Pressemitteilung vom 31.07.2026 
Wäller Helfen wird Ausbildungsbetrieb: Neue berufliche Perspektiven im Westerwald
Wäller Helfen e. V. erweitert sein Engagement um einen neuen Baustein: Der Verein ist ab sofort anerkannter Ausbildungsbetrieb. Ab 2027 sollen in der Vereinszentrale sowie im Sozialkaufhaus in Montabaur junge Menschen ausgebildet werden. Damit verbindet das soziale Netzwerk klassische Berufsausbildung mit moderner Vereinsarbeit, sozialer Verantwortung und einer vielfältigen Praxis.
Region. Aus einem während der Corona-Pandemie entstandenen Hilfsnetzwerk ist innerhalb weniger Jahre eine professionelle soziale Struktur für die Region geworden. Nun folgt für Wäller Helfen e. V. der nächste Entwicklungsschritt: Der Verein ist offiziell als Ausbildungsbetrieb anerkannt und möchte ab 2027 erstmals selbst jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen. In der Wäller Helfen Zentrale soll künftig die Ausbildung zur Kauffrau beziehungsweise zum Kaufmann für Büromanagement angeboten werden. Darüber hinaus soll dort auch ein duales Studium mit Bachelorabschluss ermöglicht werden. Im Sozialkaufhaus in Montabaur kommt die Ausbildung zur Verkäuferin beziehungsweise zum Verkäufer hinzu, mit der Möglichkeit, diese anschließend zur Ausbildung als Kauffrau beziehungsweise Kaufmann im Einzelhandel zu erweitern.
Für den Verein ist die Anerkennung weit mehr als eine formale Erweiterung seines Angebotes. Sie ist ein weiterer Schritt, um Verantwortung für die Entwicklung der Region zu übernehmen - und insbesondere jungen Menschen berufliche Perspektiven im Westerwald zu eröffnen.
Ausbildung dort, wo täglich etwas passiert
Gerade die Ausbildung bei einem sozialen Netzwerk unterscheidet sich in vielen Bereichen vom klassischen Arbeitsalltag eines Unternehmens. Zwar werden alle fachlichen und kaufmännischen Inhalte des jeweiligen Ausbildungsberufes vermittelt, doch der Arbeitsalltag bei Wäller Helfen reicht weit darüber hinaus. Organisation, Verwaltung, Kommunikation, Veranstaltungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Projektmanagement, Terminorganisation, Mitgliederbetreuung, Zusammenarbeit mit Unternehmen und Kommunen sowie die Koordination ehrenamtlicher Strukturen gehören ebenso dazu wie der unmittelbare Kontakt zu Menschen aus der Region. Hinzu kommen die unterschiedlichen sozialen Projekte des Vereins, Hilfsanfragen aus der Bevölkerung, Netzwerkveranstaltungen, Kooperationen mit sozialen Einrichtungen sowie die Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung.
Kaum ein Arbeitstag gleicht damit dem anderen. Wer hier eine Ausbildung absolviert, lernt nicht nur Abläufe zu organisieren, Vorgänge zu bearbeiten oder kaufmännisch zu denken. Junge Menschen erleben unmittelbar, welche Auswirkungen die eigene Arbeit auf andere haben kann. Dabei sind Flexibilität, Eigenverantwortung und Kreativität ebenso gefragt wie Empathie und soziale Kompetenz. Denn hinter einer Akte, einem Telefonat oder einer organisatorischen Aufgabe steht bei Wäller Helfen häufig ein konkreter Mensch aus der Region.
Kaufmännische Ausbildung trifft soziale Kompetenz
Genau diese Verbindung macht die künftigen Ausbildungsplätze aus Sicht des Vereins besonders. Die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Büromanagement bietet ohnehin ein breites berufliches Fundament. Bei Wäller Helfen kommt eine zusätzliche Dimension hinzu: Kaufmännisches Wissen wird dort vermittelt, wo Organisation und Verwaltung täglich mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden sind. Auszubildende sollen lernen, selbstständig zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und Projekte mitzuentwickeln. Gleichzeitig erleben sie die unterschiedlichen Facetten eines modernen gemeinnützigen Vereins - von der Verwaltung über Digitalisierung und Kommunikation bis hin zu sozialen Projekten und großen regionalen Netzwerken.
Auch im Sozialkaufhaus in Montabaur geht die Ausbildung über den klassischen Verkauf hinaus. Kundenkontakt, Warenwirtschaft, Präsentation und Organisation treffen dort auf einen sozialen Auftrag. Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten kommen zusammen, Ehrenamtliche arbeiten mit hauptamtlichen Strukturen und aus einem klassischen Einzelhandelsumfeld wird gleichzeitig ein Ort der Begegnung und Unterstützung.
Damit wird neben der beruflichen Qualifikation auch etwas vermittelt, das in vielen Arbeitsfeldern zunehmend an Bedeutung gewinnt: soziale Kompetenz. Zuhören können, unterschiedliche Situationen einschätzen, Verantwortung übernehmen, Lösungen finden und respektvoll mit Menschen umgehen - Fähigkeiten, die nicht nur im sozialen Bereich, sondern für nahezu jede spätere berufliche Laufbahn wertvoll sind.
Perspektiven für junge Menschen in der Region schaffen
Für Wäller Helfen ist die Entscheidung, selbst auszubilden, auch ein klares Bekenntnis zum Westerwald. Gerade ländliche Regionen stehen vor der Herausforderung, jungen Menschen attraktive berufliche Perspektiven vor Ort zu bieten. Ausbildung und Qualifizierung spielen deshalb eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Nachwuchs und Fachkräfte in der Region zu halten und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit regionaler Strukturen zu sichern.
Dabei geht es nicht ausschließlich um klassische Unternehmen und Betriebe. Auch gemeinnützige Organisationen und soziale Träger benötigen qualifizierten Nachwuchs. Verwaltung, Projektmanagement, Digitalisierung, Kommunikation, soziale Dienstleistungen und die professionelle Organisation ehrenamtlicher Arbeit haben sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt.
Wäller Helfen möchte jungen Menschen zeigen, dass eine berufliche Zukunft in der Heimat modern, abwechslungsreich und gleichzeitig sinnstiftend sein kann. "Dass wir jetzt selbst ausbilden können, ist für uns ein ganz besonderer Schritt. Wir möchten jungen Menschen nicht nur einen Beruf vermitteln, sondern ihnen Möglichkeiten geben, sich zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Stärken zu entdecken.", sagt Geschäftsführer Björn Flick.
Vom Ehrenamtsnetzwerk zum Ausbildungsbetrieb
Die neue Aufgabe fügt sich in die Entwicklung von Wäller Helfen ein. Seit der Gründung im Jahr 2020 hat sich der Verein von einer spontanen Nachbarschaftshilfe zu einem breit aufgestellten Netzwerk entwickelt. Neben der Vermittlung konkreter Hilfen gehören heute soziale Projekte, Pflege- und Unterstützungsangebote, Jugendprojekte, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaktionen, das Sozialkaufhaus in Montabaur sowie die Zusammenarbeit mit Kommunen, Unternehmen, Einrichtungen und zahlreichen Ehrenamtlichen zur täglichen Arbeit. Diese Vielfalt soll künftig auch Teil der Ausbildung sein.
Auszubildende erhalten dadurch Einblicke in Bereiche, die in dieser Kombination nur selten an einem Ausbildungsplatz zusammentreffen: kaufmännische Verwaltung und soziale Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsorganisation, Digitalisierung und Ehrenamtsmanagement, Kundenkontakt und Projektentwicklung. Gleichzeitig möchte der Verein großen Wert auf eine individuelle Begleitung legen. Junge Menschen sollen nicht lediglich Aufgaben abarbeiten, sondern schrittweise Verantwortung übernehmen, eigene Ideen einbringen und erleben können, wie aus einer Idee ein Projekt und aus einem Projekt konkrete Unterstützung für Menschen werden kann.
Ein neuer Baustein für die Zukunft
Mit dem geplanten Ausbildungsstart 2027 beginnt für Wäller Helfen damit ein neues Kapitel. Nach dem Aufbau zahlreicher Hilfs- und Sozialprojekte möchte der Verein nun auch Wissen, Erfahrung und Strukturen an die nächste Generation weitergeben. Dabei versteht Wäller Helfen Ausbildung nicht nur als Nachwuchsgewinnung für die eigene Organisation. Vielmehr soll jungen Menschen eine fundierte Qualifikation ermöglicht werden, die ihnen später zahlreiche berufliche Wege eröffnet - im kaufmännischen Bereich, im Einzelhandel, bei sozialen Organisationen, in Unternehmen, Verbänden oder anderen Einrichtungen.
"Junge Menschen brauchen Chancen - und sie brauchen Menschen und Betriebe, die ihnen etwas zutrauen. Wenn wir als Verein dazu beitragen können, dass junge Menschen hier im Westerwald ihre Ausbildung beginnen, sich persönlich entwickeln und anschließend mit einer guten Qualifikation in ihre berufliche Zukunft starten, dann ist das für uns gelebte regionale Verantwortung", so Flick. Für Wäller Helfen schließt sich damit ein Kreis: Menschen aus der Region engagieren sich für Menschen aus der Region - und künftig werden dort auch junge Menschen für ihre berufliche Zukunft qualifiziert. (PM)
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