Pressemitteilung vom 12.08.2026 
Rheinbrohler Kolpingmitglied fordert Gedenktag gegen weltweiten Hexenwahn
Frauen werden in weltweit 47 Ländern wegen abergläubischer Hexenvorwürfe verfolgt und mit dem Tod bedroht. Andreas Kossmann aus Rheinbrohl unterstützt deshalb den missio-Appell für einen offiziellen UN-Gedenktag gegen den modernen Hexenwahn. Ein aktueller Austausch bestärkt ihn dabei.
Rheinbrohl/Trier. Andreas Kossmann, Mitglied der Kolpingsfamilie Rheinbrohl und journalistisch tätig, unterstützt die Forderung von missio Aachen nach einem offiziellen UN-Gedenktag gegen den weltweiten Hexenwahn. In weltweit 47 Ländern werden Frauen weiterhin aufgrund abergläubischer Vorwürfe verfolgt. In einem Schreiben vom 3. August 2026 richtete sich missio Aachen mit dem Anliegen an Annalena Baerbock.
Erinnerung an historische Hexenverfolgung
Die Kolpingsfamilie Rheinbrohl hatte bereits 2010 ein Zeichen gegen historische Intoleranz gesetzt. Sie führte das Theaterstück Hexenwahn auf, das auf dem Schicksal von Anna Katharina Spee basiert. Für Kossmann besteht eine moralische Verbindung zwischen dem Wirken des Jesuitenpaters Friedrich Spee und dem heutigen Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen.
Die Beschäftigung mit dem Schicksal von Anna Katharina Spee habe die Kolpingsfamilie nachhaltig geprägt. Hexenverfolgung sei keine ausschließlich historische Erscheinung, sondern weiterhin eine aktuelle Menschenrechtskatastrophe. Diese Einschätzung verbindet Kossmann mit seinem Engagement für den missio-Appell.
Bericht aus Papua-Neuguinea
Im Rahmen einer missio-Kampagne in Trier nahm Kossmann an einer Ausstellung zum Thema Hexenwahn in der Jesuitenkirche und an einer Diskussionsrunde teil. Eingeladen hatten der kfd-Diözesanverband und die Katholische Kirche im Raum Trier. Dabei führte Kossmann ein rund halbstündiges Interview mit Schwester Lorena Jenal.
Die Schweizer Ordensfrau setzt sich seit Jahrzehnten in Papua-Neuguinea gegen moderne Hexenverfolgungen ein. Sie berichtete über ihre Arbeit und darüber, dass sie und ihr Team bereits mehr als 400 Frauen vor dem sicheren Tod bewahren konnten. Der Bericht machte für Kossmann deutlich, wie Stigmatisierung und Aberglaube weiterhin als Vorwand für Gewalt gegen Frauen dienen.
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Die Kampagne machte zugleich sichtbar, dass die Verfolgung nicht auf vergangene Jahrhunderte beschränkt ist. Der Austausch mit Schwester Jenal stellte den Bezug zu den heutigen Erfahrungen betroffener Frauen her. Für Kossmann wurde dadurch erneut deutlich, dass Aufklärung und Erinnerung miteinander verbunden werden müssen.
Forderung nach einem UN-Gedenktag
Nach Einschätzung Kossmanns werden Frauen als Sündenböcke für Krankheiten oder Krisen missbraucht und systematisch verfolgt. Die Weltgemeinschaft dürfe diese Verbrechen nicht länger ignorieren. Den Opfern müsse eine Stimme gegeben werden.
Kossmann verweist deshalb auf das Anliegen von missio Aachen, den Vorstoß für einen offiziellen UN-Gedenktag am 10. August konsequent voranzutreiben. Ein solcher Gedenktag könne ein deutliches Zeichen für Prävention, Gerechtigkeit und den Schutz schutzloser Menschen weltweit setzen. Der Einsatz für die Würde der Frauen bleibe eine dauerhafte Aufgabe.
Mit dem geplanten Gedenktag soll nach dem Anliegen von missio öffentliche Aufmerksamkeit für die weltweite Situation geschaffen werden. Gleichzeitig soll an das historische Unrecht erinnert werden. Kossmann sieht darin ein Signal, das den Schutz der Betroffenen stärkt und den Einsatz gegen die zugrunde liegenden Vorurteile unterstützt.
Der Appell richtet sich damit nicht nur gegen einzelne Übergriffe, sondern gegen die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Beschuldigungen zu Gewalt führen können. Prävention, Gerechtigkeit und der Schutz der Menschenwürde bilden für Kossmann die zentralen Ziele des Vorstoßes. (PM/KI/Red)
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