieser Glutnester ist die eingesetzte Drohne ein wertvolles Einsatzmittel.
Einsatzbereich soll gemieden werden
Auch am Tag danach wurde gebeten, den Bereich zu meiden, damit die Einsatzkräfte ihre Arbeit ungehindert und sicher durchführen können. Die Brandfläche wurde am Montag (17. August), vom Wehrleiter der VG Betzdorf-Gebhardshain, Markus Beichler, mit rund 40.000 Quadratmeter angegeben. Im Laufe der Nacht, so Beichler, wurden auch Einsatzkräfte des THW aus verschiedenen Ortsverbänden angefordert. Diese sorgten mit den Fachgruppen Beleuchtung dafür, dass die Feuerwehrleute gefahrloser arbeiten konnten. Die zweite Aufgabe für die spezialisierten Kräfte bestand darin, Schneisen anzulegen.
Für Feuerwehrleute in Rheinland-Pfalz war es der zweite Großeinsatz binnen weniger Tage: Erst am Freitag waren in der Vordereifel, bei Langscheid, Wald und Wiese in Flammen aufgegangen. Beim Einsatz in Gebhardshain erlitten vier Einsatzkräfte Verletzungen, einer kam ins Krankenhaus. Besonders gefährdet war zwischenzeitlich das Schulgebäude.
Video von Kaleidoskop
+++ 22.20 Uhr +++
Über die Warnapp Nina wurde gerade die Warnung Rauchausbreitung aufgehoben. Die Flächen werden regelmäßig kontrolliert und Glutnester gezielt abgelöscht. Zusätzlich kommen so genannte Kreisregner zum Einsatz, die an den Rändern die Flächen bewässern. Über die Nacht werden rund 30 Kräfte weiter im Einsatz sein. Die Einsatzleitung wird vom Landkreis wieder an die Verbandsgemeinde übertragen. Am Montagmorgen werden die Flächen nochmals kontrolliert, so die Information der Einsatzleitung des Landkreises.
+++ 20 Uhr +++
Der Brand bedroht derzeit keine Wohngebäude mehr. «Durch unsere Maßnahmen konnte eine Ausbreitung Richtung Bebauung verhindert werden», sagte Björn Jestrimsky, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises Altenkirchen, bei einer ersten Pressekonferenz. Auch Landrat Dr. Peter Enders nahm an der Lagebesprechung teil. Der BKI beschrieb das weitere Vorgehen und die Maßnahmen. "Während der Dunkelheit", so Jestrimsky, "werden wir ohne Unterstützung aus der Luft sein. Wir werden mit sogenannten Kreisregnern versuchen, das Feuer in die von uns beabsichtigte Richtung zu leiten." Der Betrieb der Westerwaldbahn bleibt vorläufig weiterhin eingestellt.
Aktuell sind noch immer rund 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Inzwischen wurde auch ein dritter Hubschrauber angefordert. Neben dem Hydrantennetz, das, so der Bürgermeister im Pressegespräch, an seine Grenzen stoße, wird Löschwasser auch aus dem Elkenrother Weiher entnommen.
Laut der technischen Einsatzleitung des Kreises Altenkirchen sollen in der Dynamik des Einsatzes mehrere Einsatzkräfte verletzt worden sein.
Die Westerwaldschule ist derzeit sehr verraucht. Die Feuerwehr wird dort auch am nächsten Tag noch im Einsatz sein. Deshalb bleibt die Schule am Montag, 17. August, geschlossen. Die Eltern wurden durch die Leitung informiert.
+++ 17.25 Uhr +++
Unbestätigten Meldungen zufolge nimmt die Feuerwehr derzeit eine Riegelstellung ein, um ein Schulgebäude vor dem Brand zu schützen. Diese Meldung stellte sich als Gerücht heraus.
Evakuierung! (Stand: Sonntagnachmittag, 16. August)
Es wird evakuiert: Die Einwohner aus Teilen von Gebhardshain sind aufgefordert, zur Evakuierungsstelle am Bürgerhaus beim REWE in Gebhardshain zu kommen. Bewohner der Straße Im Eckewieschen seien aufgefordert, ihre Wohnungen und Häuser sofort zu verlassen, teilte die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain auf Instagram mit. Die Einsatzkräfte arbeiten mit Hochdruck daran, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Gegenwärtig fahren weitere Einheiten aus dem Westerwaldkreis die Einsatzstelle zur Unterstützung an. (kkö/TS)
Video von Kaleidoskop
Video von Spot-it Media:
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